Radweg-AusleseDie 5 schönsten Radwege durch Weinbauregionen in Deutschland, Österreich und Südtirol

Barbara Merz-Weigandt

 · 27.09.2026

Radweg-Auslese: Die 5 schönsten Radwege durch Weinbauregionen in Deutschland, Österreich und SüdtirolFoto: Thomas Widerin
Im Hersbt präsentieren sich die Weingärten in Südtirol in ihrer ganzen Pracht.
Die schönsten Radwege durch Weinregionen erkennt man nicht daran, wie viele Weingüter am Straßenrand liegen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Landschaft, entspannt fahrbaren Kilometern, echten Ortsdurchfahrten und genügend Zeit für Aussicht, Einkehr und Übernachtung. Genau danach haben wir diese fünf Routen ausgewählt: zwei klassische Flussradwege, zwei große Genussrunden und eine kompakte Südtiroler Weinroute.

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Wer statt Fernroute lieber einzelne Schleifen fährt, findet in unseren sieben Rundtouren durch Weinregionen weitere Ideen. Für alle fünf Tipps gilt: Weinprobe und Weiterfahrt passen nicht zusammen. Verkostungen gehören ans Tagesende, das Rad bleibt dann stehen.

Die fünf schönsten Weinradwege im Überblick

RouteRegionLängeCharakterIdeal für
Mosel-RadwegDeutschland248 kmFluss, Steillagen, historische WeinorteEinsteiger und Genussradler
Badischer WeinradwegDeutschlandrund 460 kmWeinberge, Rheinebene, MittelgebirgeMehrtagestour mit vielen Varianten
Donauradweg durch die WachauÖsterreichals Tagesetappe oder TourbausteinDonau, Terrassenweinbau, Kulturorteentspannte Flusstouren
Weinland Steiermark RadtourÖsterreich403 km, 8 EtappenHügelland, Buschenschänken, ThermenE-Bike und sportliche Genießer
Weinradroute SüdSüdtiroletwa 40 kmReben, Dörfer, alpines PanoramaTagesausflug mit E-Bike

Der Mosel-Radweg ist die beste Wahl für alle, die eine Weinreise auf dem Rad möglichst entspannt beginnen möchten. Auf 248 Kilometern folgt die Route der Mosel von Perl an der deutsch-französischen Grenze bis Koblenz. Die Strecke ist fast durchgehend asphaltiert, überwiegend flach und als ADFC-Vier-Sterne-Qualitätsradroute ausgezeichnet. Die offizielle Streckenführung verläuft vielerorts auf beiden Moselseiten, sodass sich Tagesetappen flexibel planen lassen. Infos: www.visitmosel.de

Der eigentliche Reiz beginnt dort, wo das Tal enger wird: Rebhänge steigen direkt über dem Fluss auf, dahinter liegen Burgen, Winzerorte und enge Schleifen. Trier, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Cochem und Koblenz sind naheliegende Übernachtungsorte. Wer mehr Höhenmeter und mehr Blick über das Tal will, ergänzt die Uferroute mit einer der Mosel-Rundtouren in die Weinberge.

So fährt man die Mosel am besten: Plane vier bis sechs Tage ein und nimm dir nicht zu viel vor. Die Uferkilometer sind leicht, die Städte und Weinorte kosten aber Zeit. An warmen Wochenenden können besonders beliebte Abschnitte eng werden. Früh starten und eine Etappe abseits der großen Orte wählen lohnt sich.

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2. Badischer Weinradweg: Die längste Weinreise im Süden Deutschlands

Der Badische Weinradweg verbindet auf rund 460 Kilometern die Weinregionen zwischen Basel und Weinheim. Er führt durch sieben der neun badischen Weinbaubereiche und ist damit keine kurze Feierabendrunde, sondern eine mehrtägige Entdeckungsreise entlang der Rheinebene, durch Kaiserstuhl, Breisgau, Ortenau und Kraichgau. Die offizielle Route gliedert sich in acht Etappen, mit einer Variante über Freiburg und das Glottertal. Eine Etappenübersicht und Streckeninformationen findet man unter www.badische-weinstrasse.de

Diese Route gewinnt nicht durch permanente Weinbergblicke, sondern durch Wechsel: flache Passagen am Rhein, Vulkankegel am Kaiserstuhl, städtische Stopps in Freiburg sowie hügelige Abschnitte in Ortenau und Kraichgau. Genau das macht sie für eine Woche Radurlaub interessant. Wer eine kompaktere Tour sucht, kann sich auf den Abschnitt Kaiserstuhl und Tuniberg konzentrieren. Dafür ist der Start rund um Freiburg besonders praktisch.

