Europa

Norwegen: Spot-Check in Hafjell

Jeanette Wunderl

 · 09.04.2014

Norwegen: Spot-Check in HafjellFoto: Vergard Breie
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Hafjell gilt als einer der besten Bikeparks in Europa – da sind sich Laien und Experten einig Kaum ein anderer Bikepark soll soviel Fahrspaß generieren. Übertrieben oder wahr? Wir besuchten den Park in Norwegen.

  Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an – doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen. Foto: Vergard Breie
Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an – doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen. 

Welcome to the Norwegian Summer", sagt Snørre Pederson und blinzelt in den Regenhimmel. Der Typ, der ein bisschen aussieht wie einer der Wikinger aus der TV-Serie "Wicky und die starken Männer", hat hier in Hafjell das Sagen. Was man auf den ersten Blick nicht vermutet: Snørre ist ein erstklassiger Mountainbiker und startete schon bei vielen Downhill-Rennen. Er kennt die Vorlieben und Wünsche von Freeridern und sieht es als seinen Auftrag, das Sprung- und Flow-Verlangen seiner Besucher zu stillen. Mal sehen, ob ihm das gelingt.

Als vier Wochen zuvor die Einladung nach Hafjell im Postfach lag, wurden die Kollegen hellhörig: Nach Hafjell will jeder, schließlich soll der Park zu den besten in Europa gehören, zusammen mit Portes du Soleil in Frankreich und Åre in Schweden. Diese drei Destinationen gelten als die Euro-Whistlers. Die Erwartungen sind also hoch: Anders als in Bikeparks hierzulande verlangt man bei diesen Spots, dass man auch noch nach zwei Parktagen Spaß hat. Schließlich fährt man nicht mal eben schnell nach Schweden, Frankreich oder Norwegen. Wer eine so lange Reise auf sich nimmt, will länger bleiben. Also auf nach Norwegen!

Vom Flughafen in Oslo aus liegt Hafjell zwei Zugstunden und 15-Shuttle-Minuten entfernt. Auf der Zugfahrt nach Lillehammer (Kosten: ca: 50 €) bekommt man einen guten Eindruck von der Gegend: Norwegen, wie man es sich vorstellt. Ein grünes Land voll blauer Seen, gedeckelt mit einem grauen Himmel. Die Holzhäuser sind braun angestrichen, oft wächst Gras auf dem Dach. Kein Wunder, es regnet ja zu Genüge: Die Wetterstatistik zeigt sogar im August noch 17 Regentage an und die Temperaturen ähneln im Hochsommer dem deutschem Frühling: Der Durchschnittswert liegt um die 18 Grad. Mehr Freude als die Regenstatistik machen die langen Tage im Sommer. Hier verabschiedet sich die Sonne nämlich erst kurz vor Mitternacht und dimmt dann hinter dem Horizont weiter, sodass es nie so richtig dunkel wird.

