Mont Blanc Umrundung mit dem E-MTBDas verdammt große Ding

Holger Meyer

 · 09.02.2026

Die Aussicht vom Panorama-Trail am Grand Col Ferret ist unglaublich.
Foto: Andrea Passerini
Startpunkt: La Fouly (1600 m) im schweizer Val Ferret mit majestätischem Blick auf das Massiv.

Der 4810 Meter hohe Mont Blanc ist mehr als nur der höchste Gipfel der Alpen. In seinem Massiv drängen sich drei Länder und drumherum die längsten Trails – Stoff genug für eine satte, viertägige Umrundung mit dem E-MTB.

​Mein Hinterrad gräbt sich tief in den aufgeweichten Boden. Die Stollen sind längst zugesetzt, an Vortrieb ist nicht zu denken. Es ist arschkalt. Und irgendwo zwischen Schneefeldern und Wolkenvorhängen frage ich mich kurz, ob es wirklich eine gute Idee war, Ende Oktober noch mit dem Bike auf 2500 Metern Höhe rumzuturnen. Was meine drei Begleiter denken, ist schwer zu sagen. Wir haben bestimmt eine Stunde lang nicht gesprochen. Schon weil sich unsere kleine Gruppe auseinander gezogen hat. Immer wieder gibt es diese stillen Momente der Zweifel. Konzentration. Einsamkeit. Die letzten Meter zum Pass hinauf schiebe ich fast schon meditativ vor mich hin. Doch dann erreiche ich die Passhöhe und stehe wieder mitten im Team. Feierstimmung.

Der Col de la Seigne (2516 m) markiert nach dem Grand Col Ferret (2537 m) den zweithöchsten Punkt der ganzen Tour.Foto: Andrea PasseriniDer Col de la Seigne (2516 m) markiert nach dem Grand Col Ferret (2537 m) den zweithöchsten Punkt der ganzen Tour.

Die Idee entstand gemeinsam mit meinem Kumpel Massimo, in seiner Heimatregion Aostatal besser bekannt als Bubba. Da wir aber beide den ganzen Sommer über als Bikeguides unterwegs sind, blieb uns für dieses Unternehmen nur der späte Herbst: die Tour du Mont Blanc – in vier Tagen rund um den weißen Riesen der Alpen. Der späte Zeitpunkt im Jahr ist natürlich ein Risiko, hat aber auch Vorteile, denn viele Wanderer werden wir auf unserer Suche nach den schönsten Trails nicht mehr antreffen. Der Berg gehört jetzt uns. Was allerdings schwierig werden könnte: Auch die Hütten haben bereits geschlossen. Mit unseren Akkus müssen wir also haushalten, denn das Zwischenladen bei einem leckeren Mittagessen fällt aus, und die kalten Temperaturen dürften wohl zusätzlich Energie ziehen. Bei Mensch und Maschine.

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Start bei acht Grad – unten im Tal

Als Startort haben wir uns das Val Ferret in der schweizer Ostflanke des Massivs ausgesucht. Mit dabei: Andrea, unser Fotograf aus Aosta, und Ace, Bergführer und Local aus Courmayeur. Und obwohl wir alle erfahrene Bergleute sind, ist die Nervosität spürbar. Während Bubba noch hektisch Proviant in die freien Winkel seines Rucksacks stopft, blicken wir ehrfürchtig die Wände des langgezogenen Gebirgsriegels hinauf und wissen: wir starten heute etwas ganz Großes.

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Die Runde um den Mont-Blanc enthält einige der längsten Trail-Abfahrten der Alpen. Wir werden in den kommenden vier Tagen sechs Mal an oder weit über die 2000-Meter-Marke hinaufklettern müssen und dabei Landschaften und Panoramen in drei verschiedenen Ländern erleben. Vielleicht aber auch nicht – denn vor nicht mal 24 Stunden hat es da oben geschneit. Inwieweit die Pässe also befahrbar sind, können wir von hier unten leider nicht abschätzen.

