Beneke Manitou Rahmen Versteigerung Beneke Manitou Rahmen Versteigerung

Versteigerung Manitou-DH-Rahmen von 1994

Benekes Kultrahmen – Auktion für guten Zweck

Henri Lesewitz/Stefan Loibl am 29.08.2020

Jürgen Beneke war in den 90ern der Star der Downhill-Szene. Nun versteigert der ehemalige Gesamt-Worldcup-Sieger seinen originalen Manitou-DH-Rahmen von 1994 für einen guten Zweck.

Er gewann 1993 den Gesamt-Worldcup und wurde 1994 Zweiter. Jürgen "Beni" Beneke war der Star der Downhill-Szene. Der gebürtige Freiburger, der in den USA lebt, versteigert nun den originalen Manitou-DH-Rahmen, den er in der Saison 1994 fuhr – inklusive seines Worldcup-Führungstrikots. Der Erlös soll Wings for Life zugute kommen, der Stiftung für Rückenmarksforschung. „Mich hat das Schicksal von Tara Llanes, die seit ihrem Sturz 2007 im Rollstuhl sitzt, zutiefst bewegt. Es kann theoretisch jeden von uns treffen“, sagt Beneke. Die Auktion startet am 1. September. 

Fotostrecke: Der Original-Manitou-DH-Rahmen von Jürgen Beneke

Interview: Jürgen Beneke über den Rahmen, den Beweggrund und seinen Job

BIKE: Kannst Du etwas zu dem Rahmen erzählen? Bei welchen Rennen bist Du ihn gefahren?

Jürgen Beneke: In den Jahren 1993 und 1994 war mein Team eine One-Man-Show. Anstelle eines Mechanikers hatte ich zwei Downhill-Bikes. In der Regel bin ich im Training und Rennen mit einem der Bikes gefahren bis etwas kaputt ging, dann bin ich aufs zweite Rad umgestiegen. Nach dem Rennwochenende habe ich dann zuhause das defekte Bike repariert. Deshalbe gab es einige Wochenenden, an denen ich beide Bikes gefahren bin. 

Jürgen Beneke MTB Downhill

Jürgen Beneke (48), gebürtiger Freiburger, lebt mittlerweile im Bundesstaat New York in den USA.

Was sind die interessanten technischen Details, Federweg, Unterschied zur Serienversion, ect.?

Das war das zweite Jahr auf den Downhill-Bikes von Manitou und es gab einige Verbesserungen wie mehr Federweg und bessere Elastomere, die ein wenig länger hielten. Wie viel Federweg das Rad genau hatte, weiß ich nicht mehr. Für mein Bike wurde extra eine längere Schwinge gebastelt, damit der Hinterbau mehr Hub hat. Bei langen Abfahrten wurden die Elastomere in der Federgabel vorne und in der Hinterbau-Gabel sehr heiß und zerbröselten. Auch bei größeren Sprüngen kam es vor, dass das Bike nicht mehr ausfederte. Dann waren wieder die Elastomere gebrochen.

Der Rahmen ist von 1994, Dein Worldcup-Sieg war 1993. Gehört das Trikot 1:1 zum Rahmen, oder sind das Dinge aus zwei verschiednen Saisons?

Das Trikot ist von 1993 als ich den Gesamt-Worldcup gewann. Der Rahmen stammt aus dem Jahr 1994, da wurde ich Zweiter. Zudem gewann ich 1994 zwei Worldcups, den Rebook Eliminator und die Deutsche Meisterschaft. Ich weiß nicht mehr genau, bei welchen Rennen ich ihn gefahren habe. Aber eins weiß ich sicher: Bei der Europameisterschaft stand ich damit am Start.

Was ist der Hintergrund, den Rahmen zu versteigern?

Dafür gibt es drei Gründe: Erstens weil man nicht alles behalten kann. Je älter ich werde, desto weniger interessieren mich materielle Dinge. Warum also nicht so etwas wie meinen Rahmen, der Teil der MTB-Geschichte ist, sinnvoll nutzen und etwas Geld für die Rückenmarksforschung sammeln. Zweitens weil ich Tara Llanes nach ihrer Querschnittslähmung versprochen habe, dass ich mit einer Versteigerung Geld für die Forschung sammeln will. Und drittens: Als ich mir den Rücken brach, wurde mir klar, wie viel Glück ich mein ganzes Leben lang hatte. Es ist Zeit, etwas zurückzugeben.

Wie genau läuft die Versteigerung ab?

Die Auktion wird am 1. September starten und zwei Wochen lang laufen. Ich werde auf meinem YouTube-Kanal ein Video veröffentlichen, in dem man die alten Bikes in Action sieht und etwas über den Downhill-Rennsport der 90er erfährt. Dort wird es auch einen Link zur Versteigerung geben. Von meiner Facebook-Seite und über mein Instagram-Profil wird man auch zur Auktion kommen. 

Wie ist das mit der Spendenaktion? Wie kann man spenden?

Parallel zur Versteigerung wird es auch eine GoFundme-Kampagne geben, mit der ich jeden glücklichen Biker wie ich einer bin dazu aufrufe, zehn Dollar für jeden glimpflich ausgegangenen Sturz zu spenden.  Es ist Zeit, etwas zurückzugeben. Hoffentlich können wir eines Tages bessere medizinische Lösungen für Rückenmarksverletzungen finden.

Was genau passiert mit der Spendensumme?

Das gesamte Geld geht an Wings for Life, eine gemeinnützige Stiftung zur Rückenmarksforschung mit dem Ziel, ein Heilmittel für Rückenmarksverletzungen zu finden. Sie finanzieren weltweit erstklassige wissenschaftliche Forschung und klinische Studien zur Heilung des verletzten Rückenmarks. 100 Prozent aller Spenden werden für Forschungszwecke verwendet, da alle Verwaltungskosten von Red Bull übernommen werden.

Noch ein Satz zu Dir, was Du gerade so machst: Fährst Du noch MTB? Und arbeitest Du noch als Handwerker?

Ich bike immer noch ein wenig und bin mit meiner Firma beschäftigt, die Aufbewahrungslösungen für Räder herstellt.

Jürgen Beneke MTB Downhill

Henri Lesewitz/Stefan Loibl am 29.08.2020
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