So teuer? Das kostet Biken auf verbotenen Wegen So teuer? Das kostet Biken auf verbotenen Wegen So teuer? Das kostet Biken auf verbotenen Wegen

Bike-Verbote: Bußgeld

So teuer? Das kostet Biken auf verbotenen Wegen

  • Laurin Lehner
 • Publiziert vor 4 Jahren

Wer Bike-Verbote ignoriert, muss oft tief in die Tasche greifen. Wer weiß schon genau, wo Biken erlaubt ist und wo verboten. Das kosten Fehl-Ritte in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

Wer im Bike-Urlaub unerlaubt auf Wegen und Trails unterwegs ist, muss in manchen Ländern tief in die Tasche greifen. Während es in der sonst so teuren Schweiz im besten Fall umgerechnet nur 28 Euro kostet, muss man in Österreich bis zu 750 Euro hinlegen. Hier ist Biken selbst auf Forststraßen verboten. Zwar gilt dieses Gesetz in ganz Österreich, in vielen Tourismus-Gebieten gibt es jedoch Ausnahmen. In Italien sind die Gesetze dagegen weniger transparent.

Gleich bis zu mehreren tausend Euro kann es kosten, wenn man gegen Naturschutzgesetze verstößt oder wenn der Landbesitzer zivilrechtlich klagt. "Wer denkt, Biken ist nur dort verboten, wo ein Bike-Verbotsschild steht, liegt falsch”, sagt Heiko Mittelstädt von der DIMB. Sein Tipp: sich vor dem Urlaub beim Tourismusverband informieren. Noch besser: Regionen wählen, die als Mountainbike-Destination ausdrücklich mit Trail-Toleranz werben.

"In Deutschland gibt es 16 verschiedene Landeswaldgesetze. Die gelten aber nur im Wald. In der freien Landschaft gelten zusätzlich 16 Landesnaturschutzgesetze. Die Definitionen, wo Biken erlaubt ist, sind oft sehr schwammig formuliert. Was ist der Unterschied zwischen einem Fußweg und einem Fußpfad? Oder was heißt, Biken ist auf festen Wegen erlaubt? Ich rate dazu, sich im In- und Ausland vorher gut zu informieren, bevor man in einem fremden Gebiet zum Trailride ausrückt.” Heiko Mittelstädt, DIMB

DIMB Heiko Mittelstädt setzt sich bei der Deutschen Initiative Mountain Bike e. V. (DIMB) für die Interessen von Mountainbikern ein.


Deutschland: 15 Euro bis 80 Euro
Im Vergleich kommen deutsche Biker beim Missachten von Bike-Verboten günstig weg. Je nach Bundesland variieren die Sätze.


Österreich: 80 Euro bis 750 Euro
Wer das landesweite Forststraßen-Verbot ignoriert, muss mit einer Strafe bis zu 750 Euro rechnen. Ersttäter mit 50-70 Euro. Es gibt aber auch sensationelle Ausnahmen, wie die Klage über 15000 Euro gegen österreichische Biker.


Italien: Keine landesweite Regelung
Exemplarisch im Trentino: Hier beträgt die Strafe zwischen 60 Euro und 180 Euro. In anderen Regionen können die Bußgelder abweichen.


[Udpate, 18.04.2018]
Schweiz: 30 CHF (ca. 28 Euro) bis 50.000 CHF (knapp 42.000 Euro)

Verhältnismäßig günstig kommen Biker in der Schweiz davon. Zumindest bei der Missachtung des allgemeinen Fahrverbots für Radfahrer. Mit 28 Euro Strafe müssen Biker im besten Fall rechnen, wenn sie beim Ignorieren des Bike-Verbotsschilds erwischt werden. Steht diese Fahrverbotstafel jedoch am Eingang einer Schutzzone, eines Natur- oder Nationalparks, kann es, je nach Land- oder Waldbesitzer, auch eine Anzeige zur Folge haben, die der regionale Bezirksstatthalter regelt. Mit den Gebühren, die oft mindestens gleich hoch sind wie die Busse selber, kostet das dann je nach Schwere des "Vergehens" etwa ab 500 CHF und geht - je nach Ermessen des Richters - hoch bis 50.000 CHF!

Wim aus den Niederlanden meldete uns auf Facebook:

Themen: VerbotWegerecht


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