„Okay, kann losgehen!“, ruft Bubba. Bei sonnigen, aber sehr frischen acht Grad rollen wir im Bergort La Fouly los. Der Schotteranstieg zum Grand Col Ferret beginnt entspannt, doch als sich der Wald lichtet, wird der Weg zunehmend matschiger. Bald mischt sich grobes Gestein dazu und Schmelzwasserrinnen bringen uns immer wieder aus dem Tritt. Oben, auf 2537 Metern Höhe angekommen, klatschen wir kurz ab und suchen schnell Schutz vor dem beißenden Wind. Hinsetzen geht nicht, denn um uns herum: alles weiß. Wir stehen in einer Winterlandschaft. Auch die Grandes Jorasses gegenüber sind dick verschneit. Nur der Trail, der uns nun durch die gesamte Bergflanke tragen und bis nach Courmayeur hinunter bringen wird, macht einen gut sichtbaren Strich durch diesen buckligen Watteteppich.

Am Grand Col Ferret sollte sich entscheiden, ob eine Weiterfahrt im Schnee überhaupt Sinn macht.Foto: Andrea PasseriniAm Grand Col Ferret sollte sich entscheiden, ob eine Weiterfahrt im Schnee überhaupt Sinn macht.

Hier in den Berghängen von Courmayeur ist Ace zuhause. Mit dem Finger zeigt er uns die Linien, die er im Winter mit Ski runterfährt. Reinstes Klettergelände – selbst angezuckert fehlt mir dafür die Vorstellungskraft. Als wir ins bereits sehr schattige Courmayeur einrollen, fällt das Afterride-Bier aus: Hotel, heiße Dusche, Raclette – erst danach ist uns wieder warm genug für ein Gute-Nacht-Bier.

Am nächsten Morgen kurbeln wir in die Welt des Val Veny hinauf. Vorbei an dramatischen Felsformationen und Endmoränen, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit unter dickerem Gletschereis verborgen lagen. Darüber thront nun direkt der Gipfel des Mont Blanc mit seinen gewaltigen Gletscherabbrüchen. Als wir kurz hinterm Rifugio Elisabetta von der Forststraße abbiegen, wird sofort der Turbo-Modus nötig: Das Gelände öffnet sich zwar, aber steile Rampen und verblockte Passagen geben sich hier die Hand. Ohne E-Antrieb wären wir hier zum Schieben verdonnert.

Auf 2512 Meter Höhe überqueren wir mit dem Col de la Seigne die Grenze nach Frankreich. Was folgt, ist ein Trail-Highway vom Feinsten: Bremsen auf und rein in diese endlose Weite – außer uns ist keine Menschenseele unterwegs. Die Reifen greifen wunderbar im leicht matschigen Almboden, außer in den schattigen Kurven, dort lauern ein paar gut getarnte Eisplatten. Trotzdem: ein Traum.

Col de la Seigne: Der Trail sieht locker und entspannt aus, schlägt aber gern mal abrupt einen Richtungswechsel ein.Foto: Andrea PasseriniCol de la Seigne: Der Trail sieht locker und entspannt aus, schlägt aber gern mal abrupt einen Richtungswechsel ein.

Nächster Stopp: Cormet de Roselend. Der Pass ist asphaltiert und liegt eigentlich nicht auf unserer geplanten Route, doch dafür gibt's auf der anderen Passseite ein Gasthaus mit Betten, das geöffnet hat. Mit Blick auf den See vor der Tür tanken wir dort Energie – aus der Küche und aus der Steckdose. Die vollen Akkus werden wir morgen auf der dritten Etappe gut gebrauchen können, denn in den südlichen Flanken des Mont-Blanc-Massivs stehen der Col de la Croix du Bonhomme (2443 m) und der Col de Voza (1653 m) auf dem Programm. Zwei alpine Übergänge, die es in sich haben. Das wird schon beim Blick auf die Karte klar.

In der Realität aber kämpfen wir am nächsten Tag zusätzlich mit tiefgefrorenem, rutschigem Untergrund. Die Sonne schafft es erst am Nachmittag über den Bergkamm. Doch kaum treffen ihre Strahlen auf die vor uns liegende Westflanke des Bergmassivs, taut der Boden auf und setzt die Reifenstollen, wie eingangs beschrieben, zu. Eine Schinderei, die belohnt wird: Die letzte Abfahrt führt uns durch das Enduro-Mekka Les Houches bis fast nach Chamonix hinunter – die Wiege des modernen Alpinismus.

