Italien

Lago Nuovo: 5 traumhafte E-MTB-Flow-Trails

Uli Stanciu

 · 14.11.2019

Lago Nuovo: 5 traumhafte E-MTB-Flow-TrailsFoto: Uli Stanciu
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Gardasee ist E-MTB-Country – lange, steile Anstiege, keine Seilbahnen. Und wer sich vom Mainstream rund um Riva und Torbole wegbewegt, findet ganz neue Flow-Trails. Geheimtipps von Uli Stanciu.

Letzten Herbst treffe ich am Lago einen Freund aus Bayern, der hier fünf bis acht Mal im Jahr herkommt, früher zum Biken, jetzt zum E-Biken. "Welche Tour fährst Du?", frage ich. "Ach, ich werd’ wohl mal wieder zum Tremalzo rauf." Rund 35 Mal habe er den Klassiker schon bezwungen, erfahre ich. Ich seufze. Wie neu, wie spannend, wie faszinierend wäre das E-MTB-Erlebnis am Gardasee, wenn die Augen für etwas Neues offen wären. Ich habe mich in den letzten fünf Jahren monatelang mit dem E-MTB am Gardasee herumgetrieben, habe alte Militärkarten und Luftbilder studiert, Bauern, Jäger und Experten befragt. Die ergiebigste Quelle waren jedoch die Trial-Motorradler – die kennen wirklich jeden Weg. Diese umfassende Recherche war die Basis für mein Buchprojekt, das eine neue, faszinierende Seite des Lago zeigen soll.

Wichtigste Erkenntnis: Man muss sich nur mal ein bisschen von den Klassikern um Riva, Torbole und Arco wegbewegen. Da findet man völlig neue, unbekannte Super-Touren – nicht diese typischen Geröllrinnen mit Presslufthammer-Feeling, sondern unvergleichlichen Flow kombiniert mit spektakulären Panoramen. Und das alles kann man mit der gewohnten Lago-Atmosphäre direkt am See verbinden. Am Ponale-Weg rauf Richtung Ledrosee haben sie ein Zählwerk aufgestellt. 350 000 Biker im letzten Jahr – eine Großstadt auf Rädern. Wenn Sie diesem Getümmel entgehen möchten, fahren Sie eine der Touren, die wir hier vorstellen. Ja, man muss eine zweite Batterie mitnehmen oder alternativ 15 bis 30 Minuten mit dem Auto zum Startort fahren. Aber der Aufwand lohnt sich.

Die GPS-Daten der Touren finden Sie hier:

