Man muss schnell sein, wenn der Brite Nelson Trees eine Route entdeckt und sie zu einer brandneuen “The Mountain Race”-Rennstrecke deklariert. Bis zum 16. Januar 2026 hätte man seine Bewerbung für die Premiere des Ultra-Bikepacking-Rennens durch das türkische Taurusgebirge abgeben müssen, um in den Lostopf für die 150 Startplätze zu kommen. Allerdings war es in diesem Fall wirklich schwer, denn bei einer solch exotischen Route merkt die Ultra-Elite weltweit auf.
Das Taurusgebirge gilt als sehr wenig erschlossen, einsam und unwegsam. Nelson Trees meinte schon nach dem Scouting, dass man hier besser mit dem Mountainbike und viel Profil antritt. Dünne Gravelreifen hätten nur auf den wenigen Überführungsabschnitten Vorteile, und wegen ihres geringeren Gewichts eventuell noch in den Tragepassagen. Ansonsten brauche man in diesem extrem groben Gelände Reifen, die zupacken können. Mit Beschaffung von Ersatzmaterial dürfte es auf dieser Route tatsächlich schwierig werden.
Würde man von der türkischen Touristenhochburg Antalya auf der Mittelmeer-Küstenstraße nach Mersin rollen, wären das 480 Kilometer, doch die Rennstrecken von “The Mountain Race” - wie Silkroad, Atlas und Hellenic - nehmen ja bekanntlich nie den direkten Weg zum Ziel. Bei diesem Format für Ultradistanz-Racer geht es darum, einsame Bergwelten zu entdecken und darin komplett ohne Support klar zu kommen. Als Einzelfahrer oder im Zweier-Team. So zweigt auch diese neue Route so schnell es geht von der Zivilisation der türkischen Mittelmeerküste ins westliche Taurusgebirge ab.
Über 3000 Meter türmen sich hier die Bergketten. Anfangs noch mit Wäldern im Tal, Hochtälern mit Wildpferden, doch je weiter man ins Gebirge vordringt, desto schroffer, staubiger und steiniger wird die Kulisse. Salamander, Schildkröten und Skorpione sonnen sich hier auf den Felsen, aber auch die giftige Berberotter, die man nachts nicht im Schlafsack haben möchte. Von in den Felsen kletternden Wildziegen ist die Rede, aber auch von Wölfen und Schakalen. Insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn bei der Erstausgabe des Rennens erstmal die Survival-Profis an den Start gehen.
Cynthia Carson ist bereits gemeldet. Die US-Amerikanerin ist derzeit eine der stärksten Ultra-Fahrerinnen der Welt. Sie gewann dieses Jahr bereits das Atlas Mountain Race und das Hellenic Mountain Race und schielt mit dem Taurus-Rennen auf den Gesamtsieg der Serie. So auch der Schweizer Robin Gemperle, der dieses Jahr bereits Atlas- und Silkroad-Titel in der Tasche hat.
Alle anderen Startplätze sind ebenfalls längst vergeben. Allerdings werden die Namen der Teilnehmer erst kurz vor dem Rennen veröffentlicht. Dann kann man sie dank Racetracker auch wieder interaktiv in der Karte verfolgen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich für das nächste Taurus Mountain Race zu bewerben - das ist das Prozedere:
Das Rennen führt durch extrem abgelegenes Gelände. Jeder Teilnehmer muss wissen, wie er sich im Notfall selbst helfen kann. Der Anmeldung ist daher ein Bewerbungsverfahren vorgeschaltet. Es zählen:
Das Rennen folgt dem strikten Code of Compliance für Unsupported-Rennen:

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