Hardtail

Dauertest: Stevens Sonora ES

Björn Kafka

 · 21.08.2014

Dauertest: Stevens Sonora ESFoto: Robert Niedring

Minimal-Pflege, viele Rennen und noch mehr Abenteuer: Hält ein Race-Bike wie das Stevens Sonora Dauerstress aus?


Dauertest-Leistung: 5.349 km | 44.237 hm

Was erwartet man von einem Marathon-Bike? Dass es genau diesem Zweck gerecht wird – und lange durchhält. Das Stevens Sonora ES schien zumindest auf dem Papier die richtige Wahl für die Saison 2013 zu sein: komplette XT-Gruppe, eine Fox-32-Gabel und Easton-EA-70-Laufräder. Das Paket rundete der Hamburger Hersteller mit seinen hauseigenen Anbauteilen des Labels Oxygen ab. Die haben sich in der Vergangenheit zwar nicht durch Gewichtsrekorde einen Namen gemacht, aber durch ihre Haltbarkeit. Das Ganze montierte Stevens an einen hochgezüchteten Carbon-Rahmen.

Auf dem Trail zeigte sich das Sonora ES als echtes Rennpferd: Obwohl es an der Küste konzipiert wurde, fühlte sich das Nordlicht im Gebirge richtig wohl. Kaum ein Hardtail hatte mir bis dato mehr Spaß in Bergaufpassagen bereitet. Das Rad klettert ausgewogen und lässt dem Fahrer im Downhill genug Spielraum, um zu verschnaufen. Unsere drei Kandidaten der Four-Peaks-Challenge, die wir im vergangenen Jahr ebenfalls mit dem Stevens Sonora ES ausgestattet hatten, bestätigten meinen Eindruck. Aber wie schlug sich das Bike über die Dauer? War es wirklich ein Marathon-Bike, das langen Atem bewies? Nach dem Four Peaks, der Transalp, einigen Marathons, zwei Wochen England, einem Trip durchs norwegische Unterholz und zu viel Regen im Winter läuft und läuft und läuft das Sonora. Der Dreifach-XT-Antrieb schaltet bei Minimal-Pflege gewohnt gut. Die Anbauteile bleiben auch nach Salzbeschuss im Winter rostfrei, und selbst der leichte Carbon-Rahmen verschmerzte einige Stürze und viele Steinschläge.


Fazit: viel Bike für einen fairen Preis. Das Sonora ES gehört zum Typ Arbeitstier. In den Anbauteilen steckt noch Tuning-Potenzial. Wäre die 32er-Fox nicht schon nach Kurzem ausgestiegen, hätte das Bike in Sachen Haltbarkeit die volle Punktzahl verdient.


Funtionalität *****
Haltbarkeit *****
(max. 6 Sterne)


VERÄNDERUNGEN

• 56 km – Satteltausch: Das schmale Oxygen-Modell gegen einen Ergon-Sattel getauscht


DEFEKTE

• 296 km – Gabel defekt: Die Fox 32 Float Performance CTD sackt in sich zusammen. Direkt zu Stevens geschickt und neue erhalten
• 456 km – Bremse versagt: Der Druckpunkt fängt bei der BIKE-Transalp stark zu wandern an. Der Shimano-Service vor Ort richtet es.
• 865 km – Reifenwechsel: Der Schwalbe Rocket Ron hat mächtig Profil gelassen – Austausch gegen gleiches Modell
• 1345 km – Lackplatzer: Transalp und Rennen sind nicht spurlos am Lack vorübergegangen – seltsamerweise am Oberrohr.
• 4170 km – Züge-Tausch: Nässe und Schlamm haben den alten Züge und Hüllen zugesetzt.

  Gabelärger: Dem Fox-Weichmacher ging schnell die Luft aus. Dasselbe Problem hatte ein Kandidat der Four-Peaks-Challenge. Foto: Robert Niedring
Gabelärger: Dem Fox-Weichmacher ging schnell die Luft aus. Dasselbe Problem hatte ein Kandidat der Four-Peaks-Challenge. 
  Und weg: Der Druckpunkt der XT-Bremse wanderte bei der Transalp. Nach einem Bremsen-Service trat das Problem beim Stevens Sonora ES nicht mehr auf.Foto: Robert Niedring
Und weg: Der Druckpunkt der XT-Bremse wanderte bei der Transalp. Nach einem Bremsen-Service trat das Problem beim Stevens Sonora ES nicht mehr auf.
  Rider: Björn Kafka (35),BIKE-Fitness-Autor : Fährt Bike seit 1987; Gewicht/Größe 82 kg/1,88 m; Fahrertyp Race/Marathon; Lieblingsrevier NorwegenFoto: Robert Niedring
Rider: Björn Kafka (35),BIKE-Fitness-Autor : Fährt Bike seit 1987; Gewicht/Größe 82 kg/1,88 m; Fahrertyp Race/Marathon; Lieblingsrevier Norwegen

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