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Österreich, Salzburg: Upmove, Trutzpartie 2019 Nesslangeralm Österreich, Salzburg: Upmove, Trutzpartie 2019 Nesslangeralm

Österreich: Biker-Protest an der Nesslangeralm

Mountainbiker protestieren für Wegefreiheit

Sebastian Brust am 04.06.2019

Biken ist in Österreich verboten, wo es nicht explizit erlaubt ist. Jetzt wurde die Auffahrt zur Nesslangeralm bei Salzburg gesperrt, eine Forststraße wohlgemerkt. Ein Aufruf zum friedlichen Protest.

Mountainbiker in Österreich haben ein schweres Los. Denn sie sind von der Wegenutzung im Wald grundsätzlich ausgenommen. Einzig Ausnahmeregelungen und explizit für Radfahrer freigegebene Strecken erlauben das Befahren mit dem MTB – und das gilt sogar für Forststraßen.

Jüngste Erfolgsaussichten auf eine mögliche Gesetzesänderung (BIKE berichtete) wurden jetzt erst einmal enttäuscht: Weil sich die Wegegenossenschaft Wengerwald im österreichischen Kuchl, die für die Zufahrt zur beliebten Nesslangeralm verantwortlich ist, nicht einstimmig zur weiteren Duldung von Mountainbikern auf der Forststraße hinauf zur Alm erklärte, wurde der Weg nun gesperrt. Was klingt, wie im Märchen, ist leider Realität: Ein einzelnes Mitglied der Wegegenossenschaft verweigert den Bikern die Auffahrt – Grund ist angeblich eine uralte Fehde zwischen zwei alteingesessenen Waldbesitzerfamilien. Eine direkte Konsequenz ist nun: Weil die Mountainbiker fehlen, lohnt sich der Betreib der Nesslangeralm scheinbar nicht, und der Wirt hat angekündigt, seine Alm in der Saison 2019 nicht aufzusperren. Von den leidtragenden Bikern ganz zu schweigen…

Österreich, Salzburg: Upmove, Trutzpartie 2019 Nesslangeralm

Bitte absteigen: Die jüngste Sperrung der Auffahrt zur Nesslangeralm im österreichischen Kuchl/Weißenbach (Salzburg) ruft die Biker-Aktivisten von Upmove auf den Plan.

David Schäffler, Mountainbike-Guide aus Kuchl, kommentierte die Eskalation des Konflikts in einer Pressemitteilung der österreichischen Biker-Interessenvertretung Upmove: "Am Beispiel Wengerwald sieht man sehr deutlich, dass die von der Landwirtschaftskammer und Regierung so oft beschworene Vertragliche Lösung nicht funktioniert. Dennoch wirbt Österreich international als 'Bikeland' und mit dem Slogan 'You like it? Bike it!'. Das passt alles nicht zusammen. Nur eine Änderung des Forstgesetzes für eine Wegefreiheit für Mountainbiker kann solche, für Österreich typischen Konflikte entschärfen. Ansonsten können wir nur weiter größtenteils auf ganz normalen Straßen fahren, die kurioser Weise als MTB-Routen geführt werden. Da frage ich mich, weshalb diese nicht gleich beispielsweise auch als LKW-Route ausgewiesen werden!"

Die Organisation Upmove ruft nun am Donnerstag, den 6. Juni, um 18:00 Uhr zu einer Protestaktion in Kuchl/Weißenbach (Salzburg) auf. Bei den sogenannten Trutzpartien schieben Biker ihre Fahrräder über gesperrte Streckenabschnitte, um auf die verfahrene Situation hinzuweisen und machen so angeblich das, was tatsächlich in Österreich laut Forstgesetz erlaubt sei. Nähere Infos finden sich auf der Website von Upmove oder in den sozialen Medien, zum Beispiel bei Facebook. Wär's ein Märchen, dann käme bald das Happy End, so bleibt die Hoffnung.

Österreich, Salzburg: Upmove, Trutzpartie 2019 Nesslangeralm

Die beliebte Nesslangeralm in Kuchl/Weißenbach, Salzburg (Fotomontage mit Verbotsschild) bleibt angeblich in der Saison 2019 geschlossen. Der Wirt reagiere damit auf die Streitigkeiten um die Nutzungsrechte der Zufahrtsstraße. Ohne Biker lohne sich der Betrieb einfach nicht.

Sebastian Brust am 04.06.2019

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