Specialized Epic Evo 2021

Specialized Epic Evo: das bessere Epic?

  • Max Fuchs
 • Publiziert vor 8 Monaten

Vorhang auf für das Specialized Epic Evo. Im Modelljahr 2021 stellt Specialized neben das überarbeitete Race-Fully wieder eine komfortablere Epic-Variante mit 120/110 Millimeter Federweg.

Bikes mit dem verheißungsvollen Kürzel Evo im Gepäck sind seit 2011 ein fester Bestandteil der Mountainbike-Modellpalette von Specialized. Dabei handelt es sich um Räder mit dem gleichen Hauptrahmen wie am Standard-Modell. Abfahrtsorientiertere Komponenten, breitere Reifen und mehr Federweg hauchen den Evo-Modellen ausgeprägtere Downhill-Gene ein. So präsentiert Specialized neben dem Vollblut-Racer Epic für das Modelljahr 2021 auch eine komfortable, tourenlastigere Evo-Variante.

Auf welligen Singletrails zeigt sich das Epic Evo von seiner besten Seite.

Der Hauptrahmen bleibt gleich. Im Steuerrohr steckt eine Federgabel mit 120 Millimeter Federweg und 35-Millimeter-Chassis. Den Hinterbau optimierten die Entwickler für eine abfahrtslastigere Ausrichtung des ursprünglichen Cross-Country-Bikes. Mit dem Ergebnis: Das Heck des Epic Evo quetscht nun 110 Millimeter Federweg aus dem Dämpfer. Der grobstollige 2,3 Zoll breite Ground-Control-Reifen am Vorderrad, die Vario-Sattelstütze, ein kürzerer Vorbau und Vierkolben-Bremsen positionieren das neue Epic Evo sogar einen Ticken weiter Richtung Trailbike. Dennoch kaschiert das wuchtigere Setup keinesfalls die Race-Gene der ursprünglichen Rennmaschine. Ganz im Gegenteil: Der unveränderte Hauptrahmen fasst weiterhin zwei große Trinkflaschen – ein schlagkräftiges Argument für die Langstrecke oder ausgedehnte Trail-Touren. Mit dem praktischen SWAT-Minitool unten am Flaschenhalter kann man kleinere Reparaturen am Bike entspannt unterwegs machen.

Durch den kurzen Vorbau steht der Pilot auch in steilen Abfahrten sicher hinter dem Bike.

Die Rockshox SID Select+ mit 35er-Standrohren verleiht dem Epic Evo im groben Gelände viel Sicherheit und sorgt für Fahrstabilität.

Die bissigen Sram G2 RS Vierkolben-Bremsen bringt selbst schwere Fahrer präzise zum Stillstand.

Die Variostütze mit 150 Millimeter Hub zahlt ein ordentliches Pfund auf den Fahrspaß ein.

Das SWAT-Minitool hält die wichtigsten Werkzeuge auf Tour bereit.

Specialized versteckt das Minitool in einer kleinen Kunststoff-Halterung unten am Flaschenhalter.

Gemäß dem abfahrtslastigeren Einsatzbereich sorgt der hauseigene Ground-Control-Vorderreifen für viel Grip.

Die Fakten zum neuen Specialized Epic Evo

  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 120 Millimeter vorne / 110 Millimeter hinten
  • 29-Zoll-Laufräder
  • Gewicht ab 11,35 Kilo in Größe L (BIKE-Messung)
  • Rahmengewicht o. Dämpfer 1742 Gramm (BIKE-Messung)
  • zwei Modelle für 4499 Euro und 6599 Euro >> z.B. hier erhältlich *

Schade: Wer Gabel oder Dämpfer blockieren möchte, muss dafür die Hände vom Lenker nehmen. Eine Lenkerfernbedienung wäre effizienter gewesen.

Der Lenker (750 Millimeter) hätte nach unserem Geschmack ruhig etwas breiter ausfallen dürfen.

Die Kappe für die interne Zugverlegung löste sich bereits nach wenigen Kilometern.

Die Geometrie des neuen Specialized Epic Evo

Für etwas mehr Laufruhe verlängert Specialized die Kettenstreben auf 438 Millimeter. Außerdem lässt sich per Flipchip die Tretlagerhöhe um sechs Millimeter verstellen. In der Low-Position flacht der Lenkwinkel so von 67 auf 66,5 Grad ab. Durch die sportliche Geometrie nimmt der Fahrer eine eher gestreckte und frontlastige Sitzposition ein. Hier mach das Epic Evo seinem Namen alle Ehre.

Die Geometrie des Epic Evo Expert im Überblick.

Über den Flipchip an der Dämpfer-Wippe lässt sich die Geometrie per Inbus-Schlüssel verstellen.

Modelle und Preise

Das von uns getestete Top-Modell Epic Evo Expert bringt laut unserer Labor-Messung 11,35 Kilo auf die Waage. Für 6499 Euro werkelt das Fahrwerk am Expert-Modell mit einer SID-Federgabel und dem SIDluxe-Dämpfer jeweils in der mittleren Select+-Ausführung. Die Variostütze mit 150 Millimetern Hub kommt von X-Fusion. Um die DT-Swiss-Naben drehen sich hochwertige Roval Control Carbon-Felgen mit 25 Millimeter Maulweite.

Schon im Stand macht das Epic Evo Expert * klar, dass sein Einsatzbereich weit über die Rennstrecke hinausreicht. Preis: 6499 Euro

Die hauseigenen Roval-Control-Laufräder dürfen am Topmodell nicht fehlen.

Bei der Schaltung greift Specialized ins X01-Regal von Sram.

DT Swiss 350 Naben.

Durch einen Gummischlauch verlaufen die Züge geschützt von der Kettenstrebe in den Hauptrahmen über.

4499 Euro sind für das Epic Evo Comp fällig.

Das Epic Evo Comp gibts ab 4499 Euro, basiert auf dem gleichen Rahmen, ist mit einem Rockshox-Fahrwerk und einer Shimano-SLX-Gruppe mit 1x12 Gängen ausgestattet.

Fahreindruck

Sogenannte Sport-Tourer sollen die effizienz eines Race-Fullys bergauf und das souverände Handling eines Trail-Bikes berab vereinen. Wie unser Test in BIKE 7/2020 belegt, schaffen diesen Spagat nur die wenigsten Hersteller. Specialized hingegen tariert diesen Balance-Akt mit seinem Epic Evo gekonnt aus. Es ist erstaunlich wie Specialized sein Race-Fully mit ein paar wenigen Handgriffen zum leichten Touren-Fully mit Spaßgarantie umfunktioniert. Wie sich das neue Epic Evo im harten BIKE-Test schlägt, verraten wir Euch in 9/2020.

Den ausführlichen Test- und Fahrbericht zum Epic Evo Expert gibt's in BIKE 9/20.

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