Freeride

Das Specialized Demo 2015 im ersten Fahrtest

Dimitri Lehner

 · 19.02.2015

Das Specialized Demo 2015 im ersten FahrtestFoto: Wolfgang Watzke
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Etwas sehr Gutes noch besser machen? Das kann schief gehen. Daher erwartete die Gravity-Welt gespannt die Neuauflage des Topsellers Specialized „Demo“ – wir auch!

  An alle "Demo"-Fans: Keine Angst! Das 2015er-Modell wurde nicht zur reinen Race-Maschine umgestrickt, sondern zeigt nach wie vor seine Freeride-Gene. Foto: Wolfgang Watzke
An alle "Demo"-Fans: Keine Angst! Das 2015er-Modell wurde nicht zur reinen Race-Maschine umgestrickt, sondern zeigt nach wie vor seine Freeride-Gene. 

Wow – was für eine Bilanz! Auf dem "Demo" gewann Kyle Strait 2004 die Rampage, auf dem "Demo" wagten die Freeride-Helden Darren Berre­cloth, Matt Hunter und Steve Romaniuk die größten Stunts der Freeride-Geschichte und auf dem "Demo" wurde Sam Hill 2010 Downhill-Weltmeister – dem Bike, von dem viele Experten behaupten, es könne nicht "schnell". Und dann sind da noch die vielen Hobby-Freerider, die das "Demo" zum wahrscheinlich meistverkauften Big Bike auf dem Markt machten und über die Jahren das Kässlein des US-Herstellers ordentlich klingeln ließen.

2015: Aufgehübscht: 650B-Räder, cleaner Look, schlanker Hinterbau, klare Linien, asymmetrischer Sitzdom. Die Optik sagt: ready to race!Foto: Wolfgang Watzke
2015: Aufgehübscht: 650B-Räder, cleaner Look, schlanker Hinterbau, klare Linien, asymmetrischer Sitzdom. Die Optik sagt: ready to race!
2003: Geburt des Monsters - ein Big Bike für den Hardcore-Einsatz. Kantige Rohre, wuchtiger Doppelhinterbau (230 Millimeter), Gewicht: 21,5 Kilo, Preis: 4500 €. Mit dem "Demo 9 Pro" gewann Kyle Strait 2004 die Rampage.Foto: Wolfgang Watzke
2003: Geburt des Monsters - ein Big Bike für den Hardcore-Einsatz. Kantige Rohre, wuchtiger Doppelhinterbau (230 Millimeter), Gewicht: 21,5 Kilo, Preis: 4500 €. Mit dem "Demo 9 Pro" gewann Kyle Strait 2004 die Rampage.
2007: Abgespeckt und durchdesignt: 2007 wog das "Demo" nur noch 18 Kilo, besaß jetzt 200 Millimeter Federweg im Heck und bekam einen flacheren Lenkwinkel.Foto: Wolfgang Watzke
2007: Abgespeckt und durchdesignt: 2007 wog das "Demo" nur noch 18 Kilo, besaß jetzt 200 Millimeter Federweg im Heck und bekam einen flacheren Lenkwinkel.
2010: Sam Hill lässt grüßen: Der Australier half, das "Demo" schneller, kompakter und moderner zu machen. Tiefer Schwerpunkt, geschwungene Rohre - damit wurde Hill Weltmeister. 2013 kam die Carbon-Variante.Foto: Wolfgang Watzke
2010: Sam Hill lässt grüßen: Der Australier half, das "Demo" schneller, kompakter und moderner zu machen. Tiefer Schwerpunkt, geschwungene Rohre - damit wurde Hill Weltmeister. 2013 kam die Carbon-Variante.
2015: Aufgehübscht: 650B-Räder, cleaner Look, schlanker Hinterbau, klare Linien, asymmetrischer Sitzdom. Die Optik sagt: ready to race!Foto: Wolfgang Watzke
2015: Aufgehübscht: 650B-Räder, cleaner Look, schlanker Hinterbau, klare Linien, asymmetrischer Sitzdom. Die Optik sagt: ready to race!
2003: Geburt des Monsters - ein Big Bike für den Hardcore-Einsatz. Kantige Rohre, wuchtiger Doppelhinterbau (230 Millimeter), Gewicht: 21,5 Kilo, Preis: 4500 €. Mit dem "Demo 9 Pro" gewann Kyle Strait 2004 die Rampage.Foto: Wolfgang Watzke
2003: Geburt des Monsters - ein Big Bike für den Hardcore-Einsatz. Kantige Rohre, wuchtiger Doppelhinterbau (230 Millimeter), Gewicht: 21,5 Kilo, Preis: 4500 €. Mit dem "Demo 9 Pro" gewann Kyle Strait 2004 die Rampage.
2003: Geburt des Monsters - ein Big Bike für den Hardcore-Einsatz. Kantige Rohre, wuchtiger Doppelhinterbau (230 Millimeter), Gewicht: 21,5 Kilo, Preis: 4500 €. Mit dem "Demo 9 Pro" gewann Kyle Strait 2004 die Rampage.
2007: Abgespeckt und durchdesignt: 2007 wog das "Demo" nur noch 18 Kilo, besaß jetzt 200 Millimeter Federweg im Heck und bekam einen flacheren Lenkwinkel.
2010: Sam Hill lässt grüßen: Der Australier half, das "Demo" schneller, kompakter und moderner zu machen. Tiefer Schwerpunkt, geschwungene Rohre - damit wurde Hill Weltmeister. 2013 kam die Carbon-Variante.
2015: Aufgehübscht: 650B-Räder, cleaner Look, schlanker Hinterbau, klare Linien, asymmetrischer Sitzdom. Die Optik sagt: ready to race!

