Weltpremiere: Automatisches Fahrwerk E:i-Shock Weltpremiere: Automatisches Fahrwerk E:i-Shock Weltpremiere: Automatisches Fahrwerk E:i-Shock

Neu 2012: Rock Shock

Weltpremiere: Automatisches Fahrwerk E:i-Shock

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 9 Jahren

Ghost, Haibike und Lapierre heben mit Rock Shox und Trelock die Fahrwerks-Technologie auf ein neues Level: Mit dem elektronischen E:i-Shock-System findet der Dämpfer automatisch das passende Setup.

Nach dem elektronischen Lockout von Fox (ICD) steigt nun auch Rock Shox mit einem elektronischen Fahrwerk ein. Die drei Accell-Firmen Ghost, Haibike und Lapierre haben zusammen das automatische und intelligente E:i-Shock-System entwickelt. Es basiert auf einem Monarch RT3-Dämpfer, an dem ein Stellmotor automatisch zwischen fünf verschiedenen Dämfper-Modi hin- und herschaltet. Seine Signale bekommt er dabei von der Steuerungszentrale. Die wiederum bekommt von drei Sensoren Input:

Wolfgang Watzke Wertet 10-mal pro Sekunde die Signale von Trittfrequenz- und Beschleunigungssensoren aus: die Schaltzentrale des EI-Shock Fahrwerks sitzt im Halter auf der Steuersatzkappe.

  • ein Sensor am Tretlager gibt weiter, ob getreten wird oder nicht
  • ein Beschleunigungssensor sitzt unter der Steuersatzkappe...
  • ...ein weiterer im unteren Bereich der Federgabel. Diese beiden kontrollieren die Intensität und Häufigkeit der Schläge und geben die Signale 10-mal pro Sekunde an den Dämpfer weiter.

5 Jahre Entwicklung und viel Potenzial für die Zukunft

Knapp fünf Jahre haben die Bike-Firmen der Accell-Gruppe mit Rock Shox und Trelock an dem batteriegetriebenen System gearbeitet. Die erste Idee und viel Input kamen von der "Ecole Centrale Lyon". Auch der Monarch RT3-Dämpfer wurde von Rock Shox nochmals komplett überarbeitet. Zudem wurde der Stellmotor, der die verschiedenen Modi des Federbeins einstellt, in den Dämpferkopf integriert. So wiegt das E:i-Shock-System nur 350 Gramm mehr als ein normaler Monarch-Dämpfer ohne Lockout-Hebel.

Wolfgang Watzke Das Zenraldisplay des EI-Shock Systems nutzt die Sensorsignale und gibt neben dem aktuell gewählten Fahrwerksmodus auch Auskunft über Trittfrequenz und Fahrgeschwindigkeit.

Batterie und Computer

Der Akku wird je nach Bike-Modell auf dem Unterrohr oder in den Flaschenhalter-Ösen befestigt. Er soll 25 Fahrstunden halten und benötigt drei Stunden zum Laden. Falls er mal auf Tour leer sein sollte, verharrt der Dämpfer im zuletzt gewählten Dämpfermodus. Im Notfall lässt sich mit einem kleinen Inbus-Schlüssel (2,5 mm) auch manuell zwischen den Einstellmöglichkeiten hin- und herschalten.

21 Bike-Modelle mit der E:i-Shock-Technologie

Wolfgang Watzke Beim Ghost-29er sitzt der Akku am Unterrohr. So lässt sich darüber noch ein Flaschenhalter montieren.

Insgesamt wird es 21 Mountainbikes mit der neuen Technologie von Ghost, Haibike und Lapierre geben. Von Ghost werden das beispielsweise das neue Lector 29er-Fully sein, das AMR, das AMR+ und das neue Cagua mit 650B-Laufrädern. Haibike wird fünf Modelle anbieten: Zwei beim Sleek 26, zwei Bikes des neuen Sleek 29er-Fullys und das Heet RX. Zu den Preisen schwiegen sich die Hersteller noch aus. Aber es hieß: es soll bezahlbar bleiben.

Hersteller Das neue Sleek 29 von Haibike bietet am Heck 110 Millimeter Hub mit gewohnt sportlicher Geometrie.

Erster Fahrbericht des E:i-Shock Systems: Die Hände bleiben am Lenker

Nachdem ich am RT Lector 2990 von Ghost - dem neuen 100-Millimeter-Fully - Dämpfer und Gabel justiert habe, klicke ich mich kurz durch das Menü des Computers bis ich zur "Sensibilität" komme. Die stelle ich auf Stufe 1 von 5, d.h. dass das EI-Shock-System im Automatik-Modus sehr sensibel auf Schläge reagiert und den Dämpfer eher öffnet als in Stufe 5.

Wolfgang Watzke Beim ersten Fahrtest des EI-Shock-Fahrwerks mit dem neuen Ghost 29er-Fully.

Die ersten Meter auf der Asphaltstraße trete ich richtig in die Pedale. Das quittiert das System sofort mit einem leisen Surren und blockiert damit den Dämpfer. Das Geräusch hört sich an, wie wenn Shimanos Di2 vorne das Kettenblatt wechselt. Sobald wir in den Trail einbiegen und ich zu Treten aufhöre, signalisiert mir das leere Dämpfer-Symbol auf dem Computer, dass er sich nun in der offenen Stellung befindet. Beim Antreten nach Wurzeln oder Steinen braucht die Sensorik etwa eine Kurbelumdrehung, bis der Monarch-Dämpfer blockiert. Wer im ruppigen Gelände pedaliert, muss das nicht mit einem blockierten Federbein tun. Die Gabel registriert die Schläge und zusammen mit dem Signal, dass getreten wird, entscheidet es, den Dämpfer nur halb zu blockieren.

Speziell in welligem, sehr abwechslungsreichen Terrain sorgt das EI-Shock-System dafür, dass man immer extrem effizient fährt. Wer lieber einen festen Modus wählen will, kann das mit ein paar Klicks am Daumenhebel vom Handgriff aus tun.

Themen: E:I ShockE:i Shock FahrwerkelektronischFahrwerkintelligentRockshox


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