Zipp 3Zero Moto – Carbon-Laufräder für Enduro-Biker

Neu für MTBs: Zipp bringt Carbon-Felge ohne Hohlkammer

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 2 Jahren

Bisher hat Zipp ausschließlich Komponenten und Laufräder für Rennradfahrer produziert. Jetzt wollen die US-Amerikaner mit Zipp Carbon-Laufrädern auch auf dem MTB-Trail beweisen, was sie können.

Für ihr Mountainbike-Debüt haben die Zipp -Ingenieure über drei Jahre an einer Carbon-Felge für Enduro-Biker gearbeitet. Die lange Entwicklungszeit lässt erahnen, dass es sich beim neuen Zipp 3Zero Moto-Laufrad um kein Null­acht­fünf­zehn-Produkt handelt. Mit einem einwandigen Design ohne Hohlkammer wollen die Amerikaner Carbon-Laufräder fürs MTB bauen, die sogar stabiler als vergleichbare Alu-Pendants sind. In 27,5 und 29 Zoll.


Die Fakten auf einen Blick: Preis: 1999 Euro für den Laufradsatz mit Zipp-Naben / 700 Euro für die einzelne Felge Gewicht: 1892 Gramm (27,5-Zoll-Laufradsatz) Felgen-Maulweite: 30 Millimeter Lebenslange Garantie auf die Felge

Der neue Zipp 3Zero Moto Carbon-Laufradsatz für Enduro-Biker.

30 Millimeter Maulweite: Um die Laufräder auf Tubeless umzurüsten, benötigt man zwei Felgenbänder.

Bis in die 30er-Jahre wurden alle Fahrradfelgen ohne Hohlkammer gefertigt, oft sogar noch aus Holz. Erst mit den ersten Aluminiumfelgen kam die Hohlkammer-Konstruktion auf. Die machte die leichten Alu-Felgen erst extrem stabil. Will man Carbon als Felgenmaterial verwenden, eignet sich das einwandige Design wiederum besser. Zuletzt hat der japanische Hersteller Kuroshiro mit hochwertigen Carbon-Felgen die einwandige Konstruktion für Mountainbiker wieder aufgegriffen. Der Gedanke dahinter: Eine Hohlkammer macht zwar Alu-Felgen stabiler. Kombiniert man diese Bauweise jedoch mit dem Werkstoff Carbon, werden die Felgen oft zu steif. Während Alu-Felgen harte Durchschläge mit einer Delle meist überleben, brechen extrem steife Carbon-Rundlinge bei derselben Belastung angeblich häufig – so zumindest die Argumentation bei Zipp.

Der Querschnitt der Zipp-Carbonfelgen mit der einwandigen Konstruktion.

Die neue, 30 mm breite Zipp Moto-Felge kann dank der flachen Bauweise ohne Hohlkammer deutlich mehr flexen und soll deshalb harte Durchschläge kompensieren können. Das soll den Carbon-Laufradsatz sogar haltbarer als einen herkömmlichen Alu-Laufradsatz machen und Platten, die durch Durchschläge entstehen, vermeiden. Um die Aussage zu unterstreichen, gibt Zipp sogar eine lebenslange Garantie auf die Laufräder.

Zipp verspricht: Stabiler als Alu und weniger Platten durch Durchschläge. Selbst raues Gelände soll dem Carbon-Laufradsatz nichts anhaben können. 

Weniger Platten in steinigem Gelände: das verspricht Zipp mit seinen 3Zero Moto-Laufrädern. Die ersten Messwerte dazu lesen Sie in BIKE 6/19.

Gefertigt werden die Zipp-Carbonlaufräder in Indianapolis.

Die Carbon-Felgen werden im Zipp-Werk in Indianapolis in den USA produziert. Für den europäischen Markt werden sie in Portugal mit Sapim D-Light Speichen und Zipp-Naben zum Laufrad verwoben. Zipp-Laufräder sind ausschließlich mit XD-Freilauf erhältlich. Wer einen Shimano-kompatiblen Freilauf will, kann sich einzelne Felgen für 700 Euro pro Stück kaufen und selbst mit der Nabe seiner Wahl einspeichen.

