Yeti SB 5.5 im Test

Peter Nilges

 · 16.05.2017

Yeti SB 5.5 im TestFoto: Marius Maasewerd
Yeti SB 5.5 im Test

Eine gehörige Portion Kult, Mythos und Blingbling umgibt ein jedes Bike der Marke Yeti, so natürlich auch das Yeti SB 5.5.

Kommen dann noch Edelkomponenten von Chris King und Enve mit ins Spiel, setzt die Vernunft wahrer Bike-Gläubiger bereits beim Anblick des Objekts der Begierde aus. Demnach passt auch das SB 5.5 in der hochwertigsten Carbon-Variante (Turq) für 8999 Euro perfekt in diesen Tuning-Test. Nüchtern betrachtet kann einem bei der XT-Ausstattung und den günstigen Kurbeln allerdings schon mal die Kinnlade runterklappen. Bereits beim Ausladen aus dem BIKE-Bus wird klar: Beim SB 5.5 handelt es sich um ein wuchtiges Kaliber. 29-Zoll-Reifen in 2,5er-Breite am Vorderrad, Fox-36- und Float-X-Dämpfer mit Ausgleichsbehälter lassen die Waage auch ohne Pedale erst bei 13 Kilo stoppen. Laut unserer Testanforderung mit der Beschränkung auf maximal 140 Millimeter Federweg hätte das kleinere SB 5 wesentlich besser in diesen Test gepasst. Über die moderaten Trails in Rabenberg kann das übermunitionierte 5.5 daher nur müde lächeln. Weder Stone Garden noch Kyril-Trail locken das Bike mit super sensiblem Fahrwerk aus der Reserve, während sich die breiten Reifen in jeder Passage souverän mit dem Untergrund verzahnen. Genau wie bei Radon und Bulls hätten wir uns auch beim Yeti einen größeren Rahmen gewünscht, wodurch die Sitzposition kurz und aufrecht ausfällt. Trotz geschmeidigem Hinterbau hält die Switch-Infinity-Kinematik den Dämpfer bei harten Anritten erstaunlich ruhig, was den Griff zur Plattform überflüssig macht. Durch das hohe Gesamtgewicht und die mit Abstand trägsten Laufräder kommt das Yeti nach engen Kehren und in den flachen Tretpassagen nur behäbig in Schwung. Definitiv mehr Enduro als Trailbike.

Verlagssonderveröffentlichung
  Yeti SB 5.5: Die edlen Chris-King-Naben stehen dem Yeti ausgezeichnet. Leider kann man den Spacer sehr leicht verlieren.    Foto: Marius Maasewerd
Yeti SB 5.5: Die edlen Chris-King-Naben stehen dem Yeti ausgezeichnet. Leider kann man den Spacer sehr leicht verlieren.  
  Yeti SB 5.5: Switch-Infinity heißt Yetis ungewöhnliche Hinterbautechnologie, bei der sich das Hauptlager zusätzlich auf und ab bewegt.Foto: Marius Maasewerd
Yeti SB 5.5: Switch-Infinity heißt Yetis ungewöhnliche Hinterbautechnologie, bei der sich das Hauptlager zusätzlich auf und ab bewegt.
  Yeti SB 5.5Foto: BIKE Magazin
Yeti SB 5.5
  Yeti SB 5.5Foto: BIKE Magazin
Yeti SB 5.5


Tuning Tubeless, Carbon-Laufräder mit Chris-King-Naben: Das Yeti 5.5 ist das ultimative Trailbike und hat seine Wurzeln in den USA. Wir haben die Enve-M60HV-Felgen mit Chris-King-Naben gewählt, da sie ebenfalls in den USA gefertigt und von Hand eingespeicht werden. Stabil und leicht. Um das Paket abzurunden, haben wir zudem einen Enve-Mountain-Vorbau und -DH-Lenker montiert. (Ken Bloomer, Yeti/Enve)

  Ken Bloomer, Yeti/EnveFoto: Hersteller
Ken Bloomer, Yeti/Enve

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element