Bikespot-Entdeckung GenuaDie Trail-Hauptstadt Liguriens

Gitta Beimfohr

 · 02.10.2026

Das Forte Diamante ist eine von mehreren Festungen über Genua, die sich per Panorama-Trail miteinander verbinden lassen.
Foto: TrailXperience
Schon seit Monaten flimmern diese Supertrail-Bilder von Genua durch die Social-Media-Kanäle: Trails mit Meerblick, Festungen, Hafen-Panorama, coole Altstadt. Dazu viele ungläubige Kommentare: Warum ist man daran bloß auf dem Weg nach Finale Ligure immer vorbeigefahren?! Ein Veranstalter bietet nun eine Genua-Trailwoche mit allen Highlights an.

Schockverliebt habe er sich, sagt TrailXperience-Chefguide Mattias Marschner. Genua habe ihn vom ersten Moment an fasziniert mit ihrem ganz eigenen Charme und ihrem unfassbaren Singletrail-Angebot drumherum. Eine Begeisterung, die er mit sämtlichen Bikern auf Instagram teilt, die sich die Trails von Liguriens Hauptstadt ebenfalls bereits vor die Gabel gelegt haben.

Schon die Bilder sagen eigentlich alles: Da winden sich Trails in auffällig runden Schwüngen durch eine weite, einsame Hügellandschaft des Apennins. Darunter stapeln sich Häuserwürfel in den Steilhang bis zum Hafen hinunter und dann glitzert da nur noch das Meer bis in den Horizont. Während Europas Biker vorwiegend Finale Ligures Hinterland im Visier hatten, haben sich Genuas Mountainbiker offensichtlich ein ganz eigenes Trail-Paradies über der Stadt geschaffen.

Genua: Eine der größten Altstädte Europas

Dabei mussten die Genueser kaum neue Trails anlegen, das haben schon die Militärs seit dem Mittelalter erledigt. Als die Stadt hoch oben in den Bergen noch von einer Mauer umgeben war. Teile dieser Mauer stehen noch heute und auch die Forts, die dazu dienten, Genua gegen Feinde aus dem Norden zu verteidigen. Diese uralten Pfade haben sich die Locals vor geraumer Zeit wieder freigeschnitten und zu einem weiträumigen Trailnetz verbunden. Die Kurven wurden dabei etwas runder geshaped, der natürliche, ruppige und teilweise stufige Untergrund durfte aber gern bleiben.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Über Bergaufhilfen müssen sich Genuas Biker auch keine Gedanken machen. Da die ganze Stadt in einem Steilhang klebt, gibt es hier Züge, Aufzüge und eine Standseilbahn, die als öffentliche Verkehrsmittel sowieso aus dem Zentrum der Stadt in die Berge hinaufhieven.

Höhenmeter sammelt man auf den aussichtsreichen Trailrunden dennoch, denn die Trails dort oben schaukeln im weiten Auf uns Ab über die Panorama-Kämme. So weit, dass der Veranstalter TrailXperience während seiner neuen Genua-Trailwoche sogar eine Zweitagesrunde mit Hüttenübernachtung dort oben eingebaut hat. Die Trail-Ausbeute nur von dieser Runde: 23 Kilometer.

Doch auch das Sightseeing wird in der Woche nicht zu kurz kommen, denn Genuas Altstadt gehört zu den größten Europas und wurde bereits von der UNESCO zum Weltkulturerbe geadelt. Christoph Kolumbus wurde hier geboren, das Red Bull Cerro Abajo fand bereits in diesen Gassen statt und das berühmte Pesto Genovese und die Focaccia wurden hier erfunden. Localbiker Enrico wird in dieser Trail-Woche mit von der Partie sein und wahrscheinlich nicht locker lassen, bis er auch das letzte Highlight seiner Stadt präsentiert hat.

Das Tourenprogramm der Trail-Woche Genua

Passenderweise bietet die Stadt acht verschiedene Trailspots - die Tage sind also reich an Programm:

Tour 1: Die Forti von Genua

  • Länge: 35 Kilometer
  • Bergauf: 1100 Höhenmeter

Die Klassiker Tour über der Stadt: Mit der Standseilbahn aus der Stadt in die Berge und oben auf Trails über die Bergkämme zu den Forts Righi, Puin und Diamante – steinerne Zeitzeugen der mächtigen Seerepublik. Dann auf langer Trail-Abfahrt zurück in Genuas Altstadtgassen.

Tour 2: Mele - Masone - Arenzano

  • Länge: 40 Kilometer
  • Bergauf: 1200 Höhenmeter
  • Fahrtechnik: mittel schwer

Shuttle-Tag! Diverse Trail-Abfahrten mit jeweils über 800 Tiefenmetern beidseits der bekannten Turchino-Dorsale Richtung Masone und Mele. Darunter auch die erste “Easy Downhill”-Strecke mit flowigen Trails durch Kastanien- und Buchenwälder. Zum Schluss dann die durchgehende Abfahrt bis Arenzano - ein echter „Dive to the Sea“.

Tour 3: Trensasco - Monte Fasce - Forte Ratti

  • Länge: 40 Kilometer
  • Bergauf: 1200 Höhenmeter
  • Fahrtechnik: mittel schwer

Noch ein Shuttletag mit Adlerperspektive und stetigem Wechsel zwischen Nord- und Südseite des Gebirges. Dazwischen kleine Dörfer mit ehrlicher Küche. Über die Forts und Grate ins lebendige Stadtviertel nahe des Stadions von Marassi.

Tour 4: Pegli & Monte Gazzo

  • Länge: 25 Kilometer
  • ​Bergauf: 800 Höhenmeter
  • Fahrtechnik: mittel bis schwer

Ein paar technische Trails mit Meerblick zwischen Pegli und Monte Gazzo - perfekt für einen intensiven halben Biketag. Der Nachmittag ist für Genuas spannende Altstadt reserviert: mit Porto Antico, Palazzi, Bars.

Tour 5: Torriglia · Monte Lavagnola · Passo del Portello

  • ​Länge: 30 Kilometer
  • ​Bergauf: 1100 Höhenmeter
  • Fahrtechnik: mittel

Das zweitägige Hinterland-Abenteuer steht an: Mit dem Shuttle nach Torriglia und über alte Maultierpfade ins Gebiet des Castello dei Fieschi. Auf einem Traumtrail entlang des Brugneto-Sees in bis die Antola Bike Area mit ihren langen, flowigen Abfahrten im Buchenwald. Danach per Shuttle zur Hüttenunterkunft auf 1460 Metern Höhe.

Tour 6: Vom Monte Antola zurück nach Genua

  • ​Länge: 55 Kilometer
  • ​Bergauf: 1100 Höhenmeter
  • Fahrtechnik: mittel

Spektakuläre Kammtrails entlang der Costa della Gallina. Nach rund 23 Kilometern durchgehenden Singletrails geht’s über Montoggio, auf der Alta Via und über alte Mulattiere wieder zu den Forti und schließlich zum Porto Antico von Genua hinunter.

Infos zur Genua-Trailwoche:

  • Termine: ab Oktober, auch als individuelle Termine für private Gruppen.
  • Preis: ab 4 Personen: 2.275 Euro pro Person, ab 7 Personen 2025 Euro pro Person.
  • Anfragen über: office@trailxperience.com
  • Infos: trailxperience.com

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

Meistgelesen in der Rubrik Touren

Shorts