Bikepark Hafjell, Norwegen: "Ich liebe den Park da oben im hohen Norden. Die Abfahrten sind abwechslungsreich - der Rollercoaster ist besonders geil. Die Norweger haben es einfach raus. Der Vibe in Hafjell gefällt mir auch gut, dort hatte ich meine spaßigsten Bikepark-Tage überhaupt." Andreu Lacondeguy, Freeride-ProfiFoto: Red Bull
Bikepark Hafjell, Norwegen: "Ich liebe den Park da oben im hohen Norden. Die Abfahrten sind abwechslungsreich - der Rollercoaster ist besonders geil. Die Norweger haben es einfach raus. Der Vibe in Hafjell gefällt mir auch gut, dort hatte ich meine spaßigsten Bikepark-Tage überhaupt." Andreu Lacondeguy, Freeride-Profi
Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an - doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen.Foto: Vergard Breie
Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an - doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen.
Bikepark Hafjell, Norwegen:  Schnell, kurvig und flowig - die meisten Trails sind naturbelassen, aber dennoch spaßig.Foto: Vergard Breie
Bikepark Hafjell, Norwegen: Schnell, kurvig und flowig - die meisten Trails sind naturbelassen, aber dennoch spaßig.
Bikepark Hafjell, Norwegen:  Ganz anders der Rollercoaster: Das Herzstück Hafjells windet sich als breite, maschinengebaute Rollbahn mit 39 Sprüngen ins Tal. Wer Airtime will, ist hier genau richtig.Foto: Laurin Lehner
Bikepark Hafjell, Norwegen: Ganz anders der Rollercoaster: Das Herzstück Hafjells windet sich als breite, maschinengebaute Rollbahn mit 39 Sprüngen ins Tal. Wer Airtime will, ist hier genau richtig.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Talstation: An Infrastuktur hat der Park alles, was man sich nur wünschen kann: Verleih, Bistro, Duschen, Campingmöglichkeit und Unterkünfte, die nur fünf Gehminuten entfernt sind.Foto: Laurin Lehner
Bikepark Hafjell, Norwegen: Talstation: An Infrastuktur hat der Park alles, was man sich nur wünschen kann: Verleih, Bistro, Duschen, Campingmöglichkeit und Unterkünfte, die nur fünf Gehminuten entfernt sind.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Buldre: Zwar ist der Trail teils sehr ausgewaschen, trotzdem steckt er voller Spaßpotenzial.Foto: Vergard Breie
Bikepark Hafjell, Norwegen: Buldre: Zwar ist der Trail teils sehr ausgewaschen, trotzdem steckt er voller Spaßpotenzial.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Braap! Naturtrails hat der Park in Hafjell einige zu bieten, zum Beispiel den Newschool.Foto: Vergard Breie
Bikepark Hafjell, Norwegen: Braap! Naturtrails hat der Park in Hafjell einige zu bieten, zum Beispiel den Newschool.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Mehr in der Luft als am Boden: Der Rollercoaster-Trail in Hafjell besteht aus 39 mächtigen Sprüngen und spricht vor allem Könner an.Foto: Vergard Breie
Bikepark Hafjell, Norwegen: Mehr in der Luft als am Boden: Der Rollercoaster-Trail in Hafjell besteht aus 39 mächtigen Sprüngen und spricht vor allem Könner an.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Lange Tage in Hafjell: Hier will es im Sommer einfach nicht dunkel werden - leider fährt der Lift trotzdem nur bis 17 Uhr.Foto: Vergard Breie
Bikepark Hafjell, Norwegen: Lange Tage in Hafjell: Hier will es im Sommer einfach nicht dunkel werden - leider fährt der Lift trotzdem nur bis 17 Uhr.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Auf dem Rollercoaster fanden wir diese Sprünge. Wir nannten sie "Tabouble", denn sie sind nicht Table, nicht Double. Wer zu kurz kommt, wird ordentlich komprimiert. Ein reiner Table wäre in unseren Augen die bessere Lösung.Foto: Laurin Lehner
Bikepark Hafjell, Norwegen: Auf dem Rollercoaster fanden wir diese Sprünge. Wir nannten sie "Tabouble", denn sie sind nicht Table, nicht Double. Wer zu kurz kommt, wird ordentlich komprimiert. Ein reiner Table wäre in unseren Augen die bessere Lösung.
Bikepark Hafjell, Norwegen: This is Norway! Wilde Naturschönheit und viel Platz. Dank dem sogenannten "Jedermannsrecht" darf man sogar fast überall wild campen.Foto: Laurin Lehner
Bikepark Hafjell, Norwegen: This is Norway! Wilde Naturschönheit und viel Platz. Dank dem sogenannten "Jedermannsrecht" darf man sogar fast überall wild campen.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Im Bikeshop warten 150 neue Scott "Gambler" auf Mieter. Tagespreis inklusive Schutzbekleidung: 93 EuroFoto: Laurin Lehner
Bikepark Hafjell, Norwegen: Im Bikeshop warten 150 neue Scott "Gambler" auf Mieter. Tagespreis inklusive Schutzbekleidung: 93 Euro
Bikepark Hafjell, Norwegen: Snørre Pederson, Bikepark-Chef in Hafjell.Foto: Laurin Lehner
Bikepark Hafjell, Norwegen: Snørre Pederson, Bikepark-Chef in Hafjell.
Bikepark Hafjell, Norwegen: "Ich liebe den Park da oben im hohen Norden. Die Abfahrten sind abwechslungsreich - der Rollercoaster ist besonders geil. Die Norweger haben es einfach raus. Der Vibe in Hafjell gefällt mir auch gut, dort hatte ich meine spaßigsten Bikepark-Tage überhaupt." Andreu Lacondeguy, Freeride-ProfiFoto: Red Bull
Bikepark Hafjell, Norwegen: "Ich liebe den Park da oben im hohen Norden. Die Abfahrten sind abwechslungsreich - der Rollercoaster ist besonders geil. Die Norweger haben es einfach raus. Der Vibe in Hafjell gefällt mir auch gut, dort hatte ich meine spaßigsten Bikepark-Tage überhaupt." Andreu Lacondeguy, Freeride-Profi
Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an - doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen.Foto: Vergard Breie
Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an - doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen.
Der Park in Hafjell lockt Besucher aus aller Welt an - doch anscheinend nicht genügend: Eine Schließung steht im Raum. 2014 könnte die letzte Gelegenheit sein, den norwegischen Superpark zu besuchen.
Bikepark Hafjell, Norwegen:  Schnell, kurvig und flowig - die meisten Trails sind naturbelassen, aber dennoch spaßig.
Bikepark Hafjell, Norwegen:  Ganz anders der Rollercoaster: Das Herzstück Hafjells windet sich als breite, maschinengebaute Rollbahn mit 39 Sprüngen ins Tal. Wer Airtime will, ist hier genau richtig.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Talstation: An Infrastuktur hat der Park alles, was man sich nur wünschen kann: Verleih, Bistro, Duschen, Campingmöglichkeit und Unterkünfte, die nur fünf Gehminuten entfernt sind.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Buldre: Zwar ist der Trail teils sehr ausgewaschen, trotzdem steckt er voller Spaßpotenzial.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Braap! Naturtrails hat der Park in Hafjell einige zu bieten, zum Beispiel den Newschool.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Mehr in der Luft als am Boden: Der Rollercoaster-Trail in Hafjell besteht aus 39 mächtigen Sprüngen und spricht vor allem Könner an.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Lange Tage in Hafjell: Hier will es im Sommer einfach nicht dunkel werden - leider fährt der Lift trotzdem nur bis 17 Uhr.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Auf dem Rollercoaster fanden wir diese Sprünge. Wir nannten sie "Tabouble", denn sie sind nicht Table, nicht Double. Wer zu kurz kommt, wird ordentlich komprimiert. Ein reiner Table wäre in unseren Augen die bessere Lösung.
Bikepark Hafjell, Norwegen: This is Norway! Wilde Naturschönheit und viel Platz. Dank dem sogenannten "Jedermannsrecht" darf man sogar fast überall wild campen.
Bikepark Hafjell, Norwegen: Im Bikeshop warten 150 neue Scott "Gambler" auf Mieter. Tagespreis inklusive Schutzbekleidung: 93 Euro
Bikepark Hafjell, Norwegen: Snørre Pederson, Bikepark-Chef in Hafjell.
Bikepark Hafjell, Norwegen: "Ich liebe den Park da oben im hohen Norden. Die Abfahrten sind abwechslungsreich - der Rollercoaster ist besonders geil. Die Norweger haben es einfach raus. Der Vibe in Hafjell gefällt mir auch gut, dort hatte ich meine spaßigsten Bikepark-Tage überhaupt." Andreu Lacondeguy, Freeride-Profi