Mit der Seilbahn auf 3842 Meter Höhe - das Highlight in Chamonix. Höher hinauf geht’s mit dem Lift nur aufs Kleine Matterhorn (3883 m).Foto: Andrea PasseriniMit der Seilbahn auf 3842 Meter Höhe - das Highlight in Chamonix. Höher hinauf geht’s mit dem Lift nur aufs Kleine Matterhorn (3883 m).

Der Ort ist voll mit Berg-Enthusiasten aus aller Welt. Alle namhaften Outdoor-Hersteller halten hier in der Fußgängerzone eine Dependance. Wir rollen durch den Trubel, blicken aber immer wieder zum Himmel: Da oben strahlt jetzt der Mont Blanc mit seiner imposanten Aiguille du Midi im letzten Abendlicht.

Das Finale: Bubbas Spezialabfahrt

Die letzte Etappe starten wir früh morgens auf einem sehr spaßigen Trail-Geflecht im Tal. Im Prinzip müssen wir uns nur ans Flussbett der entgegen rauschenden Arve halten. Sie entspringt dort, wo wir heute noch hoch müssen: am 2203 Meter hohen Col de Balme. Kurz keimt in uns die Hoffnung, dass die Seilbahn in Le Tour noch geöffnet haben könnte – aber nein: wegen Revision geschlossen. Also heißt es Batterie sparend die Schotterkehren aufsammeln, vorbei am Bikepark, hinauf zum Col de Balme, wo uns wieder eiskalter Wind nur kurz vom Sandwich abbeißen lässt, bevor es zum großen Finale in Bubbas versprochene „Spezialabfahrt“ nach Trient hinunter geht.

Natürlich habe ich gestern im Bett noch gegoogelt. Selbst Trailforks markiert diese Abfahrt tiefschwarz. Und zwar zurecht, wie sich zeigen wird: Der Einstieg ist wild, von Schnee und Regen ausgewaschen. Danach folgen Kilometer um Kilometer feinster Flow. Doch dann, kurz vor Trient, stapeln sich steile Spitzkehren im Wald mit massiven, aber überraschend trockenen Wurzeln. Nach kurzer Eingewöhnung wird selbst dieser Abschnitt zum Vergnügen – auf Bubbas Spürnase ist einfach Verlass!

Info Tour de Mont Blanc (TMB)

Bubba ist im nahen Aostatal zuhause und hat diese Mont-Blanc-Runde mit ausgetüftelt.Foto: Andrea PasseriniBubba ist im nahen Aostatal zuhause und hat diese Mont-Blanc-Runde mit ausgetüftelt.

Die Umrundung des höchsten Gipfels der Alpen - oder auch Europas, wenn man den 5642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus nicht mehr zum Kontinent zählt - ist eine Enduro-Aufgabe, für die man gute Fitness, gute Fahrtechnik und Zähigkeit mitbringen muss. Auch oder vielleicht gerade mit dem E-MTB. Die Anstiege im Mont-Blanc-Massiv sind lang und steil. Prinzipiell hilft ein Motor hier Kraft zu sparen. Doch spätestens ab 2000 Meter Höhe bekommt man es meist mit hochalpinen Pfaden zu tun. Felsige, geröllhaltige und oft ausgewaschene Trails. Wer hier nicht die nötige Fahrtechnik mitbringt, wird bergauf wie bergab das Bike viel schieben müssen und dabei zusätzlich Akku-Leistung verdampfen.

Glücklicherweise gibt es entlang der Mont-Blanc-Route viele Hütten, in welchen man Energie tanken und meist auch übernachten kann. Allerdings haben die Hütten nur während der witterungsbedingt recht kurzen Sommersaison geöffnet (Mitte Juni bis ca. Mitte September).

Nice to know: Die unterschiedlichen Höhenangaben des Mont Blanc (von 4805 bis 4810 Metern) hängen übrigens mit dem Abschmelzen der über 100 Meter dicken Eis- und Schneeschicht auf seinem Gipfel zusammen. Stand Herbst 2023 misst der Berg derzeit 4805,59 Meter.

