RumänienKarpaten

Dimitri Lehner

 · 21.09.2010

Rumänien: KarpatenFoto: Franz Faltermaier
Rumänien: Karpaten
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Die rumänischen Karpaten gelten als letzte Wildnis Europas. Wir gingen auf Abenteuersuche und fanden – viel Müll, wenig Trailglück und ein Land wie eine Baustellen-Ausfahrt. Hier unser Leidensbericht.

  Ein Ski-Resort in den Karpaten: Im Sommer eher ein Geheimtipp, dennoch sollte man als Spontanurlauber besser anrufen, wenn man kurzfristig noch ein Zimmer kriegen will.Foto: Franz Faltermaier
Ein Ski-Resort in den Karpaten: Im Sommer eher ein Geheimtipp, dennoch sollte man als Spontanurlauber besser anrufen, wenn man kurzfristig noch ein Zimmer kriegen will.

Das Fagaras-Gebirge in den Südkarpaten sieht mit seinem schartigen Hauptkamm aus wie die Klinge eines Räubermessers und scheint genau das richtige Ziel für uns zu sein. Bis zu 2500 Meter hoch ragen die Gipfel in den Himmel. Wir winden uns die steile Passstraße nach oben. Hier soll es eine Seilbahn geben, mit der wir zum Balea-Gletschersee gondeln wollen. Touri-Buden klammern sich an den monströsen Betonbau der Gondelstation wie Favelas an eine brasilianische Großstadt. Plastikgewehre, Lammfelle, Billigschmuck, Rambo-Messer kann man hier kaufen, doch nach Proviant für die nächsten Tage, nach Tomaten, Äpfeln und Brot, halten wir vergebens Ausschau. Was soll’s – wir machen erst mal Kaffeepause an der Gondelstation! Ein Kellner bringt uns widerwillig dünnen Kaffee und nach längerem Drängen auch ein Stück Kuchen. Die dunklen Jahre des Kommunismus scheinen sich hierher verkrochen zu haben.

Verlagssonderveröffentlichung

Die nächsten Tage vergehen mit Kraxeln. Das Bike im Vertrider-Griff gebuckelt, steigen wir durchs Fagaras-Gebirge. Die wenigen Wanderer, die uns begegnen, schütteln voller Unverständnis die Köpfe. Auch wir schütteln die Köpfe – immer wieder, während der Schweiß in den Augen brennt. Was machen wir hier nur? Kraxeln! Wir kraxeln hoch – und wieder runter. An Fahren ist selten zu denken. Viel zu steil stürzen die Hänge nach unten. Auf allen Vieren erklimmen wir die Felsgrate, um auf der anderen Seite auf allen Vieren wieder runterzurutschen. Die letzten hundert Meter rumpelt Stephan dann doch auf dem Bike hinunter zu einem Bergsee und jubelt vor Glück. Es ist das kurze, helle Glück eines Verzweifelten.


Den gesamten Report über das Abenteuer Karpaten gibt's unten als PDF-Download.

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