Ist es wichtig, ob Ihr Fahrrad aus Deutschland kommt?

Sebastian Brust

 · 25.10.2016

Ist es wichtig, ob Ihr Fahrrad aus Deutschland kommt?Foto: Georg Grieshaber
Ist es wichtig, ob Ihr Fahrrad aus Deutschland kommt?
Das Siegel "Made in Germany" gilt heute als Qualitätsmerkmal weltweit. Wirklich zu 100 % in Deutschland hergestellte Produkte sind in der Fahrradbranche allerdings rar. Aber kümmert Sie das?

Als Ende des 19. Jahrhunderts die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" erfunden wurde, galten deutsche Produkte als billig und schlecht. In England, dem Mutterland der Industrialisierung, wollte man sich so vor Ramschwaren und Plagiaten aus Deutschland schützen. Doch die Deutschen holten auf und entwickelten sich zur Exportnation. Heute weist man Teilen aus Deutschland fast automatisch eine hohe Qualität zu.

  Axel Schnura posiert im Carbon-Backofen. Seine Firma AX-Lightness mit Sitz in Creußen in Oberfranken produziert handgebaute Leichtbauteile, die in der ganzen Welt gefragt sind.Foto: Marek Vogel Axel Schnura posiert im Carbon-Backofen. Seine Firma AX-Lightness mit Sitz in Creußen in Oberfranken produziert handgebaute Leichtbauteile, die in der ganzen Welt gefragt sind.

Mit dem Siegel "Made in Germany" können aber auch solche Produkte geschmückt werden, die laut Wikipedia zu über 90 Prozent im Ausland gefertigt wurden, in Deutschland aber weitgehend nur zusammengebaut werden. Klare Regeln gibt es nicht, aber Firmen können Ärger vor Gericht bekommen, wenn im Produktionsprozess keine wesentliche Qualitätssteigerung oder ein entscheidender Wertschöpfungsanteil in Deutschland erzielt wird. Bei einem Fahrrad eher schwierig, zumal die Entwicklung des Rahmendesigns in dem Fall keine Rolle spielt. Entsprechend selten pappt das Siegel "Made in Germany" auf einem Bike. Schlimm?

Daher stellten wir vor knapp einem Jahr die Frage: Spielt es für Sie eine Rolle, woher Ihr Fahrrad oder seine Teile stammen? Sie haben in unserer Online-Umfrage abgestimmt. Mit einem interessanten Ergebnis.

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589 und damit gut 49 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, mit ihrem Kaufverhalten bewusst Firmen zu unterstützen, die mit Produkten "Made in Germany" zumindest den überwiegenden Teil der Wertschöpfung in Deutschland erzielen. Knapp 28 Prozent sind zwar am Thema interessiert, legen aber keinen großen Wert auf Bike-Produkte "Made in Germany". Gut 23 Prozent sehen ihre Prioritäten woanders.

  Spielt "Made in Germany" beim Bike-Kauf für Sie eine Rolle? Für knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer schon. Die andere Hälfte legt keinen besonderen Wert auf das Herkunftsland Deutschland. Foto: freeonlinesurveys.com,BIKE Magazin Spielt "Made in Germany" beim Bike-Kauf für Sie eine Rolle? Für knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer schon. Die andere Hälfte legt keinen besonderen Wert auf das Herkunftsland Deutschland. 

Sebastian Brust ist Jahrgang 1979 und ursprünglich vom Klapprad der Oma sozialisiert, seit seinem fünften Geburtstag aber hauptsächlich auf Stollenreifen unterwegs. Liebt alle Arten Bikes – und das Verschmelzen mit der Natur. Findet, dass Scheibenbremsen heute viel sicherer sind als vor 15 Jahren und glaubt, mit seinen Bremsen- und Belagstests dabei geholfen zu haben. Dass sich die Fahrradindustrie an anderer Stelle ausgerechnet an für ihn falschen Idealen der Autobranche orientiert, bedauert der gelernte Ingenieur für Fahrzeugtechnologie allerdings sehr. Bei BIKE korrigiert, produziert und organisiert er digitalen Content auf der Webseite.

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