Als Ende des 19. Jahrhunderts die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" erfunden wurde, galten deutsche Produkte als billig und schlecht. In England, dem Mutterland der Industrialisierung, wollte man sich so vor Ramschwaren und Plagiaten aus Deutschland schützen. Doch die Deutschen holten auf und entwickelten sich zur Exportnation. Heute weist man Teilen aus Deutschland fast automatisch eine hohe Qualität zu.
Mit dem Siegel "Made in Germany" können aber auch solche Produkte geschmückt werden, die laut Wikipedia zu über 90 Prozent im Ausland gefertigt wurden, in Deutschland aber weitgehend nur zusammengebaut werden. Klare Regeln gibt es nicht, aber Firmen können Ärger vor Gericht bekommen, wenn im Produktionsprozess keine wesentliche Qualitätssteigerung oder ein entscheidender Wertschöpfungsanteil in Deutschland erzielt wird. Bei einem Fahrrad eher schwierig, zumal die Entwicklung des Rahmendesigns in dem Fall keine Rolle spielt. Entsprechend selten pappt das Siegel "Made in Germany" auf einem Bike. Schlimm?
Daher stellten wir vor knapp einem Jahr die Frage: Spielt es für Sie eine Rolle, woher Ihr Fahrrad oder seine Teile stammen? Sie haben in unserer Online-Umfrage abgestimmt. Mit einem interessanten Ergebnis.
589 und damit gut 49 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, mit ihrem Kaufverhalten bewusst Firmen zu unterstützen, die mit Produkten "Made in Germany" zumindest den überwiegenden Teil der Wertschöpfung in Deutschland erzielen. Knapp 28 Prozent sind zwar am Thema interessiert, legen aber keinen großen Wert auf Bike-Produkte "Made in Germany". Gut 23 Prozent sehen ihre Prioritäten woanders.
Redakteur