Die Kombination aus moderner Infrastruktur, vielfältigen Strecken und der eindrucksvollen Kulisse der UNESCO-Dolomiten im Val di Fassa schafft ideale Voraussetzungen für eine lange und abwechslungsreiche Bikesaison.
Zwischen schroffen Felswänden, weiten Almflächen und stillen Bergdörfern entwickelt sich das Val di Fassa zunehmend zu einer Destination, die Radfahren in all seinen Facetten erlebbar macht. Die Radsaison beginnt hier früher als gewohnt, bereits ab der zweiten Aprilhälfte laden die Wege im Tal zu ersten Touren ein – in klarer Bergluft und begleitet vom Panorama der Dolomiten.
Das Tal unterhalb von Marmolada, Langkofel und Rosengarten bietet ein Touren-Spektrum, das in den Alpen seinesgleichen sucht: Rennradfahrer schwärmen von den Anstiegen der großen Pässe, die schon bei legendären Giro-d'Italia-Etappen für Entscheidungen sorgten. Familien gleiten entspannt über den asphaltierten Talradweg zwischen dem Fassatal und dem Fleimstal. Der 48 Kilometer lange Radweg führt durch alpine Landschaften, vorbei an kleinen Ortschaften und Rastplätzen und bietet eine entspannte Möglichkeit, die Region im eigenen Tempo zu entdecken.
Herzstück des Angebots ist der Val di Fassa Bike District – der die unterschiedlichen Formen des Radfahrens unter einem gemeinsamen Konzept bündelt und das gesamte Tal stärker miteinander vernetzt. Mit dem schrittweisen Start der Liftanlagen ab Ende Mai erweitert sich das Terrain deutlich. Gondelbahnen und Sessellifte erleichtern den Zugang zu höher gelegenen Strecken und machen große Teile des Gebiets bequem erreichbar. Gerade für Mountainbiker entstehen dadurch neue Möglichkeiten, verschiedene Routen miteinander zu kombinieren und längere Touren in hochalpiner Umgebung zu unternehmen.
Der Dolomiti SuperSummer Bike Pass erschließt ein weitverzweigtes Netz an Aufstiegsanlagen und Routen, einschließlich der berühmten Sellaronda. Wer es steiler und schneller mag, profitiert von der Gravity Card, die 32 Top-Destinationen in Europa miteinander verbindet. Ambitionierte Mountainbiker können so in hochalpine Regionen vordringen oder sich auf technischen Trails austoben. Mit der neuen 3S-Gondelbahn von Campitello, die seit Dezember 2025 in Betrieb ist, erreichen Biker ab Mitte Juni komfortabel den Col Rodella – Ausgangspunkt für ikonische Trails wie den „Tutti Frutti“. Die moderne Anlage ist mehr als reine Transporttechnik: Sie verkürzt Wartezeiten und ermöglicht mehr Zeit auf dem Trail.
Das Val di Fassa liegt eingebettet im Herzen der Dolomiten – jener legendären Bergwelt, die 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde und Besucher aus aller Welt in ihren Bann zieht. Hier thronen einige der spektakulärsten Bergformationen der Alpen: die mystische Rosengartengruppe mit ihren ikonischen Vajolet-Türmen, der schroffe Latemar mit seinen gezackten Zinnen und die majestätische Marmolata, Königin der Dolomiten, deren Gletscher noch immer in 3343 Metern Höhe glänzt. Die Enrosadira, jenes magische Alpenglühen, taucht die steinernen Riesen jeden Abend aufs Neue in ein Meer aus Rosa, Orange und Purpur. Ein Naturschauspiel, das die alten Ladiner in Mythen und Legenden verewigt haben.
Im Sommer verwandelt sich das Tal in ein Eldorado für Outdoor-Enthusiasten: Über 600 Kilometer markierte Wanderwege durchziehen die Region, von gemütlichen Familienspaziergängen durch duftende Almwiesen bis zu anspruchsvollen Hochgebirgstouren auf den Spuren der Via Ferrata. Familien schätzen die sanfteren Routen entlang kristallklarer Bergbäche, wo Kinder die alpine Flora und Fauna entdecken können. Ein dichter Veranstaltungskalender mit hochkarätigen Sportevents macht das Tal den ganzen Sommer über zum pulsierenden Zentrum alpiner Sportkultur. Und wer es beschaulicher mag, schwebt mit modernen Bergbahnen hinauf zu Panoramaterrassen, wo die Seele bei einem Aperitivo mit Gipfelblick zur Ruhe kommt.
Was das Val di Fassa einzigartig macht, ist seine lebendige ladinische Kultur. Hier wird nicht nur eine der ältesten Sprachen der Alpen gesprochen – das Ladinische wird gelebt, zelebriert und an die nächste Generation weitergegeben. In den malerischen Dörfern wie Moena, dem „Tor zu den Dolomiten", oder dem lebhaften Canazei verschmelzen Tradition und Moderne zu einem harmonischen Ganzen. Historische Bauernhöfe stehen neben zeitgemäßen Hotels, urige Stuben neben stylischen Wine Bars. Die ladinische Gastfreundschaft zeigt sich besonders in der Küche: Hier werden alte Rezepte mit regionalen Produkten zu kulinarischen Gedichten. Canederli – herzhafte Knödel in allen Variationen –, hausgemachte Casunziei (gefüllte Teigtaschen), würziger Puzzone di Moena-Käse und zartes Wild aus den heimischen Wäldern verwöhnen den Gaumen. Dazu kredenzen die Sommeliers exzellente Trentiner Weine. Als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg wurde das Val di Fassa kürzlich mit der GSTC-Zertifizierung ausgezeichnet – einem internationalen Standard für nachhaltigen Tourismus.

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