Ein Hüttenwirt im Salzkammergut macht gerade seinem Ärger auf Social Media Luft: Er wollte von einem Gast, der seine Trinkflaschen am Waschbecken ohne zu fragen aufgefüllt hatte, eine Gebühr verlangen. Der wiederum hatte dem Wirt daraufhin eine schlechte Bewertung im Internet verpasst.
Die Argumente des Hüttenwirts: Die Aufbereitung des Leitungswassers am Berg sei aufwändig und zuhause müsse man für das Wasser aus der Leitung ja schließlich auch bezahlen. Stimmt. Allerdings durfte man bisher davon ausgehen: Einfach auf die Toilette durchmarschieren und mit gefüllten Trinkflaschen die Hütte wieder verlassen - klar, das geht nicht. Aber als bezahlender Gast, der gegessen und getrunken hat - warum nicht? Da müssten doch die 0,7 Liter Leitungswasser im Preis mit inbegriffen sein. So wie das Händewaschen und der Toilettengang auch. Doch so einfach ist es scheinbar nicht. Vor allem dann nicht, wenn das Trinkwasser auf den Hütten aufgrund der langen Trockenheit langsam knapp wird.
Von den 325 Berghütten, die der Deutsche Alpenverein in Deutschland und Österreich betreibt, müssen 10 Prozent schon seit einigen Jahren fürchten, die Sommersaison frühzeitig abbrechen zu müssen - der Grund: Wasser- und Energiemangel. Hütten beziehen ihr Wasser meist aus oberflächlichen Quellen, die von Schneefeldern, Gletschern und Niederschlägen gespeist werden. Eine aufwändig im Haus installierte UV-Filter-Anlage bereitet dieses Wasser dann zu keimfreiem Trinkwasser auf. Wenn diese Quellen durch den Klimawandel aber versiegen, muss das Wasser auf den Hütten rationiert werden. Sonst droht eine vorzeitige Schließung mitten in der Sommersaison. Daher bittet der Alpenverein generell das Wasser auf den Hütten sparsam zu verwenden.
Im Durchschnitt verbraucht ein Mensch 120 Liter Wasser pro Tag. Auf einer Berghütte wird dagegen mit 75 Litern pro Person und Tag gerechnet. Normalerweise. Wird das Wasser - so wie diesen Sommer - aber knapp, muss der Wirt Maßnahmen ergreifen, um Wasser einzusparen:
Wasser-Knappheit kann auf der Hütte auch zu einem Energie-Engpass führen, denn viele Häuser erzeugen Strom über kleine, eigene Wasserkraftwerke. Bleibt im Sommer das Wasser aus oder schmelzen Gletscher und Schneefelder früher, liefern die Turbinen zu wenig Strom. Das kann dazu führen, dass der Wirt seinen Gästen das Laden von Handy und Bike-Akku untersagen muss.

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