Hardtail

Bulls Black Adder

Stefan Loibl

 · 14.01.2014

Bulls Black AdderFoto: Daniel Simon

Test-Duell: Bulls Black Adder Team gegen Bulls Black Adder 29

Wie kann Bulls seinen Top-Racer zu diesem Kampfpreis anbieten? 4000 Euro für eine XTR-Gruppe, SID-Gabel in der Worldcup-Version und edelste Kohlefaser-Teile. Damit bewegt sich die ZEG-Marke auf Versender-Niveau. Nach versteckten Nieten sucht man am Marathon-Gerät von Karl Platt und Urs Huber vergebens. Zwei Jahre wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Renn-Team an der Geometrie getüftelt, die nun 1:1 auch dem günstigeren Modell zugute kommt. Wegen Platt & Co. finden sich keine Steckachsen am steifen Bulls-Chassis. Denn die kosten beim Radwechsel im Renneinsatz wertvolle Sekunden. Super-lange Kettenstreben (454 mm) halten am Black Adder das Vorderrad selbst bei steilsten Rampen am Boden und erlauben dem Fahrer, auf Schotteranstiegen in den Wiegetritt zu wechseln. Das Handling fällt sportlich agil aus mit gutem Geradeauslauf bei hohem Tempo. Beim Modellvergleich lässt die Sitzposition nicht darauf schließen, auf welchem der beiden Race-Hardtails man sitzt. Die ersten Tritte und die spritzige Beschleunigung verraten dann, dass in der Team-Ausstattung 550 Gramm leichtere Laufräder rotieren. Beim Schalten und Bremsen überzeugen beide Shimano-Gruppen mit präziser Funktion und perfekter Ergonomie. Die 2,25er-Pneus von Schwalbe erlauben Reifendrücke unter 1,8 bar und dadurch viel Komfort am Heck. Speziell das Top-Modell dämpft kleine Unebenheiten noch einen Tick besser. Vorne verrichtet bei beiden Bulls-Modellen die SID-Forke zuverlässig ihren Dienst. Mit dem Mini-Unterschied, dass sich die teure Version komfortabel mit hydraulischem Lenkerhebel blockieren lässt.

  Bulls Black Adder 29 2014Foto: Daniel Simon
Bulls Black Adder 29 2014


Fazit 1500 Euro mehr für 1,2 Kilo weniger: Das Bulls-Top-Modell macht Vollblut-Racern die Entscheidung leicht. Zumal 3999 Euro für die Team-Version im Vergleich zur Fachhandels-Konkurrenz ein Super-Schnäppchen sind. Mit dem Vernunftmodell für 2500 Euro machen Marathon-Neulinge aber in jedem Fall nichts falsch.


BULLS BLACK ADDER TEAM


PLUS Leichtfüßige Beschleunigung, leichteste Federgabel, breite Reifen, super Preis-/Leistungsverhältnis
MINUS Keine Steckachsen, kein Kettenstrebenschutz

  Die versetzte Umwerfer-Montage am Alu-Adapter ermöglicht ein flacheres Sitzrohr (Komfort) und  eine breitere Anbindung des Hinterbaus (Steifigkeit).Foto: Daniel Simon
Die versetzte Umwerfer-Montage am Alu-Adapter ermöglicht ein flacheres Sitzrohr (Komfort) und eine breitere Anbindung des Hinterbaus (Steifigkeit).


BULLS BLACK ADDER 29


PLUS Lupenreine XT-Ausstattung, gleicher Rahmen wie das Top-Modell, breite Reifen mit teurer Gummimischung
MINUS Dreifach-Kurbel, kein Kettenstrebenschutz

  Wenn schon dreifach, dann richtig: Die  Abstufung 40/30/22 ist 29er-gerecht. Sinnvoll, selbst wenn immer mehr Hobby-Racer auf 2-fach-Kurbeln stehen.Foto: Daniel Simon
Wenn schon dreifach, dann richtig: Die Abstufung 40/30/22 ist 29er-gerecht. Sinnvoll, selbst wenn immer mehr Hobby-Racer auf 2-fach-Kurbeln stehen.

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