Der Laufradsatz wurde für den Enduro-Einsatzbereich konstruiert und wiegt 1892 Gramm. Kein überragender Wert für einen 27,5-Zoll-Laufradsatz mit 30-Millimeter-Felge (Maulweite). Auch die Beschleunigungswerte liegen lediglich im Mittelfeld. Wegen der offen liegenden Speichennippel braucht man zwei Felgenbänder, um den Reifen Tubeless zu montieren. Beim kompletten Laufradsatz gibt's ein Paar  Quarq Tyrewiz-Luftdruck-Sensoren  gratis dazu.

Erste Messwerte zur Steifigkeit und Beschleunigung sowie einen ersten Fahreindruck der neuen Zipp 30 Moto Laufräder gibts in BIKE 6/19 – ab 2. Mai am Kiosk.

Neue Tyrewiz-Sensoren messen den Luftdruck der Reifen und schicken die Information direkt aufs Smartphone oder zum Tacho. Außerdem blinken sie rot, wenn der Luftdruck außerhalb eines vorgegebenen Bereichs liegt. Zum nNachrüsten kosten die Quarq Tyrewiz-Sensoren 200 Euro. Beim Zipp-Laufradsatz gibt's das Elektro-Gadget gratis dazu.

Wir nehmen die Zipp-Laufräder in der Redaktion weiter in die Mangel. Ein Bericht mit Messwerten aus dem BIKE-Testlabor und weiteren Praxiserfahrungen erscheint in BIKE 6/19 – ab dem 2. Mai am Kiosk.

Schlagwörter: Carbon Carbon-Laufrad Enduro Laufräder Neuheiten Neuheiten 2020 SRAM Zipp


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Test Laufräder: Carbon und Aluminium für 491 bis 1480 Euro
    14 Carbon- und Alu-Laufradsätze im Test

    12.01.2018

  • Pi Rope Laufräder
    Die Laufradrevolution: 1060 Gramm dank Faserspeichen

    30.04.2018

  • Test 2019: Leichte Laufräder aus Carbon
    4 Highend-Laufradsätze im harten Labor- und Praxistest

    04.07.2019

  • Neuheiten 2019: Bold Unplugged Vol. 2
    Neues 150-mm-MTB von Bold

    29.03.2019

  • Update 2019: Rockshox Signature Series
    Neue Namen für Rockshox Federgabeln und Dämpfer

    04.04.2019

  • Test-Duell: Cannondale Scalpel SE vs. Rocky Mountain Element
    Trailtuning ab Werk: 2 frisierte Race-Fullys im Test

    04.04.2019

  • Neu: Rocky Mountain Vertex 2018
    Neues Rocky Mountain Vertex für 2018

    20.03.2018

  • Enduro World Series 2013: alle Termine

    07.01.2013

  • MTB-Bekleidung von Endura
    Neue Endura Klamotten-Kollektion für 2015

    26.03.2015

  • Eurobike 2019: TRP DH7 Schaltung
    Konkurrenz für Shimano und Sram: TRP baut Schaltungen

    04.09.2019

  • Enduro-Blog 2015 von Ludwig Döhl #13: EWS-Finale
    Enduro World Series #8: Saisonende in Finale Ligure

    08.10.2015

  • Schnitzeljagd 2016: Das andere Enduro-Event
    Auf Trails zum Riesenschnitzel

    26.06.2016

  • Bionicon Supershuttle FR

    10.06.2009

  • Test 2014: 29 Zoll-Hardtails um 1500 Euro
    Zwölf 29er-Hardtails um 1500 Euro im Test

    22.07.2014

  • Enduro-Test 2018: Drössiger OneDuro
    Enduro Drössiger OneDuro im Test

    23.03.2018