Mehr SonneHerbsttouren

Gitta Beimfohr

 · 24.10.2014

Mehr Sonne: HerbsttourenFoto: Lars Scharl
Mehr Sonne: Herbsttouren
Der Herbst in Deutschland ist auch schön. Aber duftet die Luft bei uns nach Wein und Trüffel? Hier die Spots mit – statistisch verbürgt – echt sonnigen Aussichten.
LIGURISCHE ALPEN – "Party am Meer"Foto: BIKE MagazinLIGURISCHE ALPEN – "Party am Meer"

Dort, wo die Westalpen noch mal im großen Schwung nach Osten drehen und schließlich im Mittelmeer versinken, befinden sich die Ligurischen Alpen. Im Dreieck zwischen Turin, Ventimiglia und Finale Ligure greifen die Trailspots fast schon wie Kettenglieder ineinander. Wochenlang könnte man hier von Tal zu Tal tingeln und sich langsam gen Süden vorarbeiten. Bis sich schließlich am Horizont das azurblaue Mittelmeer auftut. Daher ist es eine gute Idee, wenn man mit dem Campingmobil anreist. So kann man die Spots bequem der Reihe nach abklappern und am Ende vielleicht sogar noch ein paar Strandtage an der Riviera einlegen, denn hier hat das Meer meist noch bis Ende Oktober Badetemperatur.

Finale Ligure: Alte Militärstraßen, Trail-Paradiese und zum Finale eine große Geburtstagsparty am StrandFoto: Matteo CappèFinale Ligure: Alte Militärstraßen, Trail-Paradiese und zum Finale eine große Geburtstagsparty am Strand

Nur wenige Kilometer jenseits der französischen Grenze findet vom 8. bis 12. Oktober sogar eine der größten Bikepartys Europas statt: Das Roc-d’Azur-Fes­tival feiert dieses Jahr in Fréjus seinen 30. Geburtstag! Zu diesem Saisonabschluss-Event mit Marathon, Downhill- und Kinder-Rennen haben sich bereits Profifahrer, Hersteller und ganze Familien angemeldet. Alpininteressierte Touren-Fahrer werden sich auch die berühmte Ligurische Grenzkammstraße vornehmen. Die Militärstraße kurvt über die Bergkämme entlang der französisch-italienischen Grenzsteine. 60 Kilometer lang kurbelt man hier durch historische Schotterkurven, stets in aussichtsreicher Höhe von 2000 Metern. Den größten Spielplatz finden aber die Trail-Liebhaber: vom Bikepark Sauze d’Oulx über die Bikespots Colle di Nava, Val Prino, Diano Marina und Valle Argentina bis hin nach Finale Ligure.

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Fazit Vom Hochgebirge bis ans Meer: Super-Revier für Free­rider, die auch gern einen Shuttle nutzen.

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Finale Ligure: Das Bike-Resort westlich von Genua hat sich mit den Jahren zu einem wahren Trail-Mekka gemausert. Die Pfade werden gepflegt, es gibt ein Routen-Buch, Bikeguides, gut bestückte Shops und Shuttle-Busse für Freerider. Infos: finaleligure-bikeresort.com

Selbst im Winter schneefrei und fahrbar: die Trails an der Ligurischen Küste. Die europäische Downhill-Elite trainiert hier.Foto: Markus GreberSelbst im Winter schneefrei und fahrbar: die Trails an der Ligurischen Küste. Die europäische Downhill-Elite trainiert hier.


Valle Argentina: Das wohl regenärmste Tal im Hinterland zwischen Imperia und San Remo. Früher waren hier die Hexen zu Hause, heute fegen im Argentina-Tal Downhiller und Freerider über die Trails. Selbst im Winter ein Top-Spot.


Alta via del Monti Liguri: Der Ligurische Höhenweg ist ein Höhenwanderweg, der sich 400 Kilometer über das Küstengebirge dahinzieht: von Ventimiglia nach La Spezia. Der Pfad ist teils sehr anspruchsvoll, Schlüsselstellen können aber umfahren werden. Infos: altaviadeimontiliguri.it


TrailXperience: Die Guides von TrailXperience sind absolute Experten in den Ligurischen Alpen. Infos: trailxperience.com

TOSKANA – Über Zypressen-HügelFoto: BIKE MagazinTOSKANA – Über Zypressen-Hügel

Eine schöne Unterkunft, leckeres Essen, sanfte Hügel und Zypressen – und jeden Tag ein neuer Flowtrail. Umbrien und die Toskana sind jetzt am ursprünglichsten! Es gibt zwei Unterkünfte im italienischen Stiefel, die muss man einfach mal besucht haben: die Bike-Station von Ernest Hutmacher in Massa Vecchia und die Villa Rey in Umbrien. Beide Häuser werden von erfahrenen Bike-Profis geführt, eine entsprechende Rundumverpflegung samt großem Touren-Angebot sind daher garantiert (siehe rechts). Wer das Abenteuer sucht, der schippert mit der Fähre nach Elba hinüber und wagt sich an die Inselüberquerung auf uralten Maultierpfaden. Auf der Rückfahrt könnten Trail-Freunde noch in der Bandite Trail Area in Punta Ala vorbeischauen. Dort findet jedes Jahr der Auftakt zur großen Enduro Series statt.


Fazit Top-Herbstziel für Freunde des guten Essens und der gepflegten Trails.

