Marathon

Kona Hei Hei Supreme

Christoph Listmann

 · 12.05.2013

Kona Hei Hei SupremeFoto: Georg Grieshaber

Konas leichtes und schnelles 29er-Fully ist wie geschaffen für den Marathon-Startblock. 3, 2, 1 – Peng!

Schlank, austrainiert, Bräunungsstreifen an Armen und Beinen, enge Klamotten mit Firmen- Logos – im Marathon-Startblock ist man umgeben von solchen Typen. Für genau diese Klientel hat Kona das Hei Hei Supreme in 29 Zoll entwickelt. Es besitzt ebenfalls eine schlanke Figur und bringt kaum was auf die Waage: Das brandneue Kohlefaser-Fahrwerk (Carbon-Hauptrahmen und -Hinterbau, Alu-Wippe) wiegt nur 2300 Gramm, das Bike liegt komplett bei elfeinhalb Kilo. Dazu passt die sportlich lange Geometrie und die Race-Ausstattung mit sehr leichten Laufrädern, schmalen Pneus und strammer Übersetzung. Die Steifigkeitsmessung im BIKE-Testlabor schränkt den Einsatzbereich ebenfalls auf den oben genannten Fahrertyp ein. Der Flex von 61 Nm/Grad sperrt schwere Fahrer aus. Wir sagen: Bis gut 85 Kilo passt das.

Dass sich der Rahmen verwindet, spürt man auch in der Praxis. Auf den schweren Gardasee-Trails (zugegebenermaßen nicht das Heimrevier des Supreme) fehlt dadurch etwas die Lenkpräzision, und ohnehin fühlt man sich mit ausgezogener Sattelstütze über hohen Stufen nicht sehr wohl. Andererseits schlängelt man sich dank der gelungenen Geometrie und der großen Laufräder überall sicher durch. Zeit auf die Konkurrenz verliert man hier nicht. Bergauf ist das Bike dann in seinem Element, wird zur Rakete. Kona sagt: "Das schnellste Race-Fully, das wir je gebaut haben." Wir sagen: Stimmt! Sitzposition und Kraftübertragung sind optimal, die Räder beschleunigen gut und halten das Tempo. Das Zusammenspiel von Gabel und Hinterbau funktioniert gut, mehr Fahrkomfort brauchen Marathonisti nicht.


Fazit Je länger, desto lieber: Das Hei Hei Supreme ist eine Rennmaschine. Egal, ob bei Marathons oder schnellen Trainingsrunden, das Bike verleitet zum Heizen.


PLUS Sechs Rahmengrößen, geringes Rahmengewicht, lebenslange Garantie, konsequent sportlich ausgerichtet. Angemessener Preis.
MINUS Mäßig steif, nicht empfehlenswert für schwere Fahrer. Kein Sattelschnellspanner.


Die Alternative
Preisgünstiger als das Supreme ist das Hei Hei Deluxe. Für 2499 Euro erwirbt man ein Alu-Fahrwerk mit 100 Millimetern Federweg (Reba-Gabel), SRAM-X9/X7-Ausstattung und Easton-Laufrädern.

  Kona Hei Hei Supreme 2013: Kohlefaser für Marathon-FreaksFoto: Markus Greber
Kona Hei Hei Supreme 2013: Kohlefaser für Marathon-Freaks
  Der abgestützte Eingelenk-Hinterbau funktioniert, wie man es von einem Race-Fully erwartet. Sportlich straff mit genau dem Fahrkomfort, den man braucht. Gut: einfach bedienbare Steckachse.Foto: Georg Grieshaber
Der abgestützte Eingelenk-Hinterbau funktioniert, wie man es von einem Race-Fully erwartet. Sportlich straff mit genau dem Fahrkomfort, den man braucht. Gut: einfach bedienbare Steckachse.
  Die Maxxis-Reifen beherrschen in Nordamerika die Rennstrecken und zeigen im Gelände gute Traktion bergauf.Foto: Georg Grieshaber
Die Maxxis-Reifen beherrschen in Nordamerika die Rennstrecken und zeigen im Gelände gute Traktion bergauf.
  Fazit der Testrunde: Federweg am Heck voll genutzt. Die Gabel gibt 96 der 102 mm frei, das nennen wir effektiv.Foto: BIKE Magazin
Fazit der Testrunde: Federweg am Heck voll genutzt. Die Gabel gibt 96 der 102 mm frei, das nennen wir effektiv.

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