Beste Tourenzeit

Die Tour de Mont Blanc ist ein sehr beliebter Fernwanderweg. Hauptsaison: Juli und August. In dieser Zeit sind auch die Hütten entlang der Route oft schon wochenlang vorher ausgebucht. Als Mountainbiker tut man also gut daran, in die Nebensaison auszuweichen. Dann allerdings mit dem Risiko von Wintereinbrüchen. Generell schlägt das Wetter in den Westalpen oft schneller um als in den Ostalpen, da die Tiefs vom Atlantik her ungebremster anrauschen und in den Viertausendern gern länger hängen bleiben. Wir haben unsere Tour Ende Oktober gemacht und hatten ein sonniges, aber durchaus frostiges Zeitfenster von vier Tagen. Die ohnehin anspruchsvollen Trails wechselten zwischen hartgefroren, vereist und aufgeweicht matschig bis rutschig. Die fünfte Etappe zum Ausgangspunkt nach La Fouly zurück musste wegen erneutem Schneefall leider ausfallen. Daher endete unsere Tour in Triest, an der Westseite des Gebirgszugs.

Unterkünfte

Es gibt, wie gesagt, viele Hüttenunterkünfte rund um den Mont Blanc. Ein rechtzeitiges Vorreservieren ist jedoch dringend erforderlich, sonst steht man am Ende einer langen, harten Etappe vor ausgebuchten Betten. Preislich rangieren die Unterkünfte in der Schweiz und in Frankreich auf eher höherem Niveau. Im sehr einfachen Refuge du Col de Balme kostet z. B. die Übernachtung im Lager mit Halbpension 60 Euro pro Person.

Seilbahn

Die einzige Seilbahn, die im Sommer bei der Tour helfen kann Höhenmeter und 18-Prozent-Rampen zu ersparen, befindet sich auf der Westseite des Massivs in Le Tour (bei Chamonix). Geöffnet von Mitte Juni - Mitte September. Info: chamonix.com

Geführte Tour

​Die große Mont-Blanc-Umrundung gibt es im kommenden Sommer auch geführt und zum Teil mit Shuttle-Einsatz. Start und Ziel ist dann in Chamonix, das Gepäck wird transportiert. Daher wird nicht in Hütten übernachtet, sondern in komfortablen Hotels im Tal: Chamonix, La Fouly, Courmayeur und am Lac de Roselend. Termin: 8. September, Preis: ab 2150 Euro, Info: dierasenmaeher.de

Mont Blanc-Umrundung - die 4 Etappen mit dem E-MTB

Wir sind im Schweizer Ort La Fouly gestartet und haben das Mont-Blanc-Massiv im Uhrzeigersinn umrundet. In dieser Richtung sind für Mountainbiker weniger Tragepassagen zu erwarten. Wanderern wird die Tour gegen den Uhrzeigersinn empfohlen, weil es den Hüttenwechsel erleichtert. Als Mountainbiker begegnet man Wanderern auf diese Weise nur kurz (anhalten und Wanderern den Vortritt lassen!), muss ihnen auf den langen Trails aber nicht ewig hinterherzuckeln.

Wenn die Hütten schon geschlossen haben, kann es mit der Energieversorgung schon mal knapp werden.Foto: Andrea PasseriniWenn die Hütten schon geschlossen haben, kann es mit der Energieversorgung schon mal knapp werden.

Man kann die Tour auch von allen größeren Orten aus angehen. Von Courmayeur oder Chamonix zum Beispiel. Wir haben La Fouly auch deshalb als Startpunkt gewählt, weil so mit dem Grand Col Ferret (2537 m) gleich am ersten Tag der höchste Punkt ansteht. Nach dem Schneefall zuvor war klar: Wenn dieser Pass fahrbar ist, dann dürften die anderen Übergänge der Runde auch schneefrei sein.

Dank der vielen Übernachtungsmöglichkeiten lässt sich die Tour sehr individuell gestalten und kräftemäßig einteilen. Unsere Einteilung in 4 Etappen ist für sehr fitte E-Enduro-Biker gedacht, die auf fahrtechnisch anspruchsvollen Abschnitten nicht zu viel Zeit verlieren. Auch ein erfahrenes Akku-Management ist bei den langen, steilen Anstiegen samt Temperaturunterschieden von Vorteil. Deutlich entspannter fährt sich die Tour daher, wenn man gleich fünf Etappen einplant.

Insgesamt hat die Runde 177,6 Kilometer und 8150 Höhenmeter.

