ItalienItalien: Cinque Terre

Holger Meyer

 · 05.08.2003

Italien: Cinque TerreFoto: Stefan Hunziker

Cinque Terre – Biken an der ligurischen Steilküste? Auf die richtige Übersetzung kommt es an. Eine Art Italienisch-Kurs mit Holger Meyer.

Cinque Terre: Singletrails mit Meerblick. Der Reiseführer hatte uns zu Hause in München schnell zu einem Kurztrip überredet. Allerdings seien alle Unterkünfte im November geschlossen, erklärte die Dame vom Fremdenverkehrsamt am Telefon. Alle bis auf eine Pension in Monterosso: Renzo. Er würde sein Haus für uns nochmal aufsperren. Wir zählen die Kurven. Tatsächlich: Nach der dritten Kehre nachts um drei Uhr taucht im Scheinwerferlicht eine Gestalt im Bademantel auf.

In den Cinque Terre ist die Bahn das Hauptverkehrsmittel. Monterosso ist eines von fünf Dörfern, die wie Adlerhorste an der schroffen Felsküste Liguriens kleben. Die Küste ist so steil, dass die Bauern ihre Felder in Terrassen übereinander stapeln mussten. Auch die Dörfer haben kaum Platz: Verschachtelte Häuser lassen nur enge Gassen frei, so dass man mit dem Bikelenker oft aufpassen muss, um nicht anzuecken. Von Dorf zu Dorf kommt man mit dem Auto nur über kurvenreiche kleine Stichstraßen, die von der Hauptstraße oben am Berg abzweigen. Oder eben ganz direkt mit der Bahn oder dem Bike. An der wilden ligurischen Küste zwischen Genua und La Spezia gibt es einen Haufen gut fahrbarer Sentieri. Der berühmteste davon: die Via dell’Amore. 1930 als Verbindungsweg zwischen Manarola und Riomaggiore in den Fels geschlagen, wandern heute viele verliebte Paare diesen Pfad direkt am Meer entlang. Wer müde ist, nimmt den Zug zurück. So ähnlich haben wir das auch vor: von Monterosso nach Riomaggiore. Nur wölf Kilometer, dafür aber jede Menge Stufen und ein paar knackige Anstiege.

Downloads:

Meistgelesene Artikel