Eine Bikepacking-Expedition durch die italienischen Dolomiten und, je nach Strecke, bis in das Triglav-Gebirge - das verspricht die Weltraumcrew des Orbit360 mit ihrem Event Sneak Peaks. Im September 2024 findet die Bikepacking-Challenge erstmals statt. Start und Ziel sind in Bozen, dort findet am 4. September 2024 auch die Akkreditierung und das Briefing statt. Die lange Route, also Adventure (später mehr dazu) startet am 5. September, am 6. September starten die Routen Classic und Entree. Ein Zeitlimit gibt es nicht.
Die Höhenmeter der drei Routen versprechen jede Menge Abenteuer und sie versprechen, die Beine maximal zu fordern. Raphael Albrecht, aka Space Commander hat zusammen mit seinem Team die Routen gescoutet. Es geht nicht nur über abenteuerliche Bergpässe, sondern dabei auch noch wortwörtlich über Stock und Stein. Breite Reifen sind eine gute Wahl. Gravelwege und asphaltierte Sträßchen wechseln sich ab. Dazu gesellen sich Schiebepassagen, denn als Checkpoints wurden Rifugios ausgewählt und die gibt es ausschließlich in den höher gelegenen Regionen. Es muss durchaus mal geschoben - oder getragen - werden, um die “Peaks” zu erreichen. Es lohnt sich, verspricht die Weltraumcrew von Orbit360. Und oben wartet warmer Empfang mit bester italienischer Verpflegung auf die Expeditionsteilnehmerinnen und -teilnehmer der drei Routen:
Bei Sneak Peaks geht es dem Regelwerk nach weniger streng zu wie bei anderen Ultracycling Events. Natürlich gibt es aber auch hier ein paar Regeln. Ziel der Veranstalter ist aber, neben der Herausforderung auch ein (gemeinsames) Erlebnis zu kreieren. Natürlich sind die Fahrerinnen und Fahrer auch bei Sneak Peaks auf sich allein gestellt und dürfen sich nicht von dritten helfen lassen. Bei anderen Veranstaltungen dieser Art ist es nicht erlaubt, zusammen zu fahren. Sneak Peaks verfolgt hier klassiche Audax-Grundsätze, zusammenfahren ist erlaubt ebenso wie mentale Unterstützung. So sollen Liebe und gegenseitiges Empowerment das Erlebnis zu einem ganz besonderen machen. Dazu beitragen soll auch die Entscheidung, dass es kein Zeitlimit gibt. All die Höhenmeter seien Herausforderung genug, da braucht es nicht noch den Druck, zu einer bestimmten Zeit zurück in Bozen zu sein.
Die Leave-No-Trace-Ethik ist der Crew ein besonderes Anliegen. Der Grundsatz, nichts als Reifenspuren zu hinterlassen, ist sicher jeder Bikepackerin und jedem Bikepacker ein Begriff. Keine fallengelassene Bananenschale, kein Riegelpapier und kein Toilettenpapier sollen am Wegesrand liegen bleiben. Im Sinne von Umwelt und Nachhaltigkeit hat die Orbit360-Crew für Sneak Peaks die Regel #noflightride aufgestellt. An- und Abreise sollen ohne Flugzeug stattfinden, statt dessen solle auf öffentliche Verkehrsmittel oder gar die Anreise per Rad gesetzt werden. Deshalb wurde auch Bozen als Start- und Zielort ausgewählt, denn dort gibt es Zuganbindung. Aber nicht nur das, die Veranstalter werden auch die CO2-Emissionen ausgleichen, die während des Events durch Transport, Verpflegung und Übernachtung der Teilnehmenden entstehen.
Hast du dich schonmal auf Radveranstaltungen umgeschaut? Großteils sind es weiße Männer, die an den Startlinien stehen. Die Veranstaltungs-Crew möchte unterrepräsentierte Gruppen im Radsport ermutigen, teilzunehmen und sich der Orbit360-Community anzuschließen. Dafür gibt es Tickets für FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen), die die Gender-Pay-Gap berücksichtigen. Außerdem gibt es einen Soli-Topf. Wer will und es sich leisten kann, kann in diesen Topf einzahlen. So kann Personen die Teilnahme ermöglicht werden, die sich die Gebühr vielleicht nicht leisten können. So wird die Veranstaltung für mehr Menschen zugänglich.
Ich, die diese Meldung verfasst, Online-Redakteurin und Bikepacking-Expertin, werde einige meiner Urlaubstage verwenden, um bei Sneak Peaks zu starten - und hoffentlich auch zu finishen. In den Soli-Topf werfe ich auch ein paar Euronen.
Mein Favorit: Adventure, also 1093 Kilometer und... viel zu viele Höhenmeter. Ich habe Bock und blicke dem schon jetzt voller Vorfreude und Ehrfurcht entgegen. - Sandra Schuberth

Redakteurin