Barbara Merz-Weigandt
· 31.05.2026
Ein neuer Fernradweg verbindet die österreichische Hauptstadt mit Kärnten. Damit schließt der Meridiem Trail auch die Lücke zwischen zwei bedeutenden europäischen Radwegen: Im Norden knüpft er an den Donauradweg in Wien an, im Süden trifft er in Villach auf die Ciclovia Alpe Adria, die weiter bis zur italienischen Adriaküste führt. Die Strecke orientiert sich an der antiken Verbindung zwischen römischen Siedlungen und macht Geschichte auf zwei Rädern erlebbar. Unterkünfte, kulinarische Angebote und Transportmöglichkeiten stehen entlang der gesamten Route zur Verfügung.
Die neue Radroute hat eine Länge von 600 Kilometern und überwindet dabei insgesamt 4.800 Höhenmeter. Der Streckenverlauf orientiert sich an einer historischen Handelsroute. Bereits in der römischen Antike verband ein Verkehrsweg die damalige Stadt Vindobona – das heutige Wien – mit Santicum, dem römischen Villach, und führte weiter bis ans Mittelmeer. Der lateinische Begriff „ad meridiem" bedeutet „der Sonne entgegen" und beschreibt die Ausrichtung der Route nach Süden. Die Zahl 12 prägt den Meridiem Trail in mehrfacher Hinsicht. Für die Römer symbolisierte sie Ordnung und Vollkommenheit, was sich in 12 Göttern, 12 Aposteln und 12 Tierkreiszeichen zeigt. Der neue Fernradweg greift diese Symbolik auf und teilt die Strecke in 12 Etappen. Entlang der Strecke finden sich heute noch zahlreiche historische Stätten und römische Ausgrabungsorte.
Die Route durchquert die Bundesländer Wien, Steiermark und Kärnten und verbindet dabei die drei Landeshauptstädte Wien, Graz und Klagenfurt. Nach Angaben der Betreiber führt der Weg bewusst auch durch Regionen abseits stark frequentierter touristischer Zentren. Zwei grenzüberschreitende Abstecher ermöglichen Ausflüge ins ungarische Köszeg und in die slowenische Region Koroska.
Das kulinarische Angebot entlang des Meridiem Trail reicht von niederösterreichischen Buschenschänken über steirische Weinregionen und das Vulkanland bis zur Alpe-Adria-Küche in Kärnten. Die Route durchquert mehrere Weinbaugebiete und gastronomisch geprägte Regionen.
Die Strecke führt durch unterschiedliche Landschaften. Flache Abschnitte wechseln sich mit hügeligen Passagen ab. Viele Sehenswürdigkeiten wie der Wörthersee, die Jauntalbrücke oder das Liaunig Museum liegen an der Route.
Die Route lässt sich flexibel gestalten. Radfahrer können zwischen 6 und 12 Tagesetappen wählen, je nach persönlicher Kondition und verfügbarer Zeit. Entlang des Meridiem Trail finden Radfahrer zahlreiche Unterkünfte. Hotels, Pensionen und Gasthöfe bieten Übernachtungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Preisklassen.
Die Streckenführung berücksichtigt bestehende Bahnverbindungen: Mehr als 15 Bahnhöfe liegen direkt an der Route oder in unmittelbarer Nähe. Dies ermöglicht Radtouristen eine flexible Etappenplanung sowie eine umweltfreundliche An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Spezielle Fahrradanhänger und Kleinbusse transportieren Räder und Gepäck. Partner des Meridiem Trail helfen bei der Planung von An- und Abreise.
Der Meridiem Trail verläuft parallel zu anderen bekannten Radwegen und reiht sich damit in das wachsende Netz an Fernradwegen in Österreich ein. GPS-Tracks stehen zum Download bereit und erleichtern die Navigation unterwegs. Die genauen Höhenmeter und Streckenlängen sowie eine Karte mit detaillierten Informationen können kostenlos angefordert werden über die Website https://meridiemtrail.com.

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