Als Specialized für 2015 ein neues "Demo" ankündigte, freute sich die Szene und bangte zugleich: Die Gefahr einer Verschlimmbesserung war groß. Vor allem die Hobby-Freerider fürchteten, dass das Bike unter dem Einfluss der Teamfahrer Gwin und Brosnan zur reinen Race-Feile umgestrickt würde. "Keine Sorge", gibt Konstrukteur Jason Chamberlain Entwarnung, "wir wollten gar nicht viel ändern!" Angeblich hatte Chamberlain zwölf Mitbewerber-Bikes gekauft und genau analysiert, bevor er sich ans Werk machte. Er stellte das Bike auf 650B-Räder, verlängerte die Kettenstreben (das hatte Gwin gefordert!), entrümpelte den wuchtigen Doppeldecker-Hinterbau und verpasste dem neuen Bike diesen spektakulären asymmetrischen Sitzdom – ein Erkennungsmerkmal, das sich Marketing-Experten nicht schöner hätten ausdenken können. Denn erstens: Er sieht futuristisch aus. Und zweitens: Nur dieses Bike besitzt einen freiliegenden Dämpfer.

  Specialized Demo S-Works 8 2015: Alles Carbon – Das Topmodell des "Demo" ist komplett aus der schwarzen Faser geschneidert. Die Vierkant-Achse soll das 135-Millimeter-Heck versteifen.Foto: Wolfgang Watzke
Specialized Demo S-Works 8 2015: Alles Carbon – Das Topmodell des "Demo" ist komplett aus der schwarzen Faser geschneidert. Die Vierkant-Achse soll das 135-Millimeter-Heck versteifen.

Obwohl das neue "Demo" komplett aus Carbon gefertigt ist, wiegt es satte 16,9 Kilo. Das liegt auch daran, dass Specialized neben dem schwedischen Ohlins-Dämpfer wieder Stahlfeder-Gabeln verbaut ("weil die so sahnig ansprechen"). Wir fuhren das neue "S-Works" gegen das alte, prügelten die Bikes über die Park-Trails in Whistler – und spürten trotz der größeren Laufräder nur zarte Unterschiede. Gut: Das neue "Demo" ist noch immer ein "Demo" mit dem charakteristischen Draufsetzen-Wohlfühlen-Effekt. Es ist aber souveräner geworden, kommt mit fiesem Gerumpel etwas besser zurecht, hält mehr Tempo im Bike und zirkelt direkter durch Kurven. Damit erinnert es uns sehr an das Devinci "Wilson", das wir im letzten Heft gegen das alte "Demo" testeten. Kurzum: Das "Demo" ist race-orientierter geworden. Bei der WM in Hafjell lieferte Teamfahrer Troy Brosnan damit einen ersten Beweis: Bronze-Medaille. Ab Januar 2015 gibt es das neue "Demo" zu kaufen. Preise: 7999 Euro ("S-Works") und 4999 Euro ("8.1"). Die alten "Demos" gibt es – aufgebockt auf 650B – weiterhin als Alu-Varianten, da der neue Rahmen erst 2016 in Alu gefertigt wird.

  Specialized Demo S-Works 8 2015: Carbon macht’s möglich: Ein asymmetrisches Sitzrohr lässt den Dämpfer frei im Rahmen liegen. Die Schwinge arbeitet angeblich mit 60 Prozent weniger Reibung. Foto: Wolfgang Watzke
Specialized Demo S-Works 8 2015: Carbon macht’s möglich: Ein asymmetrisches Sitzrohr lässt den Dämpfer frei im Rahmen liegen. Die Schwinge arbeitet angeblich mit 60 Prozent weniger Reibung. 


FAZIT: Schlichter, schlanker, schicker – das sieht man sofort. Auf dem Trail erfühlt man nur geringe Unterschiede zum Vorgänger. Die 650B-Laufräder und das längere Heck erzeugen mehr Laufruhe. Das wird Racern gefallen. Trotzdem ist das "Demo" verspielt und handlich – das freut Freerider.


PLUS laufruhiger progressiver Hinterbau cleane Optik
MINUS sündteuer günstigere Alu-Modelle erst 2016

  Specialized Demo S-Works 8 2015: Kein Kabelsalat, kein Geschepper: Die Züge sind elegant innen verlegt, damit nix rappelt und zappelt.Foto: Wolfgang Watzke
Specialized Demo S-Works 8 2015: Kein Kabelsalat, kein Geschepper: Die Züge sind elegant innen verlegt, damit nix rappelt und zappelt.

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