Zu Besuch bei Schwalbe: Schwarz-Grün?

Adrian Kaether

 · 20.10.2021

Zu Besuch bei Schwalbe: Schwarz-Grün?Foto: Andreas Dobslaff

Ein Fahrrad-Reifenhersteller mit Produktion in Fernost ist als Öko-Vorreiter nicht gerade prädestiniert. Umso erstaunlicher, wie engagiert man bei Schwalbe das Thema Nachhaltigkeit angeht.

Schon in den 90er-Jahren begann Schwalbe die ersten Fahrradreifen zu recyceln und gilt seitdem als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Mittlerweile arbeitet der Reifenriese – beraten durch den Erfinder des Cradle-to-Cradle-Prinzips, Michael Braungart – an einem umfassenden, professionellen Nachhaltigkeits-Konzept, um schließlich die gesamte Firma zur Klimaneutralität zu bringen. Wie das gelingen soll, konnten wir bei einem Hausbesuch in der neuen Schwalbe-Firmenzentrale im Bergischen Land herausfinden.

BIKE besucht im Rahmen des RIDE GREEN-Projekts Schwalbe

Traditionsbewusst aber innovativ. Engagiert aber unaufgeregt. Schwalbe befindet sich in Sachen Nachhaltigkeit auf einem guten Weg.Foto: Andreas Dobslaff
Traditionsbewusst aber innovativ. Engagiert aber unaufgeregt. Schwalbe befindet sich in Sachen Nachhaltigkeit auf einem guten Weg.
In Reichshof im Bergischen Land findet sich der Hauptsitz von Schwalbe. Dependancen gibt es unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Nordamerika.Foto: Andreas Dobslaff
In Reichshof im Bergischen Land findet sich der Hauptsitz von Schwalbe. Dependancen gibt es unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Nordamerika.
Nur von außen konventionell. Im neuen Firmensitz wurde auf nachwachsene Rohstoffe und Recyclingfähigkeit der Baumaterialien großen Wert gelegt. 80 Prozent der Baustoffe sollen sich so nach dem Ende der Nutzungsdauer unkompliziert wiederverwerten lassen.Foto: Andreas Dobslaff
Nur von außen konventionell. Im neuen Firmensitz wurde auf nachwachsene Rohstoffe und Recyclingfähigkeit der Baumaterialien großen Wert gelegt. 80 Prozent der Baustoffe sollen sich so nach dem Ende der Nutzungsdauer unkompliziert wiederverwerten lassen.
 Die Ralf Bohle GmbH, die hinter der Marke Schwalbe steht, ist ein Familienunternehmen und setzt auf Tradition und lange Mitarbeiterbindung, aber auch auf moderne Werte wie die Sorge um die eigene Umweltbilanz.Foto: Andreas Dobslaff
Die Ralf Bohle GmbH, die hinter der Marke Schwalbe steht, ist ein Familienunternehmen und setzt auf Tradition und lange Mitarbeiterbindung, aber auch auf moderne Werte wie die Sorge um die eigene Umweltbilanz.
Der Schwalbe Marathon war der erste große Erfolg der Firma und gleichzeitig auch ein Statement für Langlebigkeit – nachhaltig, auch wenn das in den 80er-Jahren noch nicht so hieß.Foto: Andreas Dobslaff
Der Schwalbe Marathon war der erste große Erfolg der Firma und gleichzeitig auch ein Statement für Langlebigkeit – nachhaltig, auch wenn das in den 80er-Jahren noch nicht so hieß.
Schließlich wurde der Schwalbe Marathon sogar in einem aufwändigen Verfahren recycelt. Leider scheiterte das Projekt schon Ende der 90er-Jahre.Foto: Andreas Dobslaff
Schließlich wurde der Schwalbe Marathon sogar in einem aufwändigen Verfahren recycelt. Leider scheiterte das Projekt schon Ende der 90er-Jahre.
Heute hat Schwalbe sein Nachhaltigkeitsengagement professionalisiert und setzt dort an, wo sich Recycling am meisten lohnt: bei den Schläuchen. Der studierte Wirtschaftsingenieur Sebastian Bogdahn (Bild) sitzt sonst nicht auf den Paketen mit zum Recycling bestimmten Altschläuchen, sondern kümmert sich hinter den Kulissen darum, das Wiederverwertung weiter auszubauen.Foto: Andreas Dobslaff
Heute hat Schwalbe sein Nachhaltigkeitsengagement professionalisiert und setzt dort an, wo sich Recycling am meisten lohnt: bei den Schläuchen. Der studierte Wirtschaftsingenieur Sebastian Bogdahn (Bild) sitzt sonst nicht auf den Paketen mit zum Recycling bestimmten Altschläuchen, sondern kümmert sich hinter den Kulissen darum, das Wiederverwertung weiter auszubauen.
Von den Händlern wandern die Pakete mit Altschläuchen in den Hauptsitz von Schwalbe. Ungefähr fünf Trollies voll kommen jeden Tag in der Firmenzentrale an.Foto: Andreas Dobslaff
Von den Händlern wandern die Pakete mit Altschläuchen in den Hauptsitz von Schwalbe. Ungefähr fünf Trollies voll kommen jeden Tag in der Firmenzentrale an.
Dort werden die Schläuche in Big-Bags gesammelt, die sich als die effizienteste Transportlösung für den Weg zum Recycling nach Asien herausgestellt haben.Foto: Andreas Dobslaff
Dort werden die Schläuche in Big-Bags gesammelt, die sich als die effizienteste Transportlösung für den Weg zum Recycling nach Asien herausgestellt haben.
