Gitta Beimfohr
· 13.06.2026
Tremalzo, Brenta, Sellaronda, 100 Kilometri dei Forti, Val Venegia - könnt ihr aufzählen, welche großen Touren-Erlebnisse euch das Trentino bereits beschert hat? Wenn nicht: kein Problem. Hier die acht Top-Bikespots der italienischen Provinz mit ihren besten Touren.
2031 wird das Trentino die UCI Cycling World Championships austragen. Also die Weltmeisterschaften für alle Radsport-Kategorien. Bis dahin hat sich die italienische Provinz zwischen Dolomiten und Gardasee noch viel vorgenommen. Dabei gilt das Trentino schon immer zu den absoluten Klassiker-Tourenrevieren. Vor allem seine Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg haben es Mountainbikern angetan: Gardasee, Pasubio, Val Venegia, Marmolada, Alpe Cimbra - die Bucket-List der spektakulär in den Fels geschlagenen Zickzack-Wege ist lang. Und nun kommen auch noch die weiten Routen für Gravelbiker dazu. Hier die acht Trentiner Bikespots, die bis in den Herbst voll auf Radfahrer eingestellt sind:
Die Alpe Cimbra hatte im Ersten Weltkrieg einen entscheidenden Vorteil: Wer sie eingenommen hatte, saß auf der Hochebene wie in einer gigantischen Festung und konnte die Feindbewegungen unten in den Tälern überblicken. Die alten Forts und Festungen, das weite Militärstraßen-Netz inklusive Kaiserjägerweg aus dem Valsugana herauf sind noch da, die gigantische Aussicht aber auch. Am besten erlebt man die Historie hautnah auf dieser Kultroute:
„Die sieben Festungen des Kaisers“ wird die Tour auch genannt. Da man einige Forts auch besichtigen kann, und weil das Auf und Ab zwischen Lavarone, Lusérn und Folgaria nicht ohne ist, planen Biker häufig mehrere Tage ein und übernachten unterwegs in Hütten oder Agriturismi.
Infos und weitere Touren: alpecimbra.it
Seit 2010 schaufeln die Locals an der Cima Paganella an ihrem Paradies. Erst waren es nur ein paar stufige Felsentrails für Könner, doch bald kristallisierten sich drei unterschiedliche Bike-Zonen heraus: Die Molveno-Zone mit Flowlines, die Andalo-Zone mit verspielten, roten bis dunkelroten Abfahrten und die Fai-Zone, in der die kernigen, schwarzen Lines zuhause sind. Doch der Bikepark zwischen Brenta und Molvenosee wächst weiter: Mit dem fast 3,5 Kilometer langen „Duel“-Trail und dem „Top Gun“ (4,7 km), der dieses Jahr eröffnet wird, sind die Bikepark-Zonen nun lückenlos miteinander verknüpft. Ganz klar: einer der vielseitigsten Bikeparks der Alpen an einem der schönsten Badeseen der Alpen.
Die Vorzeige-Tour im Val di Fassa ist natürlich die Sellaronda, die hier direkt vor der Haustür startet. Mit der nagelneuen 3S-Umlaufbahn auf den Col Rodella gelangt man jetzt noch schneller in den Fassa Bike Park, der diesen Sommer auch gleich noch ein paar neue Lines bekommt. Doch wer es ruhiger und idyllischer mag, der peilt am besten den smaragdgrünen Karersee an oder fädelt in Pozza ins ursprüngliche Val San Nicolò ein. Besonders schön ist auch die Tour von Campitello ins Val Duron, wo sich der Blick auf Rosengarten und Denti di Terra Rossa öffnet. Hier weiden Pferde und Hochlandrinder in weiten Almwiesen.
Von Campitello ins Val Duron, vorbei am malerischen Dorf Pian. Es ist eines der spektakulärsten Täler der Fassa-Region, eingebettet zwischen den Dolomiten-Wänden von Catinaccio-Gruppe, Sassolungo und Sassopiatto. Mit Akku-Ladestation im Rifugio Micheluzzi.
Stichtour von Pozza di Fassa ins Val San Nicolò. Mit leichten Steigungsprozenten durch typische Almwiesenlandschaften. Am Ende des Tals warten der spektakuläre Wasserfall des San-Nicolò-Bachs und eine urige Hütte.
Infos zu Touren, Revier und GPS-Daten: fassa.com
Niemand soll sagen, es gäbe im Val di Sole nur Bikepark-Lines! Auf der „Epic Tour Great War“ darf man sich noch richtig Höhenmeter in die Beine pumpen. Es geht bis auf 2613 Meter Höhe in den Stilfserjoch Nationalpark hinauf. Vorbei an spannenden Relikten aus dem Gebirgskrieg und auf einem einzigartigen Kamm-Trail an der Montozzo-Scharte zurück (59 km / 2278 hm). Mega-Tour!
Supertour hoch über dem Val di Sole: Ein gut kurbelbarer Anstieg bis über die Baumgrenze mit Paradeausblick in die Adamello-Presanella-Gletscher, eine gemütliche Hütte zur Einkehr und danach ein recht sportlicher Trail zurück ins Valle Pejo hinunter (S1-S3).