Unser Tipp: Nicht nur nach Tageskilometern planen. Die Topografie ändert sich deutlich, und die attraktivsten Abstecher führen oft hinauf in die Reben. Mit Gravel- oder Trekkingrad, breiter Übersetzung und E-Unterstützung bleibt die Route entspannt. Für einen Vorgeschmack lohnt unsere Tour auf dem Badischen Weinradweg.

3. Donauradweg durch die Wachau: Flussradeln zwischen Melk und Krems

Die Wachau ist der Beweis, dass eine Weinradtour nicht zwingend viele Steigungen braucht. Zwischen Melk und Krems begleitet der Donauradweg die Kulturlandschaft mit ihren Weinorten, Terrassen und Aussichtspunkten. Wer am Fluss bleibt, fährt leicht und gleichmäßig. Wer in die Weinberge hinauf will, baut gezielt kurze, aber spürbare Anstiege ein.

Besonders schön ist die Entscheidung zwischen Nord- und Südufer. Das Nordufer verbindet unter anderem Spitz und Weißenkirchen mit Krems, das Südufer führt von Melk über Schönbühel-Aggsbach Richtung Mautern. Die offizielle Etappe am Nordufer führt durch die von der UNESCO ausgezeichnete Wachau bis nach Krems. Wer die passende Seite vor der Abfahrt auswählt, vermeidet unnötige Brückenfahrten und hat mehr Zeit für Dürnstein, kleine Heurige oder eine Fährüberfahrt. Alle Infos zu den Varianten am Donauradweg unter www.donau.com

So wird daraus ein guter Genusstag: Fahre den Hauptweg am Vormittag und setze nur einen gezielten Abstecher zu einem Aussichtspunkt oder Weinort. Die Wachau ist kompakt, deshalb ist sie hervorragend für ein langes Wochenende geeignet. Für Familien und Einsteiger bleibt die Route am Wasser die bessere Wahl. Sportliche Fahrer können mit einer Hügelrunde im Kremstal nachlegen.

4. Weinland Steiermark Radtour: Große Runde für E-Bike und Ausdauer

Die Weinland Steiermark Radtour ist die abwechslungsreichste Route dieser Auswahl. Die 403 Kilometer lange Runde beginnt und endet in Leibnitz, führt in acht Etappen durch die Süd-, Ost- und Weststeiermark sowie das Thermen- und Vulkanland. Auf dem Weg liegen Weinstraßen, Buschenschänken, Thermen, Kürbisfelder und historische Städte. Die Route wird als mittelschwer eingestuft und kann überall auf der Runde begonnen werden. Alle Infos unter www.steiermark.com

Der Unterschied zu Mosel und Wachau: Hier ist Radfahren Teil des Landschaftserlebnisses, nicht nur die Verbindung zwischen Weinorten. Die Etappen haben mehr Profil, gerade im Westen und Süden. Dafür belohnen sie mit Weitblicken über Rebhänge und einer kulinarischen Vielfalt, die über Wein hinausgeht: Kernöl, Äpfel, regionale Manufakturen und Thermenstopps gehören genauso dazu.

Die richtige Strategie: Acht Etappen sind ein guter Orientierungspunkt, aber kein Muss. Mit E-Bike und moderaten Tagesdistanzen bleibt Zeit für Buschenschänken. Wer ohne Motor fährt, sollte die hügeligeren Abschnitte nicht unterschätzen und mindestens eine Reservenacht einplanen. Zur Vorbereitung eignet sich auch unsere 400-Kilometer-Tour durch die Weinberge der Steiermark.