Schön stopfen. Je besser die Schläuche verpackt werden, desto effizienter und desto weniger umweltbelastend gelingt der Transport.Foto: Andreas Dobslaff
Schön stopfen. Je besser die Schläuche verpackt werden, desto effizienter und desto weniger umweltbelastend gelingt der Transport.
Gewaschen und zerkleinert sind die Schläuche bereit fürs Recycling. Das aus alten Schläuchen gewonnene Roh-Butyl ist in der Klimabilanz fünfmal besser als frisch synthetisiertes Roh-Butyl – trotz des hohen Aufwands bei der Logistik.Foto: Andreas Dobslaff
Gewaschen und zerkleinert sind die Schläuche bereit fürs Recycling. Das aus alten Schläuchen gewonnene Roh-Butyl ist in der Klimabilanz fünfmal besser als frisch synthetisiertes Roh-Butyl – trotz des hohen Aufwands bei der Logistik.
Der Mann hinter Schwalbe. Frank Bohle ist Unternehmer in der dritten Generation und macht sich für soziales und ökologisches Engagement seiner Firma stark.Foto: Andreas Dobslaff
Der Mann hinter Schwalbe. Frank Bohle ist Unternehmer in der dritten Generation und macht sich für soziales und ökologisches Engagement seiner Firma stark.
Der Dachgarten des neuen Gebäudes dient nicht nur als Rückzugs- und Freizeitraum für die Mitarbeiter, sondern liefert auch Zutaten für die Unternehmenskantine.Foto: Andreas Dobslaff
Der Dachgarten des neuen Gebäudes dient nicht nur als Rückzugs- und Freizeitraum für die Mitarbeiter, sondern liefert auch Zutaten für die Unternehmenskantine.
Traditionsbewusst aber innovativ. Engagiert aber unaufgeregt. Schwalbe befindet sich in Sachen Nachhaltigkeit auf einem guten Weg.Foto: Andreas Dobslaff
Traditionsbewusst aber innovativ. Engagiert aber unaufgeregt. Schwalbe befindet sich in Sachen Nachhaltigkeit auf einem guten Weg.
In Reichshof im Bergischen Land findet sich der Hauptsitz von Schwalbe. Dependancen gibt es unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Nordamerika.Foto: Andreas Dobslaff
In Reichshof im Bergischen Land findet sich der Hauptsitz von Schwalbe. Dependancen gibt es unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Nordamerika.
In Reichshof im Bergischen Land findet sich der Hauptsitz von Schwalbe. Dependancen gibt es unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Nordamerika.
Nur von außen konventionell. Im neuen Firmensitz wurde auf nachwachsene Rohstoffe und Recyclingfähigkeit der Baumaterialien großen Wert gelegt. 80 Prozent der Baustoffe sollen sich so nach dem Ende der Nutzungsdauer unkompliziert wiederverwerten lassen.
 Die Ralf Bohle GmbH, die hinter der Marke Schwalbe steht, ist ein Familienunternehmen und setzt auf Tradition und lange Mitarbeiterbindung, aber auch auf moderne Werte wie die Sorge um die eigene Umweltbilanz.
Der Schwalbe Marathon war der erste große Erfolg der Firma und gleichzeitig auch ein Statement für Langlebigkeit – nachhaltig, auch wenn das in den 80er-Jahren noch nicht so hieß.
Schließlich wurde der Schwalbe Marathon sogar in einem aufwändigen Verfahren recycelt. Leider scheiterte das Projekt schon Ende der 90er-Jahre.
Heute hat Schwalbe sein Nachhaltigkeitsengagement professionalisiert und setzt dort an, wo sich Recycling am meisten lohnt: bei den Schläuchen. Der studierte Wirtschaftsingenieur Sebastian Bogdahn (Bild) sitzt sonst nicht auf den Paketen mit zum Recycling bestimmten Altschläuchen, sondern kümmert sich hinter den Kulissen darum, das Wiederverwertung weiter auszubauen.
Von den Händlern wandern die Pakete mit Altschläuchen in den Hauptsitz von Schwalbe. Ungefähr fünf Trollies voll kommen jeden Tag in der Firmenzentrale an.
Dort werden die Schläuche in Big-Bags gesammelt, die sich als die effizienteste Transportlösung für den Weg zum Recycling nach Asien herausgestellt haben.
Schön stopfen. Je besser die Schläuche verpackt werden, desto effizienter und desto weniger umweltbelastend gelingt der Transport.
Gewaschen und zerkleinert sind die Schläuche bereit fürs Recycling. Das aus alten Schläuchen gewonnene Roh-Butyl ist in der Klimabilanz fünfmal besser als frisch synthetisiertes Roh-Butyl – trotz des hohen Aufwands bei der Logistik.
Der Mann hinter Schwalbe. Frank Bohle ist Unternehmer in der dritten Generation und macht sich für soziales und ökologisches Engagement seiner Firma stark.
Der Dachgarten des neuen Gebäudes dient nicht nur als Rückzugs- und Freizeitraum für die Mitarbeiter, sondern liefert auch Zutaten für die Unternehmenskantine.
Traditionsbewusst aber innovativ. Engagiert aber unaufgeregt. Schwalbe befindet sich in Sachen Nachhaltigkeit auf einem guten Weg.

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