Kofferraum-Fahrradträger im Vergleich

Radtransport im Auto: Fahrradträger für den Kofferraum

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 7 Jahren

Fahrradträger für den Kofferraum bringen Ordnung ins Gepäckabteil. Wir haben zwei Systeme fürs Innere des Autos miteinander verglichen: Radfazz und Veloboy.

Peinlichst genau gestutzte Hecken, glatt geleckte Vorgärten und staubkornbefreite Bücherregale. Wir Deutschen sind bekanntermaßen ordnungsliebend. Da verwundert es doch sehr, wie so mancher Fahrradtransport vonstattengeht. Heckklappe öffnen, Fahrrad in den Fond stopfen, Heckklappe schließen. Im besten Fall landet dann die fette Reisetasche noch auf den sensiblen Laufrädern. Nicht selten wird dabei das Fahrrad oder der Innenraum des Fahrzeugs arg in Mitleidenschaft gezogen. Doch wir wären nicht Deutschland, gäbe es für dieses Problem keine ordentliche Lösung. Innenraum-Fahrradträger positionieren die Bikes im Kofferraum sauber aufgereiht, wie der Kompaniefeldwebel die Rekruten beim Morgenappell. Grundvoraussetzung: das passende Auto. Ein Kombi oder ein Mini-Van muss es schon sein. Wir haben uns die Transportsysteme von Radfazz und Veloboy genauer angeschaut.

Der Veloboy besteht aus einem klappbaren Grundträger, mit Rollen und Stützfuß. Darauf werden die Bikes immer in Fahrtrichtung transportiert. Radfazz bietet je nach Fahrzeugtyp verschiedene Lösungen. Die Gabelaufnahmen werden entweder an den Sitzhalterungen oder auf einer Schiene befestigt. Die Bikes können somit in oder gegen die Fahrtrichtung transportiert werden. Für unser Test-Fahrzeug, einem VW Touran, haben wir die Schienenlösung im Heck gewählt. Bevor man sich jedoch für ein System entscheidet, sollte man den Platzbedarf ermitteln. Passt das Bike mit ausgebautem Vorderrad stehend in den Fond, gibt es in aller Regel auch ein passendes System von Radfazz. Unter der Gabel sollten noch etwa fünf Zentimeter Luft für den Radträger verbleiben. Eventuell muss die Sattelstütze ausgebaut werden.

Der Innenraum-Fahrradträger von Radfazz.

Veloboy-Träger fasst bis zu drei Fahrräder

Bei Veloboy entscheidet man sich lediglich für die Anzahl der Fahrräder, die transportiert werden sollen. Möglich sind bis zu drei Bikes. Die Breite des Grundträgers bleibt dabei mit 66 Zentimetern immer gleich. Beide Systeme schlüpfen komplett vormontiert aus der Verpackung. Um die Schiene von Radfazz jedoch korrekt im Kofferraum anzubringen, müssen zwei Löcher in die Innenverkleidung gebohrt werden. Über zwei Zapfen wird der Grundträger dann fixiert. Bevor Sie allerdings Ihr Fahrzeug durchlöchern, sollten Sie die Bikes einmal auf der Schiene montieren und dann die korrekte Position ermitteln. Um Schwierigkeiten bei Leasing-Fahrzeugen zu entgehen, raten wir, auf die Bohrungen zu verzichten. Die nötige Stabilität erhält das System sowieso über Spanngurte, mit denen die Räder beim Transport gesichert werden müssen.

Veloboy T2: der zweite Fahrradträger für den Kofferraum im Vergleich.

Besonders komfortabel lassen sich die Räder auf dem Veloboy montieren. Der Träger wird auf der Ladekante abgestellt, die Bikes werden bequem außerhalb des Kofferraums fixiert. Danach schiebt man den Träger samt Bikes in den Fond und sichert ihn mit einem Spanngurt. Kleiner Nachteil: Hohe Ladekanten und unebene Ladeböden stören bei der Handhabung. Da die Gabelaufnahmen bei beiden Systemen um 360 Grad gedreht werden können, lassen sich die Räder mit etwas Übung enorm platzsparend verstauen. Lediglich bei Bikes mit recht flachen Lenkwinkeln neigen die Aufnahmen dazu, sich leicht zu verkeilen.

Beide Anbieter haben neben den Standard-Schnellspannern auch Steckachs-Adapter im Sortiment. Radfazz bietet eine Halterung für Lefty-Gabeln. Und während andere noch grübeln, wie sie am besten die Ladung im Auto stapeln, ist die BIKE-Testcrew längst auf dem Weg zum Trail – samt drei Bikes, Gepäck und Fahrern.


Im Gratis-PDF-Download finden Sie die technischen Daten und Einzelbeschreibungen der beiden Systeme.

Themen: FahrradträgerKofferraumRadfazzRadtransportTestVeloboy

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    Fahrradträger für den Kofferraum

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