Etappe 1: Grand Col Ferret

  • ​​Länge: 35,7 Kilometer
  • Bergauf: 1387 Höhenmeter
  • Bergab: 1760 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 55 Prozent
Vom Startort La Fouly direkt auf den höchsten Punkt der gesamten Tour - die Aussicht ins Mont-Blanc-Massiv: sensationell!Foto: BIKE MagazinVom Startort La Fouly direkt auf den höchsten Punkt der gesamten Tour - die Aussicht ins Mont-Blanc-Massiv: sensationell!

Die Etappe: Gleich nach dem Start geht's zum höchsten Punkt der gesamten Tour hinauf: Knapp 1000 Höhenmeter zum 2536 Meter hohen Grand Col Ferret. Ab der Hütte La Peule kämpft man mit einem teils ausgesprochen steilen Hochgebirgspfad, der in trockenem Zustand mit dem E-MTB noch einigermaßen fahrbar sein sollte. Wir haben ihn die letzten 400 Höhenmeter sehr aufgeweicht und ausgewaschen erlebt. Der sulzige, klebrige Untergrund hat uns am Ende doch zum Schieben gezwungen. Oben ist die Aussicht gigantisch: rechts die spektakulären Zacken der Grandes Jorasses, geradeaus die komplette Gipfelparade des Mont Blancs. Auf der anderen, jetzt italienischen Seite des Passes, geht's zunächst 750 Tiefenmeter auf ruppigem Hochgebirgs-Trail hinunter. Doch nach einem kurzen, knackigen Gegenanstieg surft man auf einem etwa zehn Kilometer langen Balkon-Trail vor dieser Superkulisse dahin. Besser geht's fast nicht. Am Ende gibt sich der Trail noch mal extra-flowig, dann rollt die Etappe die letzten sechs Kilometer nach Courmayeur hinunter auf Asphalt aus.

Schlüsselstellen: Die ungefähr 70 Spitzkehren auf dem letzten Stück zum Grand Col Ferret hinauf sind etwas tricky. Auch die Abfahrt hat ab dem Rif. Elena ein paar steile Stufen. Der Panorama-Trail wird ab dem Rif. Bonatti stufig (kurze S3-Stellen).

Einkehr: Das Rifugio Walter Bonatti ist unbedingt eine Einkehr wert. Schon wegen der Aussicht.

Übernachtung: In Courmayeur gibt es diverse Unterkünfte.

​Etappe 2: Val Veny & Col de la Seigne

  • ​​Länge: 40,2 Kilometer
  • Bergauf: 2735 Höhenmeter
  • Bergab: 1519 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 46 Prozent
Etappe 2 brennt sich mit drei Kletteranstiegen über die 2400-Meter-Marke tief in die Oberschenkel. Aber auch ihr Panorama und ihre Trails wird man so schnell nicht mehr vergessen.Foto: BIKE MagazinEtappe 2 brennt sich mit drei Kletteranstiegen über die 2400-Meter-Marke tief in die Oberschenkel. Aber auch ihr Panorama und ihre Trails wird man so schnell nicht mehr vergessen.

Die Etappe: Drei Mal streng bergauf bis an die 2500-Meter-Marke: Der zweite Tag ist hart, landschaftlich mit dem Val Veny und dem Col de la Seigne aber eine Wucht. Wer kurz hinter Saint Jacques links zum Cormet de Roselend abbiegt und unten am See übernachtet, spart sich 350 Höhenmeter, muss das Ganze am nächsten Morgen aber wieder zurück kurbeln.

Schlüsselstellen: Die drei Anstiege sind lang, steil und haben typische hochalpine Tücken (Stufen, Rinnen), aber mit dem E-MTB ist dank Turbo-Modus bergauf alles fahrbar. Achtung auf der Col de la Seigne-Abfahrt: Die Trails schlagen plötzlich Haken!

Einkehr: Das Rif. Elisabetta liegt wunderschön und man kann die Akkus aufladen. Wichtig!

Übernachtung: Chalet de Roselend, chaletderoselend.fr oder auf der Hütte: refugecroixdubonhomme.ffcam.fr

​Etappe 3: Les Houches, Chamonix & Col de Balme

  • ​​Länge: 59,1 Kilometer
  • Bergauf: 2075 Höhenmeter
  • Bergab: 2326 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 22 Prozent
Tag 3 startet mit einer Mega-Abfahrt. Am Col de Voza: Enduro-Zeit! Chamonix: Kultort und bei Argentière am besten den Lift nehmen.Foto: BIKE MagazinTag 3 startet mit einer Mega-Abfahrt. Am Col de Voza: Enduro-Zeit! Chamonix: Kultort und bei Argentière am besten den Lift nehmen.

