Bikespot-Tipp zu OsternTrail Area Rincine in der Toskana

Gitta Beimfohr

 · 13.03.2026

Rincine eingebettet in den Apennin-Wald, gerade mal eine knappe Autostunde von Florenz entfernt.
Foto: Freeride Firenze
Punta Ala, Massa Vecchia, Elba - alles echte Traumspots, aber: Die Trails dort sind rappelvoll. Fragt man einen Profi wie Cedric Garcia nach seinem liebsten Bikespot in der Toskana, dann steht auf seiner Liste ganz oben ein kleiner Ort ganz in der Nähe von Florenz...

Knapp eine Stunde ist man mit dem Auto von Florenz Richtung Nordosten unterwegs. Man hat die berühmten Renaissance-Paläste kaum hinter sich gelassen, da werfen sich bereits die ersten Ausläufer des Apennin-Gebirges auf. Und dort, etwa auf halber Höhe, nistet in den überraschend dicht bewachsenen Waldhügeln der kleine Ort Rincine. Oder wie die Localbiker sagen: “Absolutes Niemandsland”.

Das klingt nicht so, als ob sie beim Anlegen ihres ersten Enduro-Trails irgendjemanden um Erlaubnis gefragt haben. Fakt ist aber: Sie haben aus dem bergigen Hinterland des Ortes einen Enduro-Traumspot gemacht, der mittlerweile über 30 Trails zählt.



Anfangs beschränkten sich die Trails noch auf die knapp über 1000 Meter hohen Berge um Rincine, inzwischen aber ziehen sich erste Schleifen schon bis zum alpinen, 1657 Meter hohen Monte Falco hinauf. Es wurde Gebüsch zurückgeschnitten, Schilder angebracht und für die Wochenenden ein Shuttle-Auto organisiert. Das klingt nicht mehr nach heimlicher Aktion.

Tatsächlich hat sich die Trail Area in Rincine mittlerweile als feste Größe in der Region etabliert und wächst jedes Jahr um einige offiziell genehmigte Trail-Kilometer. Auch ein Enduro-Profi wie Cedric Gracia schätzt die Riesenauswahl an Trails, die zwar gepflegt, aber nicht ihrer Natürlichkeit beraubt werden. Selbst ein “leichter”, blau markierter Trail kann hier mit einem kleinen Drop über eine Felskante überraschen, wenn es das Gelände eben so vorgibt.

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Rincine - ein echtes Enduro-Revier

Ein E-MTB ist in Rincine eine gute Idee, denn die Auffahrt zu den Trail-Einstiegen zieht sich über 5,5 Kilometer hin.Foto: Max SchumannEin E-MTB ist in Rincine eine gute Idee, denn die Auffahrt zu den Trail-Einstiegen zieht sich über 5,5 Kilometer hin.

Generell darf man hier noch mit allem rechnen, was ein dichter, wilder Wald eben so bereit hält an Schlüsselstellen: Verwinkelte Kehren, Wurzelteppiche, Geröll und größere Slabs, die mit Staubbelag auch mal rutschig sein können. Hin und wieder wurschtelt sich der sandige Pfad auch zwischen zwei Felsbrocken in der Größe von Cinque Centos hindurch, da sollte man auch nicht mit dem Pedal einfädeln.

Womit man in der Trail Area Rincine aber kaum bis gar nicht rechnen muss: Bremsrippen in Anlieger-Kehren und aufgeweichte Schlammpassagen. Selbst nach starken Gewittergüssen trocknet der sandige, steinige Waldboden schnell ab und gebaute Anlieger gibt es hier keine.

Der Shuttle (von Freeride Firenze) hilft hier, wie gesagt, nur an den Wochenenden. Unter der Woche hat man die Enduro-Trails zwar meist für sich allein, muss aber die 5,5 Kilometer lange und 500 Höhenmeter bergauf kletternde Schotterweg-Auffahrt zu den Trail-Einstiegen selbst abspulen. Wer mit dem E-MTB anreist, kann die Aufstiegsprozedur auf direkt angelegten, aber steilen Uphill-Trails verkürzen.

Die Trails über 1000 Metern Höhe zeigen auch mal was von der weniger bekannten, alpinen Toskana.Foto: Max SchumannDie Trails über 1000 Metern Höhe zeigen auch mal was von der weniger bekannten, alpinen Toskana.

Bikepark-ähnliche Trails mit Holzelementen und Anliegern gibt es übrigens in Fiesole, direkt am Stadtrand von Florenz. Hier halten die Jungs und Mädels von “Freeride Firenze” ein paar schöne Lines in Schuss, mit 200 Tiefenmetern und einem via App buchbaren Shuttleservice. So kann man morgens durch die historischen Straßen der Stadt flanieren und am Nachmittag noch Kulturprogramm auf den Trails dranhängen. Rechtzeitig zum Aperol Sprizz ist man dann wieder zurück in der Unterkunft.

Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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