Text: Timo Londen
Hyvää huomenta – schon das finnische „Guten Morgen“ klingt höchst kompliziert. Vielleicht ist die Sprache der Grund, warum Europas Mountainbiker Finnland nicht ganz oben auf ihrer To-do-Liste stehen haben. Dabei gehört Helsinki zu den wenigen Hauptstädten des Kontinents, die nicht nur wunderschön am Meer liegen, sondern ihren Einwohnern erlaubte, urbane Trails bieten!
Wie eine grüne Schneise zieht sich der 1000 Hektar große Keskuspuisto-Park mitten durch die Stadt. Ein dichter Streifen aus Birken, Kiefern und Tannen blenden hier den Berufsalltag samt Staus und Hetze einfach aus. Zu hören ist hier nur das Zwitschern der Vögel. Und natürlich das Knistern der Kiefernnadeln, die der eigene Hinterreifen von den Trails aufwirbelt. Das Pfadnetz in dieser grünen Lunge ist weit verzweigt und man muss es sich zum Großteil mit Wanderern und Joggern teilen. Doch diese Trail-Runde ist schon wegen des ständigen Untergrundwechsels bei anderen Parknutzern nicht besonders beliebt.
Für Mountainbiker mit Enduro-Herz ist sie dagegen das Nonplusultra: Starten kann man in den Trail überall, wir sind in der Nähe des Reitplatzes im Süden der Stadt eingestiegen und sind dort auch nach insgesamt 12,8 Kilometern mit 245 Höhenmetern in den Beinen wieder aufgetaucht. Los geht's hier mit einfachen, erdigen Lines unter die sich bald erste Unebenheiten mischen. Ein welliges Profil, das sehr früh dazu verleitet, zu viel Gas zu geben. Denn mitten im Wald brechen plötzlich blanke Felsrücken aus dem Boden. Für diese Stufen braucht man zwar Schwung, aber auch ein geschultes Auge, um rechtzeitig auf Rinnen und Felsstufen reagieren zu können. Dazu gesellen sich viele, sehr viele Wurzeln, kleinere Drops und auch mal ausgesetzt Passagen, wo die Reifen unbedingt satt am Boden haften sollten. Die Anstiege sind kurz, aber meist technisch. Und genau deshalb liebe ich diese Trails. Wenn man hier richtig Gas gibt, braucht diese Route 100-prozentige Aufmerksamkeit.
Etwa auf der Hälfte der Runde wartet das Maunulan Café. Das Häuschen liegt mitten im Wald und ist natürlich der Treffpunkt für alle Stadt-Biker. Da kommt man schnell ins Gespräch, bespricht die aktuelle Schlüsselstelle der Parkrunde und verabredet sich für die nächste gemeinsame Trail-Ausritt. Und keine Angst, gerade die jungen Finnen sprechen meist gutes Englisch und sind sehr aufgeschlossen. Sie begrüßen sich morgens übrigens auch eher mit einem einfachen „hei“ und das dazugehörige, finnische Tschüss kann man sich ganz leicht merken: „hei hei!“.

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