Top 5Holger Meyers Trail-Empfehlungen am Lago

Holger Meyer

 · 13.12.2016

Top 5: Holger Meyers Trail-Empfehlungen am LagoFoto: Ronny Kiaulehn

Holger Meyer kennt die Gardasee-Trails noch aus einer Zeit, als Hardtails mit 80-mm-Federgabeln keine Fahrfehler erlaubten. Seine MTB-Tipps am Lago!

Es dürfte etwa 25 Jahre her sein, dass ich unter Einsatz meines Lebens auf Hardtails den Brione-Trail runtergeklappert bin. Das war damals im Rahmen eines BIKE-Megatests. Seither ist der Gardasee in mir praktisch verwurzelt. Aber warum eigentlich? Wahrscheinlich wegen des mediterranen Flairs. Die Pizza ist der Hammer und das Carne Salada einmalig. Nicht missen möchte ich auch die Mecki-Bar. Dort trifft man nachmittags wieder alle, die den Gardasee eigentlich für überbewertet halten. Breit grinsend sitzen sie hier bei Toast und Bier zusammen und diskutieren ihre gerade erlebten Heldentaten. Das war schon immer so und wird sich wohl auch nie ändern. Selbst, wenn einem der berüchtigte 601er eben wieder die Plomben aus dem Gebiss gerüttelt hat.Nie werde ich vergessen, wie wir den Sonnenuntergang am Tremalzo toll fanden, bis wir merkten, dass wir die Abfahrt nun im Dunkeln erleben würden. Aber die schönste Erinnerung ist, dass ich auf dem BIKE-Festival in Riva meine Frau Karen kennen gelernt habe.

Holger Meyers 5 Lieblingstouren am Gardasee:


1. Val del Diaol – The Scull (15 km, 895 hm – Schwierigkeit 5 von 5 Punkten)

Dieser Trail ist nichts für schwache Nerven. Man kurbelt 1000 Höhenmeter die Altissimo-Straße bergauf und zweigt kurz nach der Malga Casina links auf den Schotterweg ins Valle del Diaol ab. Ihm folgt man etwa 400 Meter mit kurzem Gegenanstieg, dann geht links die ausgeschilderte Freeride-Strecke los. Zu Beginn noch recht ruppig, entspannt sich der Pfad bald, man kann es herrlich durch hohlwegartige Wannen und Kurven laufen lassen. Doch mitten im Lauf tauchen immer wieder Fels- und Steinpassagen – auch mit Stufen – auf. Nach etwa fünf Kilometern trudelt man schließlich in Nago aus.


2. Navene-Trail (30,8 km/1125 hm – Schwierigkeit 3 von 5 Punkten)

1100 Höhenmeter kurbelt man die Altissimo-Straße hinauf, bis an den Prati di Nago schräg rechts ein Schotterweg zum Dosso dei Roveri abzweigt. Dort startet der Pfad, der die komplette Altissimo-Flanke nach Navene hinunter entlangschneidet. Nie besonders ruppig, sondern fürs Gardasee-Gelände fast schon flowig, kurvt der Trail durch Wald, aber auch durch viele baumfreie Passagen. Zurück leider auf der Gardesana Orientale mit ihren Tunnel-Galerien. Aufpassen!


3. Coast-Trail (16,5 km/1000 hm – Schwierigkeitsgrad 4 von 5 Punkten)

Etwas unterhalb der Malga Casina zweigt der Coast-Trail von der Altissimo-Straße rechts ab. Waldboden! Sanfte Kurven! Der Weg ist technisch anspruchsvoll, hat aber Grip. Vorsicht vor der einen, echt fiesen Schlüsselstelle: Direkt nach einer Kehre droht hier nämlich der freie Fall von einer fünf Meter hohen Stufe. Am besten klettert man die einfach zu Fuß runter. Danach zirkelt man unbehelligt weiter über den Sentiero dei Paloni nach Torbole hinunter.


4. Adrenalina (11,2 km/1350 hm – Schwierigkeitsgrad 5 von 5 Punkten)

Die Adrenalina-Abfahrt galt in den 90er-Jahren als DIE Downhill-Herausforderung und gehört bis heute zu den längsten und nicht gerade einfachsten Trails am Gardasee. Startpunkt ist die Bocca di Trat (1581 m), nahe des Rifugio Nino Pernici. Auf richtig böse steilem und ruppigem Pfad schlägt man sich bis Campi durch, dann gibt der Pfad auf halber Höhe endlich etwas nach. Nur die letzen 200 Höhenmeter zur Bastione hinunter, die zeigen sich wieder hochprozentiger.


5. Pregasina-Trail (18,5 km/450 hm – Schwierigkeitsgrad 3 von 5 Punkten)

Eine nette Trail-Runde zum Warmfahren oder um die leichte Pregasina-Tour ein wenig aufzupeppen: von Riva auf der alten Ponalestraße nach Pregasina hochflanieren, dort vielleicht einen Cappuccino nehmen und dann weiter Richtung Malga Palaer. Hier fädelt man in den Sentiero 422 ein. Der Pfad kurvt relativ entspannt durch den Wald. Zwar kratzt er auch mal am Abgrund, aber das Gardasee-Geröll hält sich in Grenzen.

  Holger Meyer (<a href="http://www.dierasenmaeher.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Die Rasenmäher</a> ), BIKE-Tester und -AutorFoto: Markus Greber
Holger Meyer (Die Rasenmäher ), BIKE-Tester und -Autor


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