Strada dei Castioni: Mir tut es immer richtig leid, wenn ich Biker sehe, die auf dem schmalen, panoramareichen Asphaltsträßchen von Torbole Richtung Monte Altissimo raufradeln und dann am Ende auf gleichem Weg wieder zurückrollen, weil alle Trails auf dieser Seite einfach zu schwer sind. Klar, die schwarzen Pisten wie Val del Diaol, Sentiero 601 oder Coast-Trail sind nicht jedermanns Sache. Dennoch muss man nicht verzweifeln, denn es gibt auch einige Abfahrten mit moderateren Trails oder überwiegend Schotter- und Waldwegen. Zum Beispiel über die Strada dei Castioni.Foto: Uli Stanciu
Strada dei Castioni: Mir tut es immer richtig leid, wenn ich Biker sehe, die auf dem schmalen, panoramareichen Asphaltsträßchen von Torbole Richtung Monte Altissimo raufradeln und dann am Ende auf gleichem Weg wieder zurückrollen, weil alle Trails auf dieser Seite einfach zu schwer sind. Klar, die schwarzen Pisten wie Val del Diaol, Sentiero 601 oder Coast-Trail sind nicht jedermanns Sache. Dennoch muss man nicht verzweifeln, denn es gibt auch einige Abfahrten mit moderateren Trails oder überwiegend Schotter- und Waldwegen. Zum Beispiel über die Strada dei Castioni.
Monte Caplone: Anders als beim benachbarten Tremalzo wurde die Militärstraße über den Monte Caplone fast nie genutzt - vermutlich, weil der nicht fertiggestellte Tunnel zu einer kurzen, steilen Schiebepassage zwingt. Das macht sie heute zu einem sagenhaften Trail.Foto: Uli Stanciu
Monte Caplone: Anders als beim benachbarten Tremalzo wurde die Militärstraße über den Monte Caplone fast nie genutzt - vermutlich, weil der nicht fertiggestellte Tunnel zu einer kurzen, steilen Schiebepassage zwingt. Das macht sie heute zu einem sagenhaften Trail.
Trincerone: Der Monte Zugna, dieser mächtige Gebirgszug östlich von Rovereto, ist so voll von Attraktionen, dass eine Tour gar nicht ausreicht, um alle zu erfassen: die riesigen Steinplatten, die bei einem Erdrutsch vor über 5000 Jahren freigelegt wurden und stellenweise ein Bike-Gefühl wie am Slickrock von Utah erzeugen, die Dinosaurierspuren, die man erst vor etwa 35 Jahren hier entdeckt hat, und schließlich die Stellungen des Ersten Weltkriegs, die im wahrsten Sinne zu erfahren sind.Foto: Uli Stanciu
Trincerone: Der Monte Zugna, dieser mächtige Gebirgszug östlich von Rovereto, ist so voll von Attraktionen, dass eine Tour gar nicht ausreicht, um alle zu erfassen: die riesigen Steinplatten, die bei einem Erdrutsch vor über 5000 Jahren freigelegt wurden und stellenweise ein Bike-Gefühl wie am Slickrock von Utah erzeugen, die Dinosaurierspuren, die man erst vor etwa 35 Jahren hier entdeckt hat, und schließlich die Stellungen des Ersten Weltkriegs, die im wahrsten Sinne zu erfahren sind.
Funamboli: Giro dei Funamboli - Seiltänzer-Trail, das ist wirklich ein passender Name für diese Tour am Kamm zwischen Ledrotal und Valle del Chiese.Foto: Uli Stanciu
Funamboli: Giro dei Funamboli - Seiltänzer-Trail, das ist wirklich ein passender Name für diese Tour am Kamm zwischen Ledrotal und Valle del Chiese.
Ultra-Marocche: Diese Tour übertrifft alle Trail-Erwartungen, die man bisher an den Gardasee hatte: Die Marocche, eine Landschaft mit abertausenden Felsbrocken im Sarcatal nördlich von Arco, die nach der letzten Eiszeit in einem riesigen Felssturz von den schroffen Wänden des Monte Casale gefallen sind und den Lago di Cavedine aufgestaut haben, bieten heute die spannende Kulisse für viele attraktive E-MTB-Touren.Foto: Uli Stanciu
Ultra-Marocche: Diese Tour übertrifft alle Trail-Erwartungen, die man bisher an den Gardasee hatte: Die Marocche, eine Landschaft mit abertausenden Felsbrocken im Sarcatal nördlich von Arco, die nach der letzten Eiszeit in einem riesigen Felssturz von den schroffen Wänden des Monte Casale gefallen sind und den Lago di Cavedine aufgestaut haben, bieten heute die spannende Kulisse für viele attraktive E-MTB-Touren.
Strada dei Castioni: Mir tut es immer richtig leid, wenn ich Biker sehe, die auf dem schmalen, panoramareichen Asphaltsträßchen von Torbole Richtung Monte Altissimo raufradeln und dann am Ende auf gleichem Weg wieder zurückrollen, weil alle Trails auf dieser Seite einfach zu schwer sind. Klar, die schwarzen Pisten wie Val del Diaol, Sentiero 601 oder Coast-Trail sind nicht jedermanns Sache. Dennoch muss man nicht verzweifeln, denn es gibt auch einige Abfahrten mit moderateren Trails oder überwiegend Schotter- und Waldwegen. Zum Beispiel über die Strada dei Castioni.Foto: Uli Stanciu
Strada dei Castioni: Mir tut es immer richtig leid, wenn ich Biker sehe, die auf dem schmalen, panoramareichen Asphaltsträßchen von Torbole Richtung Monte Altissimo raufradeln und dann am Ende auf gleichem Weg wieder zurückrollen, weil alle Trails auf dieser Seite einfach zu schwer sind. Klar, die schwarzen Pisten wie Val del Diaol, Sentiero 601 oder Coast-Trail sind nicht jedermanns Sache. Dennoch muss man nicht verzweifeln, denn es gibt auch einige Abfahrten mit moderateren Trails oder überwiegend Schotter- und Waldwegen. Zum Beispiel über die Strada dei Castioni.
Monte Caplone: Anders als beim benachbarten Tremalzo wurde die Militärstraße über den Monte Caplone fast nie genutzt - vermutlich, weil der nicht fertiggestellte Tunnel zu einer kurzen, steilen Schiebepassage zwingt. Das macht sie heute zu einem sagenhaften Trail.Foto: Uli Stanciu
Monte Caplone: Anders als beim benachbarten Tremalzo wurde die Militärstraße über den Monte Caplone fast nie genutzt - vermutlich, weil der nicht fertiggestellte Tunnel zu einer kurzen, steilen Schiebepassage zwingt. Das macht sie heute zu einem sagenhaften Trail.
Monte Caplone: Anders als beim benachbarten Tremalzo wurde die Militärstraße über den Monte Caplone fast nie genutzt - vermutlich, weil der nicht fertiggestellte Tunnel zu einer kurzen, steilen Schiebepassage zwingt. Das macht sie heute zu einem sagenhaften Trail.
Trincerone: Der Monte Zugna, dieser mächtige Gebirgszug östlich von Rovereto, ist so voll von Attraktionen, dass eine Tour gar nicht ausreicht, um alle zu erfassen: die riesigen Steinplatten, die bei einem Erdrutsch vor über 5000 Jahren freigelegt wurden und stellenweise ein Bike-Gefühl wie am Slickrock von Utah erzeugen, die Dinosaurierspuren, die man erst vor etwa 35 Jahren hier entdeckt hat, und schließlich die Stellungen des Ersten Weltkriegs, die im wahrsten Sinne zu erfahren sind.
Funamboli: Giro dei Funamboli - Seiltänzer-Trail, das ist wirklich ein passender Name für diese Tour am Kamm zwischen Ledrotal und Valle del Chiese.
Ultra-Marocche: Diese Tour übertrifft alle Trail-Erwartungen, die man bisher an den Gardasee hatte: Die Marocche, eine Landschaft mit abertausenden Felsbrocken im Sarcatal nördlich von Arco, die nach der letzten Eiszeit in einem riesigen Felssturz von den schroffen Wänden des Monte Casale gefallen sind und den Lago di Cavedine aufgestaut haben, bieten heute die spannende Kulisse für viele attraktive E-MTB-Touren.
Strada dei Castioni: Mir tut es immer richtig leid, wenn ich Biker sehe, die auf dem schmalen, panoramareichen Asphaltsträßchen von Torbole Richtung Monte Altissimo raufradeln und dann am Ende auf gleichem Weg wieder zurückrollen, weil alle Trails auf dieser Seite einfach zu schwer sind. Klar, die schwarzen Pisten wie Val del Diaol, Sentiero 601 oder Coast-Trail sind nicht jedermanns Sache. Dennoch muss man nicht verzweifeln, denn es gibt auch einige Abfahrten mit moderateren Trails oder überwiegend Schotter- und Waldwegen. Zum Beispiel über die Strada dei Castioni.

