Italien

Italien: Revier-Guide Idrosee, Lombardei

Ralf Glaser

 · 23.09.2014

Italien: Revier-Guide Idrosee, LombardeiFoto: Ralf Glaser

Nur 20 Kilometer hinterm Tremalzo-Pass schlummert der kleine Bruder des Gardasees: der Lago d’Idro. Seine Berg-Trails sind sanfter und extrem kurvenreich. Nur, wo sind eigentlich die Biker?

Sie sind weg. Weg! Eben, im Ledrotal, wimmelte es noch von Mountainbikern. So, als würde dort eine Art Kirmesrennen stattfinden. Doch kaum haben wir den Tremalzo-Abzweig hinterm Lago dell’Ampola passiert, gibt es keine Biker mehr. Die Straße gehört wieder den Autos und Motorradfahrern allein. Nur ein paar Lycra-Träger mit glattrasierten Beinen kurbeln auf der schattigen Staatsstraße durch die Palvico-Schlucht Giro d’Italia. Da beginnt man dann doch ein wenig an seiner eigenen Touren-Planung zu zweifeln. Klar, der Gardasee hat natürlich den Klassiker-Bonus, doch dass der Mountainbike-Tourismus nur zwanzig Straßenkilometer westlich wie mit der Schere abgeschnitten scheint, erstaunt dann doch.

Gut zu fahren, wenn man das Hinterrad umsetzen kann: die grandiosen 136 Kehren.Foto: Ralf Glaser
Gut zu fahren, wenn man das Hinterrad umsetzen kann: die grandiosen 136 Kehren.
Lago d'Idro - 136 Kehren und wenig Biker-VerkehrFoto: Ralf Glaser
Lago d'Idro - 136 Kehren und wenig Biker-Verkehr
Für den Ersten Weltkrieg angelegt, aber dann kaum gebraucht: die Wege überm See.Foto: Ralf Glaser
Für den Ersten Weltkrieg angelegt, aber dann kaum gebraucht: die Wege überm See.
Abenteuerland: Wo es keinen Moser-Guide gibt, bleibt noch viel zu entdecken.Foto: Ralf Glaser
Abenteuerland: Wo es keinen Moser-Guide gibt, bleibt noch viel zu entdecken.
Oben doch noch eine Tragepassage: der Weg zur Bocca Cocca. Foto: Ralf Glaser
Oben doch noch eine Tragepassage: der Weg zur Bocca Cocca. 
Grüne Bergflanken mit unverstellter Aussicht und unverblockten Trails.Foto: Ralf Glaser
Grüne Bergflanken mit unverstellter Aussicht und unverblockten Trails.
Mit den Gipfeln auf Augenhöhe: unterwegs auf der Fort-Ruine am Cima Ora.Foto: Ralf Glaser
Mit den Gipfeln auf Augenhöhe: unterwegs auf der Fort-Ruine am Cima Ora.
Aussichtspunkt auf dem Weg zum Monte Stino. Gleich geht es die Spitzkehren hinunter.Foto: Ralf Glaser
Aussichtspunkt auf dem Weg zum Monte Stino. Gleich geht es die Spitzkehren hinunter.
Völlig ohne Trubel, Lärm und Stau: das idyllische Nordufer des Idrosees.Foto: Ralf Glaser
Völlig ohne Trubel, Lärm und Stau: das idyllische Nordufer des Idrosees.
Gut zu fahren, wenn man das Hinterrad umsetzen kann: die grandiosen 136 Kehren.Foto: Ralf Glaser
Gut zu fahren, wenn man das Hinterrad umsetzen kann: die grandiosen 136 Kehren.
Lago d'Idro - 136 Kehren und wenig Biker-VerkehrFoto: Ralf Glaser
Lago d'Idro - 136 Kehren und wenig Biker-Verkehr
Lago d'Idro - 136 Kehren und wenig Biker-Verkehr
Für den Ersten Weltkrieg angelegt, aber dann kaum gebraucht: die Wege überm See.
Abenteuerland: Wo es keinen Moser-Guide gibt, bleibt noch viel zu entdecken.
Oben doch noch eine Tragepassage: der Weg zur Bocca Cocca. 
Grüne Bergflanken mit unverstellter Aussicht und unverblockten Trails.
Mit den Gipfeln auf Augenhöhe: unterwegs auf der Fort-Ruine am Cima Ora.
Aussichtspunkt auf dem Weg zum Monte Stino. Gleich geht es die Spitzkehren hinunter.
Völlig ohne Trubel, Lärm und Stau: das idyllische Nordufer des Idrosees.
Gut zu fahren, wenn man das Hinterrad umsetzen kann: die grandiosen 136 Kehren.

Einer der Seven Summits für Mountainbiker in den Alpen

An den Touren rund um den Idrosee und durch die nördlich davon gelegene Tälerlandschaft, den Judikarien, kann es ja wohl nicht liegen. Immerhin wurde am Monte Stino schon vor Jahren der "136-Kehren-Trail" entdeckt. Touren Autor Carsten Schymik hat den Stino-Gipfel in seinem neuesten Buch sogar zu den "7 Bike Summits der Alpen" gekürt. Ob der Berg mit seinen 1467 Metern wirklich zu den "höchsten bike-baren Bergen der Alpen" zählt, darüber lässt sich eventuell streiten. Doch, wenn ein Schymik solch ein Prädikat raushaut, wird ja wohl etwas dran sein? Trotzdem können wir auch auf dem Campingplatz am Nordufer des Idrosees kein einziges Bike entdecken. Der Spätsommerhimmel über unseren Köpfen ist blitzblank geföhnt,nur über das Südufer weht langsam der Dunst über die letzten Ausläufer der Alpen herüber. Zur Rechten und zur Linken spiegeln sich Monte Stino und Monte Breda in der glasklaren Oberfläche des Sees. Nicht die kleinste Welle kräuselt über das Wasser. Ich dreh mich zur Sicherheit noch mal um: Wirklich kein einziger Mountainbiker in dieser grandiosen Kulisse? Nun gut, uns soll es recht sein. Dann genießen wir die Trails hier eben alleine.

Die GPS-Daten zu den BIKE-Touren am Idrosee:


Die GPS-Daten
der ersten zwei Touren
finden Sie unten als kostenlosen Download. Zu den GPS-Daten der Touren 3 bis 5 verlinken wir Sie auf Webseite des Autors.


• Tour 1: 136-Tornanti-Trail / 28,7 km / 1590 hm / 4:15 h
• Tour 2: Forte Cima Ora / 28,4 km / 1160 hm / 3:45 h
• Tour 3:
Monte Brealone / 40,5 km / 1690 hm / 5:30 Stunden
• Tour 4:
Nozzolo Piccolo / 38,1 km / 1790 hm / 5:30 Stunden
• Tour 5:
Dosso dei Morti / 25,7 km / 1300 hm / 3:45 Stunden


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