Albtraum Lenkerbruch: Wie kann man sich schützen? Albtraum Lenkerbruch: Wie kann man sich schützen? Albtraum Lenkerbruch: Wie kann man sich schützen?

So vermeiden Sie, dass Carbon-Lenker brechen

Albtraum Lenkerbruch: Wie kann man sich schützen?

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 7 Jahren

Es ist der Albtraum eines jeden Bikers: Unvermittelt bricht der Lenker, man taucht kopfüber vom Bike, Knochen splittern, Blut spritzt. Wenn der Carbon-Lenker am Mountainbike zu Bruch geht ...

Gottseidank ist uns das nicht passiert – es hätte aber auch viel schlimmer kommen können. Kürzlich knickte uns der Carbon-Lenker eines Test-Bikes im Stand ab, beim Checken der Federgabelabstimmung. Der Schaden zeigt, wie heikel tragende Teile aus Carbon sein können. Der Hersteller des Lenkers führt den Bruch nach eingehender Untersuchung auf falsche Montage des Lockout-Hebels zurück, dadurch sei der Lenker gequetscht und die Faserstruktur unwiderruflich delaminiert worden. Im konkreten Fall fehlte das Distanzstück für die Lockout-Befestigung, das eine Quetschung verhindern soll. Ein Bedienfehler – dennoch mangelt es dem Lenker an Reserven, die ein sicherheitsrelevantes Produkt haben sollte.

Ein weiteres Problem sind Toleranzen bei der Herstellung: Von außen sieht man nicht, was drinsteckt. Das Fazit aus unserem Lenker-Bruchtest (BIKE 5/14) lautete: "Bis auf wenige Ausnahmen hinterlassen die Ergebnisse bei Carbon-Lenkern im Test einen faden Beigeschmack. Aufgrund riesiger Toleranzen kauft man als Kunde bei Carbon oft die Katze im Sack." Der Sachverständige Dipl.-Ing. Dirk Zedler kennt diese Probleme: "Ein Carbon-Lenker entsteht durch das händische Einlegen der Fasermatten. Jedes einzelne Bauteil muss daher im Werk auf seine Qualität geprüft werden, sonst kommen risikobehaftete Produkte in den Handel." Alle Hintergrundinformationen können Sie im großen Lenker-Bruchtest aus BIKE 5/14 online nachlesen.

Daniel Kraus "Sich beim Prüfen auf die Norm zu beschränken, bringt nachweislich keine Produkte, die dauerhaft sicher sind." Dipl.-Ing. Dirk Zedler, Sachverständiger

Lenkerbruch: So können Sie sich schützen

  1. Carbon-Lenker reagieren empfindlich auf die Klemmung durch Vorbau und Armaturen und dürfen nur mit Drehmomentschlüssel montiert werden. Das maximale Drehmoment (siehe Herstellerangabe) darf unter keinen Umständen überschritten werden.
  2. Zwischen Lenker und Vorbau gehört Carbon-Montagepaste für einen sicheren Sitz.
  3. Die Armaturen schraubt man nur so fest, dass sich diese beim Sturz ggf. noch verdrehen können.
  4. Lockout-Hebel dürfen nicht ohne das vorgesehene Distanzstück montiert werden.
  5. Um Schäden frühzeitig zu erkennen, sollten Sie Lenker und Vorbau regelmäßig auf Druck- bzw. Klemmspuren oder Risse hin untersuchen.

Die Top 3 Carbon-Lenker aus unserem BIKE-Test:

Bei der Fertigung von Lenkern zählt die Konstanz: Wenn nur einer aus 1000 versagt, kommt es zur Katastrophe. Um die Streuung zu überprüfen, haben wir im Test daher je drei Lenker/Vorbaukombinationen bis zu einer Million Lastwechsel unterzogen. Der Syntace Vector Carbon überstand auch diese Folter unbeschadet. Hier sind die besten drei Modelle aus dem Test in BIKE 5/14.


Syntace Vector Carbon
Der Vector Carbon war im Prüfstandtest unkaputtbar und ist wahrscheinlich der sicherste Lenker am Markt. So stabil, dass die Prüfmaschine abgeschaltet wurde. Seine Eckdaten: 227 g, 760 mm, 188 Euro.


Syntace Vector 7075
Das Pendant zum Testsieger, aber aus 7075er-Aluminium. Wer Carbon nicht traut und unbedingt einen Bügel aus Metall fahren möchte, findet derzeit keinen stabileren Alu-Lenker. 309 g, 780 mm, 82 Euro.

Georg Grieshaber Der Vector Carbon von Syntace hielt am Prüfstand am meisten aus.


Enve Riser Mountain Bar
Unter den breiten Lenkern ist der Enve der leichteste, und er beweist auch auf dem Prüfstand eine beeindruckende Haltbarkeit. Reicht in der Konstanz aber nicht an Syntace heran. 190 g, 745 mm, 270 Euro.

Georg Grieshaber Der Syntace Vector 7075 aus Alu.

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Themen: BIKE hilftBruchBruchtestCarbonDefekteLenker


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