Ausgeschildert: die Trails um den Trasimeno-SeeFoto: Franz FaltermaierAusgeschildert: die Trails um den Trasimeno-See


Massa Vecchia: Die Bike-Station wird gern von Profifahrern als Trainingsrevier genutzt und liegt nur 18 Kilometer vom Meer entfernt. Pool und großer Pumptrack vor der Tür. Infos: massavecchia.it

Villa Rey in Umbrien: Bikespot mit Pool und ausgesprochen guter KücheFoto: Carmen ReyVilla Rey in Umbrien: Bikespot mit Pool und ausgesprochen guter Küche


Villa Rey: Silvia, die Schwester von Trial-Legende Hans Rey hat am Trasimeno-See eine wahre Bike-Oase geschaffen. Tolles Essen und Kinderbetreuung. Infos: hotelvillarey.com

SÜDTIROLFoto: BIKE MagazinSÜDTIROL

Ein Ausflug nach Südtirol lohnt sich auch kurzfristig übers Wochenende, wenn das Wetter schön vorausgesagt ist. Gründe gibt es unendlich viele: Im Vinschgau, wickeln sich zwischen Reschenpass und Meran auf beiden Talseiten ikonische Trails bergab. Trail-Einsteiger werden die weichen Flow-Kurven des Holy Hansen lieben, Big-Mountain-Abenteurer machen sich auf den Weg übers Madritschjoch (3123 m). Das große Plus dieser Destination: Mit 300 Sonnentagen im Jahr gehört der Vinschgau zu den drei trockensten Tälern des Alpenkamms!

Der gesamte Vinschgau in zwei Tagen: nur auf Trails!Foto: Wolfgang WatzkeDer gesamte Vinschgau in zwei Tagen: nur auf Trails!


Vinschgau-Sonnencross: Das Seitental von Meran ist längst bekannt für seine vielen, langen Supertrails – und jedes Jahr legen die bikenden Hoteliers wieder einen frei. Bester Überblick: trails.de

Latemar-Runde mit Lift: Neu: drei Lifte für 15 Euro. Damit ist die Runde um den Dolomiten-Stock an einem Tag fahrbar! Infos: bikehotels.it

MITTELMEER – Kreta, Sardinien, Sizilien: Drei Inseln bieten die besten Touren-Reviere im Mitelmeer. Doch welche ist im Herbst die sonnigste?Foto: BIKE MagazinMITTELMEER – Kreta, Sardinien, Sizilien: Drei Inseln bieten die besten Touren-Reviere im Mitelmeer. Doch welche ist im Herbst die sonnigste?

Auf Sizilien braucht man im Oktober an sieben Tagen die Regenjacke. Auf Sardinien und Kreta einen Tag weniger. Dafür ist es auf Sizilien aber generell zwei Grad wärmer. Zumindest, wenn man die Klimatabellen der drei großen Mittelmeerinseln miteinander vergleicht. Das Wetter hilft also eher nicht bei der Entscheidung, auf welche Insel der verdiente Herbsturlaub nun gehen soll.

Trail mit Blick ins tiefe Blau: Gibt's nur auf der Insel (Foto: Sizilien)Foto: Marco TonioloTrail mit Blick ins tiefe Blau: Gibt's nur auf der Insel (Foto: Sizilien)

Deutliche Differenzen zeigen sich dagegen bei den Flugpreisen. Im Oktober kostet der Flug von München nach Sardinien mit Air Berlin 190 Euro. Klar, die Insel liegt Deutschland am nächs­ten. Für Sizilien muss man dagegen schon knapp 300 Euro berappen und für Kreta noch einmal 100 Euro mehr. Wobei jeweils der Bike-Transport noch dazukommt. Warum also den längeren und doppelt so teuren Flug nach Kreta in Kauf nehmen? Zum Beispiel, weil das griechische Eiland das Touren-tauglichste Bike-Revier hat: Vier Gebirge reihen sich hier von Ost nach West aneinander. Trails gibt es auf Kreta zwar kaum, aber eine Inselüberquerung auf Schotterstraßen ist möglich. Nur braucht man dafür entweder einen Guide oder einen wirklich gut aufgezeichneten GPS-Track, denn die topografischen Karten sind sehr ungenau, eine Beschilderung der Wege praktisch nicht vorhanden. Auch Sardinien kann mehrere spannende Gebirgsgruppen vorweisen. Allerdings versanden hier viele Wege in der Macchia. Aber es gibt ganz brauchbare Touren-Bücher für Sardinien und natürlich auch Bike-Stationen, die einem gern weiterhelfen.


Fazit Schotterstraßen auf Kreta, anspruchsvolle und versteckte Trails auf Sardinien. Ein Mix daraus am Ätna!

Ein ganz neues Fahrgefühl: Die Aschetrails auf dem  Ätna – Europas einzigem aktiven Vulkan.Foto: Marco TonioloEin ganz neues Fahrgefühl: Die Aschetrails auf dem Ätna – Europas einzigem aktiven Vulkan.


Kreta: Seit 1995 lebt das Schweizer Ehepaar Barbara und Martin Gernet auf der griechischen Insel und bietet geführte Bike-Touren an. Sie kennen daher Trails, die man mit einer Landkarte nie finden würde. Infos: www.martinbike.com, www.olympicbike.com, www.sunbiketeam.com


Sardinien: Auf Sardinien vertraut man sich am besten den Guides von Gallura Bike Point an. Da viele Supertrails in einer einsamen Bucht enden, schicken die Jungs schon mal ein Taxiboot. Infos: www.gallurabikepoint.com


Sizilien: Vom Meer zum Ätna: Bike Alpin bietet im Herbst geführte Inselüberquerungen an. Infos: www.bikealpin.de

Sardinien: kristallklares Meer und Trails in die Bucht.Foto: Marco TonioloSardinien: kristallklares Meer und Trails in die Bucht.
Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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