5. Weinradroute Süd in Südtirol: Kompakte Runde zwischen Tramin und Kurtatsch

Die Weinradroute Süd zeigt Südtirol von seiner sonnigen, genussorientierten Seite. Die etwa 40 Kilometer lange Tagestour führt durch die südlichsten Weinbaugebiete Südtirols und verbindet Weinorte wie Tramin, Kurtatsch, Margreid und Kurtinig. Sie eignet sich ideal für einen Urlaubstag ohne Gepäcktransport, für ein gemietetes E-Bike oder als entspannter Abschluss einer längeren Südtirol-Reise. Die offizielle Routenbeschreibung ordnet die Tour als Genussradroute durch den Süden des Weinbaugebiets ein. Infos zur Weinradroute unter www.suedtirol.info

Anders als im breiten Etschtal stehen die Weinberge hier stärker im Mittelpunkt. Kleine Orte, Höfe und die Kulisse der Berge machen die Runde besonders. Trotzdem sollte man sie nicht mit einer völlig flachen Flussroute verwechseln: Je nach Variante kommen kleinere Steigungen hinzu. Wer einfach nur rollen möchte, bleibt auf den Talradwegen. Wer die schönsten Perspektiven sucht, nimmt die Abzweige in die Dörfer und plant mehr Zeit ein.

Für die Tourplanung: Frühling und Herbst sind besonders reizvoll, im Hochsommer kann es im Tal sehr heiß werden. Wasser, Sonnen- und Wetterschutz gehören ins Gepäck. Für weitere Südtirol-Inspiration bietet unsere Route des Vins durch die Weinberge einen anderen Blick auf Weinlandschaften im Alpenraum.

Welche Weinradroute passt zu dir?

Wenn du suchst ...Dann passt am besten ...Warum
möglichst wenige HöhenmeterMosel-Radweglange, flussnahe und gut planbare Etappen
eine Woche Radurlaub mit viel AbwechslungBadischer Weinradwegviele Weinregionen und flexible Teilstrecken
ein langes Wochenende mit KulturWachau am Donauradwegkompakte Weinlandschaft und schöne Orte
sportliche Genussreise mit E-BikeWeinland Steiermark RadtourHügelland, Weinstraßen und viele Einkehrmöglichkeiten
eine schöne Tagestour mit AlpenpanoramaWeinradroute Südkurze Runde mit hoher Landschaftsdichte

Plane die Einkehr als Ziel, nicht als Zwischenstopp. Auf dem Rad gehören Konzentration, Reaktionsfähigkeit und sichere Abfahrten dazu. Weinprobe, längeres Essen und Übernachtung passen deshalb an das Ende der Etappe.

Wähle Tagesetappen nach Profil, nicht nur nach Kilometern. 70 flache Kilometer an Mosel oder Donau fühlen sich anders an als 70 Kilometer im steirischen Hügelland. Ein Blick auf Höhenmeter, Untergrund und mögliche Abkürzungen verhindert Frust.

Buche an Wochenenden früh. Weinlese, Feste und gutes Herbstwetter machen die Regionen sehr beliebt. Wer Bahn, Fahrradtickets und Unterkunft rechtzeitig organisiert, startet entspannter.

Fazit: Die schönste Route ist die, die zum eigenen Rhythmus passt

Für die erste mehrtägige Weinradtour ist die Mosel kaum zu schlagen. Wer Vielfalt sucht, fährt badisch. Wer einen ruhigen Flusstakt mit Kultur verbinden möchte, nimmt die Wachau. Die Steiermark ist die Wahl für aktive Genießer, während die Weinradroute Süd in Südtirol eine außergewöhnlich dichte Tagestour liefert.

Die wichtigste Entscheidung ist nicht die Frage, welche Route die meisten Weingüter verbindet. Entscheidend ist, wie viel Zeit du zwischen den Stopps lässt. Dann werden aus Radkilometern echte Genusstage.

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Barbara Merz-Weigandt

Barbara Merz-Weigandt

Chefredakteurin

Barbara Merz-Weigandt, Chefredakteurin von MYBIKE, dem Magazin für engagierte Alltags- und Reiseradler, lebt am Starnberger See. Ihre große Leidenschaft: das Reisen. Mit dem Tourenrad überquerte sie die Alpen – auf der Via Claudia Augusta, der Ciclovia München-Venezia und dem Alpe-Adria-Radweg. Mit Motorsegler und Rad erkundete sie die Inselwelt Kroatiens und die lykische Küste, alle Balearen und Kanaren hat sie mit dem Fahrrad bereist. Am liebsten ist sie mit dem Mountainbike auf den Trails in den Bayerischen Voralpen, den Dolomiten oder auf La Palma unterwegs.

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