Frankreich

Frankreich: La Grave

Jan Sallawitz, Holger Feist am 05.04.2006

Snowboarder und Skifahrer lieben die Viertausender rund um das französische Dorf La Grave. Ein Rätsel, warum Mountainbiker dieses Freeride-Revier noch nicht für sich entdeckt haben. (BIKE 2/2006)

Jetzt kommt nur noch der Abgrund. Ich steuere direkt darauf zu. Aber eine Vollbremsung wäre auf diesen rutschigen Felsstufen fatal. Mit zitternden Knien komme ich am Rand der Klippe gerade eben noch zum Stehen. Tatsächlich geht der Pfad weiter, kippt in einer steilen Kurve in ein Couloir, eine steile Felsrinne. Selbst im Winter hätte ich an dieser Stelle mit dem Snowboard erst einmal die Bremse gezogen. Unter dem Schnee hätten wir aber diesen Weg nicht entdeckt: Ein gepflasterter Pfad schlängelt sich unter unseren Füßen in Serpentinen die Felsrinne hinunter. Die alten Römer sollen die Felsbrocken und Pflastersteine vor 2000 Jahren in den Abhang geklopft haben – scheinbar um ihre Armeen in Stellung zu bringen. Heute sind die gepflasterten Kurven mit dem Bike gerade eben fahrbar. Doch in einigen Kehren ragt das Vorderrad so weit in die Schlucht, dass mir beim Umsetzen des Hinterrades schlecht wird.

Die Gegend um La Grave, einem kleinem Dorf in den französischen Westalpen, war uns bisher nur als extremes Freeride-Revier für Snowboarder und Skifahrer ein Begriff. Noch nie hatten wir uns im Winter Gedanken darüber gemacht, ob es in diesen steilen, ausgesetzten und hochalpinen Bergflanken auch interessante Wege zum Biken gibt. Doch Fotograf und Bergführer Stefan Neuhauser ließ nicht locker. Er hat Briançon mittlerweile zu seinem zweiten Wohnsitz gemacht und kennt die Trails rund um La Grave wie das Innenleben seiner Kamera. Und er hatte uns nicht zu viel versprochen.

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Jan Sallawitz, Holger Feist am 05.04.2006
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