Fernsicht am Abgrund: Der Col du Joly ist der schönste Übergang der gesamten Tour. Fernsicht am Abgrund: Der Col du Joly ist der schönste Übergang der gesamten Tour.

Mont Blanc-Umrundung mit dem Mountainbike

Frankreich: Mont Blanc MTB-Umrundung

Walter Wyss am 20.12.2009

Eine unvergessliche Traumtour am „Weißen Riesen“! – Die Umrundung des Mont Blac ist härter als Granit. Doch einmal im Leben will man den weißen Riesen und höchsten Alpengipfel einfach bezwungen haben.

Ja klar, Mont Blanc, muss man unbedingt mal machen. Ehrensache. Irgendwann mal, vielleicht nächstes Jahr? Natürlich nicht zum Gipfel rauf, das ist für Mountainbiker nicht drin. Aber auf einer Umrundung den gewaltigen Eismassen so nah wie möglich kommen – das geht. Davon habe ich vor Ewigkeiten gelesen und seither geträumt. So wie ein Bergsteiger vom Mount Everest träumt. Nur kam immer irgendetwas dazwischen und wenn es nur die eigene körperliche Unfitness war. Aber jetzt, 15 Jahre nachdem wir das erste Mal davon gesprochen haben, stehen wir im Schweizer Ort Martigny. Heute haben wir keine Ausreden mehr, sondern einen Plan: Wir wollen Europas höchsten Gipfel in drei Tagen umkreisen. Drei Tage, die ausgesprochen lang werden sollen.

Die unbekümmerte Stimmung des Ferienmonats Juli liegt über dem Ort im Rhônetal, als wir früh morgens ins Val Ferret einfädeln. Erwartungsfroh, denn mit jeder erklommenen Serpentinenkurve steigt die Vorfreude auf den ersten Blick auf den vergletscherten Riesen! Bei Höhenmeter 2500 ist es mit der Euphorie vorbei. Ich ertappe mich dabei, dass ich nicht einmal mehr aufschaue. Nichts zu sehen vom Berg der Berge. So langsam kriechen erste Zweifel in mir hoch, ob wir die Umrundung überhaupt in drei Tagen schaffen können. Im Jahr 1994 soll ein Franzose die Tour ohne Pause am Stück gefahren sein. 24 Stunden habe er dafür gebraucht. “Niemals!”, senden inzwischen auch meine brennenden Oberschenkel ans Großhirn.

Die letzten Meter zum Col de Ferret entpuppen sich noch mal als Folter, doch dann die Erlösung: Riesige Felstürme ragen fast 2000 Meter über uns in den Himmel. Um sie herum fließen zerrupfte Pelzkrägen aus Eis ins Tal. Der Mont Blanc zeigt sich an der italienischschweizerischen Grenze von seiner wilden Seite. Entlang dieser mächtigen Fels- und Gletscher-Formationen schießen wir ins Tal nach Courmayeur. Zuerst auf flüssigen, steilen Singletrails, dann auf einem Sträßchen durch liebliche Föhrenwälder. Dabei kracht es hinter uns immer wieder gespenstisch. Deftige Sommergewitter sind in der Gipfelregion an der Tagesordnung. Und das Donnergrollen in den Felsen jagt dabei genauso Gänsehaut über den Rücken, wie der Anblick dieser Berg-Giganten selbst.

Den gesamten Artikel über die Mont-Blanc-Umrundung finden Sie unten als PDF-Download.

Val Veni: 2500 Höhenmeter geschafft und noch immer kein Mont Blanc in Sicht. Aber bald ...

Der erste Tag zieht sich bereits wie Kaugummi. Doch am Col de Ferret wartet die erste Belohnung.

Walter Wyss am 20.12.2009
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren