Österreich

Hochkönig-Region: mehr als ein kleines E-Bike-Mekka

BIKE Magazin

 · 03.05.2015

Hochkönig-Region: mehr als ein kleines E-Bike-MekkaFoto: David Schultheiß

Die Region am Fuße des 2941 Meter hohen Hochkönig-Massivs hat sich zum E-Mountainbike-Mekka entwickelt. Doch auch ohne Elektro-Motor kann man mit dem MTB dort die Bergwelt erkunden.

Natürlich waren wir skeptisch. E-Mountainbikes? Keiner von uns hatte bis jetzt auf einem MTB mit Elektro-Motor gesessen, und eine gewisse Abneigung hatte ich im Laufe zahlreicher hitziger Diskussionen durchaus entwickelt. Nun traf es sich aber so, dass die Region Hochkönig nicht umsonst als kleines E-Bike-Mekka gesehen werden kann. Es gibt nicht nur ein riesiges E-Tourenangebot, sondern das Areal im Salzburger Land ist auch die erste Region weltweit, die ein Tankstellennetz für E-Mountainbikes bereithält, das mit allen gängigen Systemen kompatibel ist. Der ideale Ort also, um alte Vorurteile auf die Probe zu stellen.

Neulinge auf E-Mountainbikes

Als wir am nächsten Tag auf die Straße treten, empfängt uns der Morgen mit frischer, klarer Landluft. Ich atme tief ein und spüre ein leichtes Kribbeln im Bauch, als wir hinter uns das imposante, gezackte Massiv des Steinernes Meers aufragen sehen: Bergvorfreude! Maria Alm umgarnt uns mit seinen urigen Holzhäusern, mit den verspielten Fassaden voll Schnitzereien und seinen verwinkelten Straßen. Unser Hotel steht dicht an dicht mit einer mittelalterlichen Wallfahrtskirche, im Schatten des spitzen Glockenturmes machen wir uns mit den hoteleigenen E-MTB-Modellen vertraut. Erste Eindrücke: schwer, ja. Hardtails – okay, ungewohnt. Fahren sich … wie von selbst! Bei der ersten Runde auf dem Parkplatz erlebe ich den großen Überraschungsmoment, der jeden E-Bike-Neuling bei den ersten Kurbelumdrehungen überkommt und unweigerlich zum Lachen bringt. Mit Moped-Feeling cruisen wir durch die Dorfgassen, weiter Richtung Landstraße, von der bald die Forststraße zur 1737 Meter hohen Wastlhöhe abbiegt.

  Mit E-Mountainbikes den Berg hinaufkurbeln: In der Region Hochkönig keine Seltenheit.Foto: David Schultheiß
Mit E-Mountainbikes den Berg hinaufkurbeln: In der Region Hochkönig keine Seltenheit.

Verblockte Anstiege sind neue Herausforderung

Mit ihr beginnt der Anstieg. Und unser Umdenken. Denn der nun folgende Uphill wäre für uns Geschwindigkeits-verwöhnte Trail-Liebhaber vielleicht nicht gerade zu einer Tortur geworden, doch wäre der Preis für eine spätere Abfahrt ziemlich hoch gewesen. Die Sonne brennt immer heißer vom Himmel, Kurve reiht sich an Kurve, und mit normalen Bikes wären uns von dieser Strecke wahrscheinlich vor allem die beachtliche Steigung und zahlreiche Rampen in Erinnerung geblieben – nicht aber das Bilderbuch-Panorama, dem wir so immer wieder staunend unsere volle Aufmerksamkeit widmen. Die letzten Höhenmeter zum Gipfel führen erst über einen Singletrail, dann über eine steile Weide, und wecken doch noch unseren Kampfgeist. Dank Elektro-Antrieb werden die verblockten Anstiege zur neuen Herausforderung. Wo ohne Unterstützung des Motors der Vortrieb gefehlt hätte, genügt jetzt eine weitere Kurbelumdrehung, um die Kiste am Rollen zu halten. So pedalieren wir um die Wette, begleitet vom leisen Surren unserer Motoren, und manövrieren uns mit viel Gewichtsverlagerungen über die vielen Stufen und Furchen.

Veganes Gulasch und Heulimonade

Auf dem Rückweg heißt es: Akkus aufladen, unsere und die der Bikes. Passend zum Tag der neuen Erfahrungen ist auch die Alm eine Besonderheit: Die Zachhofalm oberhalb von Dienten bietet verschiedene vegane und vegetarische Gerichte, eine kleine Sensation! Alles ist bio, vieles kommt aus dem eigenen Kräutergarten der in „traditioneller europäischer Heilkunde“ ausgebildeten Almwirtin. Neeltje, die bildschöne holländische Bedienung, serviert uns veganes Gulasch, dazu Heulimonade und frische Joghurt-Minz-Smoothies. Es schmeckt umwerfend gut, die neuen Geschmäcker fordern die Sinne und machen richtig glücklich – das Füße-Abkühlen im eiskalten Teich mit anschließendem Sonnenbad im liebevoll gestalteten Garten tun ihr Übriges.

