BIKE Header Campaign
Revel Bikes Revel Bikes

Revel Bikes: Neue MTB-Marke aus Colorado

Die besten Trailbikes der Welt?

Adrian Kaether am 11.04.2019

Gerade erst aus dem Ei geschlüpft nimmt die kleine Firma Revel Bikes aus Colorado den Mund ziemlich voll: Die besten Trailbikes der Welt! Vor allem auf den Hinterbau der Räder ist man mächtig stolz.

Nicht weniger als „die besten Trailbikes überhaupt“ verspricht eine kleine, amerikanische Firma aus Carbondale, Colorado, auf ihrer Website. Revel Bikes heißt der Laden und wurde erst 2016 gegründet, will sich aber gleich mit den ganz Großen der Radbranche messen. Die Kernzutaten: Eine ausgewogene Geometrie und hochwertige Komponenten, Konstruktion und Vertrieb durch ein kleines, aber ausgesuchtes Team aus Fahrradspezialisten, Direktversand oder Abholung bei wenigen US-Händlern und ein grünes Gewissen durch Vermeidung von Verpackungsmüll und Optimierung bei der Carbon-Fertigung. Vor allem aber ein patentiertes Fahrwerk, das endgültig den Hinterbau von Antriebs- oder Bremseinflüssen entkoppeln soll.


Trailbike „Rascal“ und Enduro-MTB „Rail“

Revel Bikes

Das Rail ist das 650b Enduro der Firma und kommt mit langen Federwegen daher. 


Los geht’s erstmal mit nur zwei Modellen. Einem 140/130-mm-Trailbike in 29 Zoll und einem 27,5-Zoll-Enduro mit 170-mm-Gabel. Die Geometrie gibt sich fortschrittlich, aber nicht extrem. Der Lenkwinkel beim Enduro beträgt beispielsweise 65 Grad, der Reach 470 Millimeter in L, die Kettenstreben messen 430 Millimeter, während das Tretlager mit 337 Millimetern schön tief ausfällt. Beim 29er-Trailbike ist der Lenkwinkel mit 66 Grad etwas steiler, die Kettenstreben sind mit 433 Millimetern leicht länger, der Reach fällt minimal kürzer aus.


CBF-Fahrwerksdesign: Das steckt dahinter

Revel Bikes

Der CBF-Hinterbau schematisch dargestellt: Der Clou daran ist, dass die Kinematik auf das sogenannte „Center of Curvature“ – ein Punkt auf Höhe des Kettenblatts – optimiert wurde. Da sich die Lage des momentanen Drehpunkts (IC) beim CBF-Hinterbau während des Einfederns kaum verändert, läuft die Linie zwischen Hinterradachse und IC stets durch dieses Center of Curvature. Bei den meisten Mehrgelenkern ändert sich die Lage des Instant Centers stärker, was auch stark unterschiedliche Anti-Squat-Werte – je nach Einfederungszustand des Hinterbaus – bewirkt. In der Praxis soll der CBF-Hinterbau so beim Beschleunigen ruhig bleiben und beim Bremsen nicht verhärten.


Am stolzesten ist man bei Revel Bikes aber auf das Fahrwerk der beiden Boliden, die den Namen „Rail“ (Enduro) und „Rascal“ (Trailbike) tragen. Es handelt sich um eine CBF (Canfield Balanced Formula) genannte und patentierte Konstruktion, die gleich zwei virtuelle Drehpunkte in der Kinematik miteinander ausbalancieren soll und so für eine optimale Trennung des Fahrwerks vom Antrieb sorgt. So soll das Fahrwerk in Anstiegen wie im Downhill besser arbeiten. Antriebseinflüsse unter Pedalzug oder beim Bremsen sollen damit endgültig Geschichte sein. Mehr zu den technischen Details des Fahrwerks, Anti-Squat-Werten und Anti-Rise-Werten gibt's hier. Leichtes Wippen ohne Plattform dürfte damit vorhanden sein, wird aber für ein immer aktives Fahrwerk gerne in Kauf genommen. Die Ähnlichkeit zu einem klassischen VPP-System (z.B. Santa Cruz) oder einem DW-Link-Hinterbau ist nicht zu verkennen.

Revel Bikes

Eins für alles. Das Rascal soll seinem Namen alle Ehre machen und trotz großer Laufräder wendig um die Ecken zirkeln, aber auch gröbere Steinfelder gut wegstecken.


Enve-Gründer und Rockshox-Chefingenieur mit im Boot


Entworfen haben dieses MTB-Fahrwerk aber die Canfield-Brüder, die sich in der Custom-Szene bereits mit ihrem eigenen Bike, dem Canfield Brothers Balance, seit 2015 einen Namen gemacht haben. Außerdem hat sich die junge Marke unter Firmenchef Adam Miller (auch Boralis und Why-Cycles) neben anderen Industrie-Veteranen den Entwicklungschef von Rockshox, Jeremiah Starkey, und Enve-Gründer Jason Schiers mit ins Boot geholt. Letzterer optimiert und überwacht die Carbon-Fertigung, ersterer übernimmt auch bei Revel Bikes die Rolle des Chefingenieurs. Erfahrung scheint also reichlich vorhanden.

Revel Bikes

Das Team um Firmenchef Adam Miller (3. v. rechts). 

Revel Bikes

Bei beiden Bikes legt Revel Wert auf ausgewogene Fahreigenschaften bergauf wie im Downhill. Das Rail ist aber das abfahrtslastigere Bike.


Ab sofort sind die beiden Bikes online verfügbar und können in ihrer Ausstattung zum Teil individuell konfiguriert werden. Verschickt wird weltweit. Markentechnisch setzt man bei Revel Bikes vor allem auf Sram beziehungsweise Rockshox und Industry Nine oder Enve bei den Laufrädern. Bei den Federgabeln kommt wahlweise auch DVO zum Einsatz. Los geht es bei beiden Bikes mit dem GX Eagle Kit für rund 5000 Dollar mit DVO-Gabel, Rockshox Super Deluxe-Dämpfer und einem Industrie Nine Enduro-Laufradsatz. Kein absolutes Versenderschnäppchen, aber für einen exklusiven Rahmen einer Custom-Schmiede ziemlich in Ordnung.


Alle Informationen zu Revel Bikes findet ihr auf der Website des Herstellers.

Adrian Kaether am 11.04.2019

  • Das könnte Sie auch interessieren