MTB-Topspot WalesDer Trans Cambrian Way - 7 Reise-Tipps für Wales

Gitta Beimfohr

 · 26.02.2026

Die Cambrian Mountains dekorieren die Trailroute durch die Mitte von Wales.
Foto: www.mtb.wales
Wales ist bekannt für seine legendären Trailcenter: Afan, Coed y Brenin und den Bikepark Wales muss man als Trail-Fan mal erlebt haben. Oder man taucht mehrere Tage in die Cambrian Mountains und den Snowdonia-Nationalpark ab. 7 Dinge, die man für den Wales-Biketrip wissen muss.

Drei wunderschöne, grüne Trail-Tage erleben und unterwegs wahrscheinlich keinen anderen Menschen treffen: Wales liegt im westlichen Großbritannien, ist etwa so groß wie Hessen, hat aber nur halb so viele Einwohner - und die siedeln hauptsächlich in Küstennähe. Daher ist es höchst unwahrscheinlich, dass man auf der Trans-Cambrian-Route andere Menschen antrifft. Spich: Man ist drei Tage lang im einsamen, satten Grün der Cambrian Mountains unterwegs.

Die Berge geben sich in Mittelwales die Hand und sind mit einem Trail-Netz verbunden, wie es sie nur in Großbritannien gibt. Denn hier verstehen die Locals ihr Handwerk: Die Lines werden mit Schaufeln angelegt, aber sie führen nie direkt von A nach B. Die Trails spielen vielmehr mit dem Gelände. So lange wie es dem Fahrspaß zuträglich ist. Felsen, Wurzeln und kleine Drops dürfen dabei ganz bewusst als Spielelemente und Schwungzünder bleiben. Auch wenn es bergauf geht.

Auf der Trans-Cambrian-Route gibt die Landschaft den Trail-Verlauf vor.Foto: mtb.walesAuf der Trans-Cambrian-Route gibt die Landschaft den Trail-Verlauf vor.

Und bergauf geht es auf der Trans-Cambrian-Route jede Menge. Zwar sind die Berge maximal 750 Meter hoch, aber das viele Auf und Ab kostet fast noch mehr Körner. So wie der mögliche Gegenwind, der meist vom Atlantik her rüberfegt übrigens auch. Klar könnte man die Route auch einfach in entgegengesetzter Richtung fahren, aber erstens kommen dann deutlich mehr Höhenmeter zusammen und: Die Anstiege sind in West-Ost-Richtung steiler. Daher vertraut man den Locals besser, wenn sie sagen: Die Tour macht am meisten Spaß, wenn man in Knighton an der Grenze nach England startet und Kurs Richtung Westen an die Küste der Irischen See nimmt.

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Die Tour: Trans Cambrian Way

Gesamt: 166,2 Kilometer / 3183 Höhenmeter / 3355 Tiefenmeter / 3 Etappen

Die landschaftichen Highlights: ​Elan Valley Reservoirs, Claerwen Reservoir, Tarenig Forest, Llangurig und der Hafren Forest. Am Ende steht man nicht nur an der Küste der Irischen See, sondern auch vor den Toren des Snowdonia Nationalparks.

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Kurze Duschen von oben halten in Wales niemanden auf.Foto: mtb.walesKurze Duschen von oben halten in Wales niemanden auf.

Etappe 1: Von Knighton nach Rhayader

  • Länge: 54 Kilometer
  • Bergauf: 1200 Höhenmeter

Etappe 2: Von Rhayader nach Llangurig

  • ​Länge: 74 Kilometer
  • Bergauf: 1600 Höhenmeter

Etappe 3: Von Llangurig nach Machynlleth

  • ​​Länge: 47 Kilometer
  • Bergauf: 1200 Höhenmeter

Die Tour kann man auf eigene Faust in Angriff nehmen oder bei den Locals von mtb.wales als geführte Tour buchen. Die Guides haben an der Route mitgebastelt und kennen sich natürlich aus. Vor allem, wenn es darum geht, fahrtechnisch perfekt zugeschnittene Trails anzusteuern und in den urigsten Bed & Breakfast-Unterkünften abzusteigen. Preis inkl. Übernachtung mit HP, Gepäcktransport und Rücktransfer: 449 Pfund (ca. 515 Euro), Termine und Infos: www.mtb.wales

Die Eryri-Verlängerung

Vom Zielort der Trans-Cambrian-Route blickt man in die sehr vielversprechenden Gipfel des Eryri- oder auch Snowdonia-Nationalparks. Hier könnte man nach der Trans Cambrian direkt in die Verlängerung gehen oder sich gleich diese etwas anspruchsvollere 4-Tagestour von Machynlleth nach Conwy an der walisischen Nordküste vorknöpfen. Hier darf man sich allerdings auf deutlich längere Auf- und Abfahrten, felsigeres Terrain, aber auch noch leinwandtauglichere Landschaft einstellen. Die “Eryri-Route” hat insgesamt 225 Kilometer und kostet pro Teilnehmer 895 Pfund (ca. 1025 Euro). Auch hier sind Halbpension, Gepäcktransport und Rücktransfer im Preis enthalten. Infos: www.mtb.wales

Selbst auf einer mehrtägigen Durchquerung des Eryri-Nationalparks trifft man auf Trailcenter-Kurven.Foto: mtb.walesSelbst auf einer mehrtägigen Durchquerung des Eryri-Nationalparks trifft man auf Trailcenter-Kurven.

