Cannondale Habit Carbon 3 im Test

Florentin Vesenbeckh

 · 23.07.2017

Cannondale Habit Carbon 3 im TestFoto: Robert Niedring
Cannondale Habit Carbon 3 im Test

Das Habit versteckt seinen Charakter nicht lange: komfortabel und gutmütig. Was sich direkt beim Aufsitzen in einer kompakten Sitzposition zeigt, festigt sich auf den Trail-Runden in Südtirol.

Das Fahrwerk gibt willig Federweg frei und bettet den Fahrer auch auf ruppigen Abfahrten sanft. Dank geringer Progression braucht der Hinterbau nicht viel SAG und arbeitet dennoch sensibel. Das Plus an Federweg (137 statt der angegebenen 120 Millimeter am Heck) macht sich deutlich bemerkbar und das Cannondale zum Abfahrtssieger. Das einzige 27,5er im Test braust quirlig über die Trails, durch den relativ steilen Lenkwinkel und mäßig langen Reach wirkt es in manchen Situationen sogar eine Spur nervös. Gebremst wird der Abfahrtsdrang von den Schwalbe-Reifen mit günstigen Performance-Gummis, die spürbar weniger Grip bieten. Aus den kleineren Laufrädern kann Cannondale keinen Gewichtsvorteil ziehen. 13,5 Kilo ohne Pedale und eine kompakte Sitzposition machen es zum eher gemütlichen Kletterer. Erfreulicherweise bleibt der Hinterbau beim Pedalieren ruhig, den Griff zum Plattformhebel können sich Habit-Piloten sparen, zumal dessen Wirkung nur wenig effektiv ist. Dank 2x11-Schaltung freuen sich die Beine an steilen Anstiegen über Reserven und eine große Bandbreite. Ärgerlich: Die TranX-Teleskopstütze braucht sehr viel Kraft, um ganz versenkt zu werden. Das nervt vor allem, wenn der Sattel abseits der Forststraße oder in hektischen Situationen eingefahren werden soll. Die 120 Millimeter Verstellbereich sind zudem nicht gerade üppig. Leichte Fahrer könnten bei kalten Temperaturen Probleme mit der langsamen Zugstufe der Gabel bekommen.

Verlagssonderveröffentlichung


Florentin Vesenbeckh, BIKE-Testredakteur:
Das Habit ist der komfortabelste Begleiter des Dreikampfs. Der längere Federweg ist deutlich spürbar und bringt besonders im ruppigen Gelände Sicherheit. Bergauf nimmt man auf dem Cannondale bequem Platz. Wer entspannt auf den Berg will und nicht nach Bestzeiten schielt, findet einen quirligen und gutmütigen Kompagnon.

  BIKE-Redakteur Florentin VesenbeckhFoto: Georg Grieshaber
BIKE-Redakteur Florentin Vesenbeckh
  Cannondale Habit Carbon 3: Die Züge verschwinden nicht im Inneren des Rahmens, sondern verlaufen am Unterrohr – aber wohlsortiert.    Foto: Robert Niedring
Cannondale Habit Carbon 3: Die Züge verschwinden nicht im Inneren des Rahmens, sondern verlaufen am Unterrohr – aber wohlsortiert.  
  Cannondale Habit Carbon 3 – Edles Detail: Ein Carbon-Umlenkhebel verbindet Alu-Hinterbau und Kohlefaserhauptrahmen.Foto: Robert Niedring
Cannondale Habit Carbon 3 – Edles Detail: Ein Carbon-Umlenkhebel verbindet Alu-Hinterbau und Kohlefaserhauptrahmen.
  Cannondale Habit Carbon 3Foto: BIKE Magazin
Cannondale Habit Carbon 3
  Cannondale Habit Carbon 3Foto: BIKE Magazin
Cannondale Habit Carbon 3


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