Schon am ersten Tag merkt man: Die Atmosphäre in Hafjell ist entspannt und die Leute sind aufgeschlossen. Neben der Gondelstation ist ein inoffizieller Campingplatz – hier parkt auch der kleine Wohnwagen von Freeride-Profi Mads "Makken" Haugen. "Strom, Duschen, Bistro – alles ist da”, sagt Snørre und zeigt auf das Hauptgebäude. Gegenüber ist der Bikeshop untergebracht. Dort stehen 150 neue Modelle des Scott "Gambler" und Schutzbekleidung zum Verleih bereit. Das ist in Hafjell üblicher als bei uns. "26 Prozent aller Parkbesucher mieten sich hier ein Bike", erzählt Snørre.

Der Park bietet 830 Höhenmeter mit vierzehn Strecken, davon fünf Hauptstrecken. Per Gondel überbrückt man ruckzuck die ersten 590 Höhenmeter. Von der Bergstation führen die meisten Trails zu einem Sessellift. Entweder man fährt nun weiter bergab Richtung Tal, oder man lässt sich mit einem Sechser-Sesselift zur höchsten Stelle des Wegenetzes liften. Diese 310 Höhenmeter lohnen sich, denn vom Endpunkt des Sessellifts starten die wichtigsten Strecken: die Worldcup-Strecke, Buldre, Gressloypa, Moetown und der Rollercoaster.


Alle Infos über Hafjell gibt's unten als PDF-Download.

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