Hier können Sie weiterlesen: zur kompletten Hochkönig-Story

Vier spezielle Bike-Unterkünfte sind auf Mountainbiker eingestellt.Foto: David Schultheiß
Vier spezielle Bike-Unterkünfte sind auf Mountainbiker eingestellt.
Trails wie der Family-Trail bieten Bikern eine tolle Spielwiese.Foto: David Schultheiß
Trails wie der Family-Trail bieten Bikern eine tolle Spielwiese.
Wenn der Akku schlapp macht … kann man ihn an einer der vielen E-Bike-Tankstellen aufladen – sogar auf manchen Almhütten.Foto: David Schultheiß
Wenn der Akku schlapp macht … kann man ihn an einer der vielen E-Bike-Tankstellen aufladen – sogar auf manchen Almhütten.
Auf der ii-Tour wechseln sich Panoramen und knackige Trails ab.Foto: David Schultheiß
Auf der ii-Tour wechseln sich Panoramen und knackige Trails ab.
Frisch gepflückte Beeren aus dem Wald.Foto: David Schultheiß
Frisch gepflückte Beeren aus dem Wald.
Pause muss sein: Rast auf einer Almhütte am Fuße des Hochkönigs.Foto: David Schultheiß
Pause muss sein: Rast auf einer Almhütte am Fuße des Hochkönigs.
Zachhofalm oberhalb von Dienten ist eine urige Almhütte.Foto: David Schultheiß
Zachhofalm oberhalb von Dienten ist eine urige Almhütte.
Ausgestopfte Tiere an der Wand statt Bilder.Foto: David Schultheiß
Ausgestopfte Tiere an der Wand statt Bilder.
Die Hüttenwirtin auf der Zachhofalm serviert vegane Kost.Foto: David Schultheiß
Die Hüttenwirtin auf der Zachhofalm serviert vegane Kost.
Vier spezielle Bike-Unterkünfte sind auf Mountainbiker eingestellt.Foto: David Schultheiß
Vier spezielle Bike-Unterkünfte sind auf Mountainbiker eingestellt.
Trails wie der Family-Trail bieten Bikern eine tolle Spielwiese.Foto: David Schultheiß
Trails wie der Family-Trail bieten Bikern eine tolle Spielwiese.
Trails wie der Family-Trail bieten Bikern eine tolle Spielwiese.
Wenn der Akku schlapp macht … kann man ihn an einer der vielen E-Bike-Tankstellen aufladen – sogar auf manchen Almhütten.
Auf der ii-Tour wechseln sich Panoramen und knackige Trails ab.
Frisch gepflückte Beeren aus dem Wald.
Pause muss sein: Rast auf einer Almhütte am Fuße des Hochkönigs.
Zachhofalm oberhalb von Dienten ist eine urige Almhütte.
Ausgestopfte Tiere an der Wand statt Bilder.
Die Hüttenwirtin auf der Zachhofalm serviert vegane Kost.
Vier spezielle Bike-Unterkünfte sind auf Mountainbiker eingestellt.

MTB-Touren in der Hochkönig-Region


ii-Tour (140 km, 6500 hm)

Die ii Tour ist eine zusammenhängende MTB-Erlebnisrunde am Hochkönig (auch mit dem E-MTB möglich) mit insgesamt ca. 140 Kilometern und 6500 Höhenmetern, vorbei an den schönsten Erlebnispunkten der Region. Zu den Touren-Infos und GPS-Daten: ii-Tour am Hochkönig


Family Trail (6,5 km, 700 hm)

Toni’s Family Bike-Trail führt von der Bergstation der Kabinenbahn Karbachlalm an Forststraßen und Skipisten entlang bis zur Talstation der Kabinenbahn Karbachalm. Wie praktisch: Die Bike-Waschanlage befindet sich direkt bei der Talstation. Neben einer Länge von 6,5 Kilometern und einer Höhendifferenz von knapp 700 Höhenmetern bietet der Hochkönig eine traumhafte Kulisse für die ersten Versuche im Freeriden. Zu den Touren-Infos und GPS-Daten: Family Bike-Trail am Hochkönig

Weitere Infos und MTB-Touren und E-MTB-Angeboten in der Region Hochkönig finden Sie hier.

Mountainbiken am Hochkönig – die wichtigsten Infos


Info & Buchung:

Hochkönig Tourismus GmbH
Am Gemeindeplatz 7
A-5761 Maria Alm
T: +43 6584 20388
region@hochkoenig.at
www.hochkoenig.at


Übernachtung:

Bei der Unterkunft können Gäste aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten wählen. Ob kuschelige Almhütte, komfortables Hotelzimmer, moderne Ferienwohnung oder günstiges Privatzimmer. Die Region Hochkönig hat für jeden Geschmack und in jeder Preiskategorie etwas zu bieten. Gesamtes Unterkunftsverzeichnis gibt es auf: www.hochkoenig.at


Spezielle Bike-Unterkünfte:


Geführte MTB-Touren:


Bike-Transport/Shuttle:

  • Dorfj@t Natrun, Maria Alm
  • Sechser Sesselbahn Schwarzeckalm, Maria Alm
  • Kabinenbahn Karbachalm, Mühlbach

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