Infos neue Trails am Gardasee


Ausgangspunkte der Touren
Für die vorgestellten Touren muss man sich ein wenig von den Zentren in Riva und Torbole (zentrale Lage für alle Touren) wegbewegen, sei es mit dem eigenen Auto, mit dem Shuttle oder mit einer zweiten Batterie, auch wenn das dann manchmal einige Extrameter bedeutet. Ausgangspunkt für die Touren Funamboli und Monte Caplone ist Tiarno di Sotto im Ledrotal. Fahrzeit von Riva ca. 30 Minuten. Den Ultra-Marocche kann man wahlweise in Torbole oder in Drena starten (siehe Bike-GPS Touren-Planer). Parkplatz unterhalb des Castel Drena. Für den Start in Torbole braucht man zwei Batterien. Für Trincerone kann man auch wahlweise in Torbole oder in Marco südlich von Rovereto starten. Mit dem Auto nach Marco ca. 30 Minuten. Für beide Startorte sind zwei Batterien ratsam, für Torbole zwingend. Die Strada dei Castioni startet in Torbole, mit einer 500-Wh-Batterie gerade machbar.


Beste Reisezeit
Üblicherweise sagt man, dass man am Lago zwischen März und Oktober biken kann. Richtig. In trockenen Wintern wie 2018/19 ist ganzjähriges Biken kein Problem.

  Die E-MTB Trails am Gardasee in der ÜbersichtFoto: Infochart
Die E-MTB Trails am Gardasee in der Übersicht


Akku-Management
Außer Monte Caplone oder Ultra-Marocche und Trincerone von Torbole aus sind alle Touren für leichtere Biker (unter 75 Kilo) mit einem 500- bis 650-Wh-Akku machbar. Allerdings nur, wenn man sehr sparsam unterwegs ist. Ein Ersatz Akku im Rucksack macht die Tour viel unbeschwerter.


Fahrtechnik / Trails
Alle Touren wurden bewusst so ausgesucht, dass sie für einigermaßen versierte Touren-Biker durchweg fahrbar sind. Im Vergleich zu den klassischen Gardasee-Trails sind sie fahrtechnisch eher leicht, Trail-Erfahrung braucht es dennoch. Nur Funamboli und Trincerone haben schwierigere Stellen.


Infrastruktur
Happy Bike Riva (Bosch-Service-Station, E-MTB-Verleih): www.happy-bike.it
Shuttle zu den Ausgangspunkten: www.bikeshuttletorbole.com


Mehr neue Touren am Gardasee
Alle 162 neuen Gardasee-Touren finden Sie jetzt schon im Touren-Planer von www.bike-gps.com unter Touren / Vorgeplante Touren / Gardasee. Im Frühjahr 2020 erscheint das neue Buch "Bike Traumtouren Gardasee" mit allen Touren und vielen Varianten im Delius Klasing Verlag.


BIKE Festival Riva del Garda
Die neuesten E-MTBs und Antriebe testen, mit Experten und Gleichgesinnten fachsimpeln und ganz nebenbei die neuen Traum-Touren rund um den Lago ausprobieren? Vom 3. bis 5. Mai 2019 findet in Riva das BIKE-Festival statt. Eine große Expo-Area mit den Neuheiten von rund 300 Ausstellern, Workshops und geführte Touren, Bosch eMTB Challenge: Den traditionellen Saisoneinstieg sollten begeisterte E-Mountainbiker auf keinen Fall verpassen.

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