Infos und GPS-Daten: valdisolebikeland.com
Der Skiort Madonna di Campiglio wird von den hochalpinen Festungen der Presanella und der Brenta Dolomiten flankiert. Fast senkrecht ragen die Felstürme aus dem Boden. Sprich: Als Mountainbiker darf man sich über die spektakuläre Kulisse freuen, in die Festung hinaufkurbeln ist aber so gut wie unmöglich. Also pedaliert man um die optischen Highlights entweder herum – so wie auf der klassischen Brenta-Umrundung – oder aber man spürt die feinen Lücken auf, die die beiden Felsbastionen für Tourenbiker gelassen haben. So wie zum Beispiel das nahe und extrem Trail-haltige Valle del Chiese.
Seit zehn Jahren veranstaltet Madonna di Campiglio einen Bike Marathon: Dolomitica Brenta Bike (67 km/41 km). Bei der E-Variante gibt es keine Stoppuhr, aber Top Einkehrstationen. Termin: 27. Juni.
Die klassische Runde um die Brenta bleibt hauptsächlich auf den Talwegen und ist in drei Etappen gemütlich fahrbar. Doch es gibt einige knackige Varianten. Auch mit Gepäcktransport. Infos: dolomitibrentabike.it
Die Tour startet bei Cologna im Valle del Chiese und enthält zwei echte Supertrails: Den sechs Kilometer langen Kamm-Trail zwischen Passo di Rango und Passo Giovo und einen spektakulären Buchenwald-Trail Richtung Kirche San Lorenzo, der durch eine Felsschlucht schließlich wieder am Ufer des Chiese endet.
Infos und GPS-Daten zu allen Touren: campigliodolomiti.it
Direkt ans Val di Fassa schließen sich Val di Fiemme und Val di Cembra an, mit all ihrer Idylle. Eingebettet zwischen den Dolomiten und der Lagorai-Kette, rollt man hier auf sanften Waldwegen und einsamen Straßen entspannt durch Dörfer und zu gemütlichen Almhütten hinauf. Stets in Höhenlagen, die auch schon im Frühjahr schneefrei und saftig grün sind. In den magischen Fichtenwäldern des Naturparks Paneveggio kann man sogar Hirsche beobachten, während auf den Weiden der Alpe Lusia friedlich die Kühe grasen. Highlight: Die Hochebene von Lavazè, die mit tollen Ausblicken aufwartet.
Die Runde startet am Passo Lavazè und klettert auf Asphalt bis zum 2000 Meter hohen Passo Oclini hinauf. Dort beginnt der Offroad-Teil: Entlang der Butterloch-Schlucht mit ihren bunten geologischen Schichten, dann über Weiden mit grandiosem Ausblick. Und dort, wo die Aussicht in die Dolomiten ganz besonders eindrucksvoll ist, wartet eine urige Hütteneinkehr.
Info: visitfiemme.it
Zwischen den majestätischen Dolomiten-Felsen der Pale di San Martino und dem Lagorai-Gebirge wartet San Martino di Castrozza. Sein Tourenrevier reicht vom Val Venegia über den Passo Rolle bis in die romantischen Täler von Primiero und Vanoi und über das Val Canali bis Sagron Mis. Vom 10.-13. September finden in dieser Superlandschaft die MTB-Marathon-Weltmeisterschaften statt (Premiero).
Das Val Venegia - mehrfach führte die BIKE-Transalp-Route durch dieses spektakuläre Dolomitental und begeisterte die Racer: Auf strahlend weißen Schotterkehren geht es hier zur Baita Segantini hinauf, während linkerhand die Zähne der Pale di San Martino in den Himmel wachsen. Definitiv eine der schönsten Bike-Touren der Alpen.
Von San Martino über die Lagorai-Kette ins magische Naturgebiet um den Calaita-See. Zurück über Bedolè und auf anspruchsvollem Trail nach San Martino. Einfacher geht es über das Vanoi-Tal und das malerische Lozen-Tal zurück.
Infos und GPS-Daten: sanmartino.com
Selbst die besten Trailparks der Alpen konnten dem Bike-Mekka Lago di Garda bisher nicht den Rang ablaufen. Die alten Militär-Trails ohne Liftanlagen haben ihren Zauber noch immer nicht verloren. Doch auch hier tut sich was: Im März wird eine neue MTB-Route entlang des Sentiero della Nosiola eröffnet. Die Strecke führt durch das Valle dei Laghi und verbindet die wichtigsten Weinkellereien der Region.
Von Ponte Arche führt der Weg hinauf auf den Monte Casale, wo sich eine sensationelle Aussicht auf den Lago di Cavedine, die Brenta-Dolomiten und den Gardasee öffnet. Über Forstwege und Trails ins landschaftlich reizvolle Val Lomasona hinunter und wieder zurück.
Die Tremalzo-Panoramatour zwischen Garda- und Ledrosee hat den Gardasee bei Bikern erst berühmt gemacht. Der Anstieg ist eine echte Herausforderung, die mit einem tollen Blick auf den Gardasee und einer spektakulären Abfahrt belohnt wird.
Natur pur wartet auf dieser Tour, die vom Seeufer in Riva del Garda zur Malga Grassi, einer urigen Berghütte, hinaufklettert. Nach der Einkehr folgt eine steile und grobschottrige Abfahrt nach Riva, die der Strecke einst den Spitznamen „Original Adrenalina“ einbrachte.
Alle Infos zum Revier: gardatrentino.it

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