Die Etappe: Auch der dritte Tag ist lang. Wer sich einen Tag mehr vorgenommen hat, sollte eine Übernachtung in Chamonix einplanen. Eventuell sogar mit einer Seilbahnfahrt auf die berühmte Aiguille du Midi, um dem Weißen Riesen noch mal direkt gegenüber zu treten. Lohnenswert ist auch ein Abstecher auf die Enduro-Lines von Les Houches! Auf jeden Fall aber startet der Tag mit einer sportlichen, 1500 Tiefenmeter langen Superabfahrt.

Oben auf schmalem Alpinpfad durch weites, offenes Gelände, unten auf deutlich breiterem Weg durch den Wald. Unten in Tresse wartet schließlich die erste Härteprüfung bergauf. Der Schotterweg zum Col de Voza beginnt schon steil, ist aber nichts zu dem, was der Pass auf den letzten 200 Höhenmetern an Prozenten auffährt. Selbst mit dem E-MTB muss man sich hier ordentlich über den Lenker beugen, um nicht abgeworfen zu werden. Von Les Houches geht's idyllisch an der Arve entlang nach Chamonix. Wer hier nicht übernachten möchte, sollte in Le Tour an die letzte Seilbahn-Auffahrt zum Col de Balme denken.

Schlüsselstellen: Die Abfahrt vom Col du Bonhommme ist kernig, S3-Stellen in Form von Enge und Stufen blitzen aber nur hin und wieder auf. Ähnlich verhält es sich auf der Abfahrt vom Col de Voza. Gemein sind dagegen die 18-Prozent-Rampen zum Col de Voza und zum Col de Balme hinauf. Bei letzterem hilft aber in Le Tour eine Seilbahn!

Einkehr: Auf dieser Etappe passiert man diverse Hütten und Bars in den Ortschaften.

Übernachtung: In Chamonix warten diverse Unterkünfte, wer zum Refuge du Col de Balme durchziehen möchte: refugeducoldebalme.com

​Etappe 4: Über die Porte à l’Ô zurück nach La Fouly

  • ​​Länge: 43,7 Kilometer
  • Bergauf: 1583 Höhenmeter
  • Bergab: 2172 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 57 Prozent
Tag 4: Bubbas “Spezialabfahrt” vom Col du Balme hat am Ende ihre Tücken. Idylle pur am kleinen See in Champex-Lac.Foto: BIKE MagazinTag 4: Bubbas “Spezialabfahrt” vom Col du Balme hat am Ende ihre Tücken. Idylle pur am kleinen See in Champex-Lac.

Die Etappe: Landschaftlich steht die finale Nordkurve um das Mont-Blanc-Massiv etwas im Schatten. Aber sie hat mit einem fast 25 Kilometer langen Trail-Anteil einen sehr hohen Spaßfaktor. Der Tag startet schon mit der Grenzüberfahrt in die Schweiz zurück und einer 900 Tiefenmeter-Abfahrt nach Trient hinunter – Bubbas „Spezial-Abfahrt“. Oben kämpft man mit ein paar Wasserrinnen, dann folgen mehrere Kilometer feinster Flow, bevor die letzten Tiefenmeter vor Trient in ein engstkurviges Wurzel-Mikado ausarten.

Mit der Porte à l'Ô geht's durch grüne Almwiesen ein letztes Mal auf knapp über 2000 Meter Höhe, wo sich noch mal eine Aussichtsschneise Richtung Gipfelregion auftut, dann folgen 700 Tiefenmeter Trail-Abfahrt auf sattem, aber durchaus kniffligem Alm- und Waldboden. Von Issert muss man sich am Ende wieder 600 Höhenmeter nach La Fouly hocharbeiten, aber durch Dorfidylle und auf einem wilden Pfadmix, der mit dem E-MTB auch bergauf Spaß macht.

Schlüsselstellen: Die Abfahrt vom Col du Balme hinunter ist im oberen Abschnitt ruppig und unten ab der Waldgrenze: steile Spitzkehren und massive Wurzeln!

Die GPS-Daten zur Tour

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