7 Dinge, die man auf einem Trip nach Wales wissen sollte

​1. Wales ist Trailcenter-Land

Kein Dorf ohne anständige und ausgeschilderte Trailrunde, kann man schon fast sagen. Daher lohnt sich hier definitiv ein zusätzlicher Roadtrip. Die Big 5, die man in diesem Riesenangebot auf keinen Fall links liegen lassen sollte:

  • ​Coed y Brenin
  • Afan
  • BikePark Wales bikeparkwales.com
  • Cwmcarn
  • Antur Stiniog

Alle Trail Center von Wales auf einen Blick: mbwales.com

2. Einreise-Bedingungen 2026

Seit Großbritannien aus der EU ausgetreten ist, braucht man für die Einreise wieder einen Reisepass, der noch mindestens 3 Monate gültig ist. Ein Personalausweis reicht nicht! Außerdem ist ab dem 25. Februar 2026 eine elektronische Reisegenehmigung, kurz: ETA (Electronic Travel Authorisation) nötig. Und die bekommt man ausschließlich hier: GOV.UK

3. Geld-Wechseln

Dass man für Großbritannien Geld wechseln muss, war noch nie anders, weil die Briten nie in der Währungsunion waren. Ein GBP (Great Britain Pfund) ist derzeit 1,14 Euro wert. Am besten zieht man sich das Geld direkt vorort aus dem Bankautomaten. ATMs gibt es praktisch überall. Tipp: Am besten einmal einen großen Betrag abheben, um die anfallenden Bankgebühren so gering wie möglich zu halten.

4. Die richtigen Klamotten

Ja, die Regenklamotten müssen mit. Wales liegt an der Westküste und wird häufig vom Atlantik her mit kurzen Schauern überzogen. Es gibt aber auch Tage, da rennen selbst die Locals von einem Unterstelldach zum nächsten, weil es wie aus Eimern schüttet. Für diesen Fall hat mein Kollege aus dem Zubehör-Ressort mal eine wirklich brauchbare Packliste für Wales zusammengestellt. Denn in den oft baumlosen Berghängen sieht es mit Unterstellmöglichkeiten nicht besonders gut aus.

5. Mückenspray und Bremsbeläge

Das Mückenspray aus der Hausapotheke kann getrost zuhause bleiben. Nicht, weil es keine Mücken in Wales gäbe - ganz im Gegenteil. Nur sind die Waliser Plagegeister von ganz anderer Natur und Robustheit, als die, die wir in unseren Breiten mit Autan und Co. noch einigermaßen abwehren können. In Wales lauern neben den normalen Steckmücken auch die sogenannten Midges. Sie sind winzig klein, sitzen im Gras und warten auf Windstille und Dämmerung. Wer dann kein vorort, speziell auf diese Spezies abgestimmtes, Abwehrspray besorgt hat, wird sich wahrscheinlich sehr, sehr ärgern.

Nicht zu vergessen sind auch Ersatzbeläge für die Bremsen, denn wenn es regnet und die Trails aufgeweicht sind, dann schmirgelt der Dreck ganz besonders an den Stoppern.

6. Parkgebühren unbedingt bezahlen!

Wer mit dem Mietwagen (Achtung Linksverkehr!!) unterwegs ist und einen Roadtrip von einem Trailcenter zum nächsten plant: bitte vergesst nicht, die Parkgebühren zu entrichten. Im Schnitt werden 6 Pfund pro Tag und Fahrzeug verlangt. Dieses Geld fließt direkt in die Kasse der Trail-Bauer und wenn man sieht, wie viel Arbeit und Passion in den Erhalt dieser Trails gesteckt wird, ist das kein Cent zu viel.

E-Biker müssen teilweise etwas mehr bezahlen. Bis zu 15 Pfund.

7. Bed & Breakfast

Selbst wenn man mit dem Camper unterwegs ist: Hin und wieder sollte man sich ruhig ein Bed & Breakfast gönnen. Erstens macht der Kontakt mit den Locals einfach Spaß und zweitens kommt man so in den Genuss eines vollen Walisischen Frühstücks: Gebratener Seetang mit Herzmuscheln, Speck, Würstchen, Pilze, Eier und häufig auch geräucherter Fisch (keine Angst: Schottisches Haggis ist nicht dabei). Für eine gute Adresse, in der Gastfreundschaft liebevoll zelebriert wird, muss man etwa 50 - 70 Euro rechnen. Am besten einfach vorort nach B & B googlen. Eine grobe Übersicht gibt es auch hier: visitwales.com


Nur für Profis: Hardline Wales:

Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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