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MTB-Rahmenmaterialien im Überblick

Bike-Werkstoffe: eine Übersicht der Rahmenmaterialien

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 4 Jahren

Mountainbikes sind die Allzweck-Räder der modernen Generation. Doch die Rahmen bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Welches eignet sich wofür am besten? Aluminium, Carbon, Stahl oder Titan?

Mountainbikes aus Aluminium

Material Nummer 1 im Mountainbike-Rahmenbau, vor allem bei Fullys. Das Leichtmetall wird in verschiedenen Legierungen verarbeitet. Zu den hochwertigen erprobten Typen gehören Aluminium 6061 oder 7000. Ein T dahinter steht für Heat Treated: Um Aluminium langlebig zu machen, muss es nach dem Schweißen einer Wärmebehandlung unterzogen werden. Die größten Alu-Lieferanten sind Easton (USA) und Alcoa (Aluminium Company of America). Seit etwa drei Jahren bauen auch Traditions-Stahlhersteller wie Tange (Japan) und Columbus (Italien) Alu-Rohrsätze, Oria (Italien) steht ebenfalls für gereifte Qualität. Für hochwertige Verarbeitung bürgen erfahrene Hersteller wie Cannondale, Scott, Rocky Mountain, Rotwild oder Canyon und andere Marken, die für Spitzenrahmen Alu nach eigenen Spezifikationen fertigen lassen und selbst schweißen.

Mountainbikes aus Aluminium sind die Regel, vor allem bei Bikes unter 1500 Euro.

Mountainbikes aus Carbon

Früher für exotische Prototypen und Kleinserien verbaut, kommt Carbon inzwischen in der Massenproduktion zum Einsatz. Hersteller wie Scott, Trek, Giant, GT, Simplon und Merida haben den Weg geebnet. Die Verarbeitungsformen und Bestandteile sind vielfältig und oft ein Geheimrezept des Herstellers. Grundsätzlich sollten Carbonfaser-Rahmen flächig verarbeitet sein, denn Rohrformen spielen die Gewichts-Belastungsvorteile des Fasermaterials nicht voll aus. Neben den Gewichtsvorteilen sammelt Carbon Pluspunkte bei Elastizität und Dämpfung, nachteil ist oft eine stärkere Verwindung vor allem im Steuerkopf- und Tretlagerbereich. Der Unterschied von Kohlefaser- zu sogenannten Thermoplast-Rahmen liegt nur an dem Harzmaterial, in das die Kohlefäden eingbettet werden und das die Carbonfasern stabilisiert.

Moderne Fullys wie das Stevens Whaka Carbon ES gibt es mittlerweile standardmäßig auch in Carbon.

Mountainbikes aus Stahl

Die Hochzeit der Stahlbikes ist im neuen Jahrtausend definitiv vorbei, obwohl Chrom-Molybdän-Stahl (Cromoly) in seinen verschiedenen Legierungen und durch die großen Erfahrungen bei der Variation der Wandstärken einfach und sicher für einen Rahmen verarbeitet werden kann. Ausführung als Muffen-Rahmen (Verbindungs-"Hülsen" zwischen den Rohren) oder als Filled Brazed: Die Rohre werden von Hand stumpf aneinandergelötet. Kampfpreise der Aluminiumhersteller und zunehmende Erfahrung bei der Gestaltung der Alurohre haben Stahl verdrängt. Ein Stahlrahmen kann bei Hardtrails aber immer noch eine gute Wahl sein für Fahrer bis 75 Kilo und Biker, die nicht auf die Oversized-Optik und die Härte von Alu stehen oder die Elastizität und das Fahrverhalten eines Stahlrahmens schätzen.

Ein Stahl-Klassiker von Ritchey: das P-650b

Mountainbikes aus Titan

Edelstoff für klassische Hardtails. Deutlich leichter als Stahl besitzen im Fahrradbau verwendete Titanlegierungen teilweise eine höhere Zugfestigkeit und deutlich bessere Korrosionseigenschaften. Bei Bike-Rahmen ist der Edelstoff aber durch die Fully-Technologie und hohe Preise extrem auf dem Rückzug. Titan-Rahmen sind schwierig zu verarbeiten. Pfiffige Konstrukteure wie Scott Nicol (Ibis) nutzen die Elastizität von Titan, um "gefederte" Hinterbauten ohne Lager zu konstruieren. Für Puristen und Edelstoff-Liebhaber wegen der Langlebigkeit (bildet kratzfeste Oxidschichten, "rostet" nicht) und seines Flairs weiterhin interessant, für Otto-Normal-Biker ist ein Titanbike zu teuer, da die Vorteile in keinem Verhältnis zum Preis stehen.

Titan-Bikes sind aufwändig herzustellen und in der Regel sehr teuer.

Themen: AluminiumBike-WerkstoffeCarbonFahrradtechnikfilled brazedhochwertigen MaterialienMountainbike-RahmenbauMountainbikesRahmenmaterialienStahlStahlbikeTitan


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