Hardtail gegen Fully: Was ist schneller? Hardtail gegen Fully: Was ist schneller? Hardtail gegen Fully: Was ist schneller?

Test: Hardtail gegen Fully im Vergleich

Hardtail gegen Fully: Was ist schneller?

  • Jörg Schüller
 • Publiziert vor 11 Jahren

Hardtail oder Fully? Eine Glaubensfrage, die die Bike-Welt spaltet. Welches MTB-Konzept ist schneller? BIKE ging der Frage auf den Grund: mit Weltmeister Christoph Sauser und modernster Messtechnik.

Wald. Schwer atmet der fette Boden. Dunst über altem Laub, auf das Millionen kühler Regentropfen trommeln. Ansonsten Stille. Plötzlich ein entferntes Rauschen, das schnell zum charakteristischen Sound schneller Stollen auf nassem Boden wird. Schwarzes Bike, Weltmeister- Jersey – so sieht in Sigriswil in der Schweiz nur einer aus: Christoph Sauser. “Durchschnittspuls 107, Durchschnittsleistung 212 Watt”, rapportiert er, “Ich glaube, so war‘s schneller.” Aber glauben heißt selten wissen. Und genau ums Wissen geht’s bei dieser Aktion: Wir wollen endlich die alte Streitfrage klären, welche Bike-Gattung schneller ist, Fully oder Hardtail. Unter echten Kampfbedingungen, auf Wegen, die für einen CC-Worldcup typisch sind. Gemeinsam mit Specialized-Entwickler Jan Talavasek sind wir zu Christophs Haus- und Trainingsrunde gefahren. Unsere Ausrüstung: modernste Highend-Datarecording-Technik der Firma 2D aus Karlsruhe.

„Ich war überrascht von den Ergebnissen – und die sind so, dass wir alle noch lernen können“, sagte Christoph Sauser, Cross-Country-Weltmeister.

Hardtail vs. Fully: nur 500 Gramm Unterschied

Den ganzen Aufwand betreibt das Specialized-Team um Entwickler Talavasek natürlich nicht ohne Hintergedanken. Schon vor sechs Jahren hatte Specialized versucht, die Gretchenfrage „Hardtail oder Fully?“ mit einem kernigen „sowohl als auch“ zu beantworten. Ergebnis: der erste Brain-Dämpfer. Die Idee dahinter: eine straffe Plattform auf glatten Böden, sensibles Federn, wenn Unebenheiten die Fahrt zu bremsen drohen. Ein Bike, das selbst entscheidet, wie es dem Untergrund begegnet, quasi Hardtail und Fully in einem. Am aktuellen Epic trifft dieses wandelbare Fahrwerk auf einen computeroptimierten Rahmen, dessen Geometrie von Ketterechts-Sprints bis zu Trail-Ausflügen alles zulässt. Eine ausgezehrte Rennmaschine, 8,4 Kilo leicht und damit nur noch um etwa 500 Gramm schwerer als ein Top-Hardtail – zumindest bei Christophs Race-Epic.

Tatort Wald: Specialized-Team-Fahrer Christoph Sauser und die Fahrwerks-Spezialisten auf der Suche nach Wahrheit.

Test auf Christoph Sausers Spielplatz

Die Strecke: 890 Meter wurzeliger, ebener Trail, dann 245 Meter Asphalt steil bergauf und bergab, zum Abschluss eine steile Wurzelauf- und abfahrt. Die Zeitmessung erledigte ein hochpräzises GPS von 2D-Datarecording – aus den ermittelten Daten lassen sich Strecken- und Höhenprofil, die Sektorzeiten, Geschwindigkeiten, sogar Längs- und Querbeschleunigungen ablesen. Eine Powertap-Nabe zeichnet Christophs Leistung und Puls auf. Der Reifendruck beträgt bei seinem Epic unter zwei Bar. Hochgenaue Wegmesser und Beschleunigungssensoren zeichnen derweil Arbeit und Effizienz der Federung auf. Specialized-Entwickler Jan Talavasek wollte einerseits Arbeit und Ansprechverhalten des Brain untersuchen. Andererseits stand die Belastung des Fahrers durch den Untergrund auf dem Prüfstand, geprüft via Differenzmessung der Erschütterungen an der Hinterachse zu denen an der Sattelklemmung – je größer der Unterschied, desto stärker schont das Fahrwerk Fahrer und Kraftreserven.


Welches Bike beim Vergleich Fully gegen Hardtail schneller war, lesen Sie unten im PDF-Download.

Themen: FullysHardtailMessungSystemvergleichTest

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