Frauen-Bikes

Duell: Scott Contessa Genius eRide 910 vs Liv Intrigue X E+1

Markus Greber

 · 22.05.2021

Duell: Scott Contessa Genius eRide 910 vs Liv Intrigue X E+1
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Manche Bikerin empfindet schon die Kategorie Frauen-Bike als Diskriminierung. Scott und Giant lassen sich davon nicht beeindrucken.

Frauen haben lange Beine, kurze Oberkörper und stehen auf pinkfarbene Rahmen mit Blümchen-Design. Stimmt nicht?

Die Versuche, mit speziellen Frauen-Bikes der weiblichen Zielgruppe gerecht zu werden, sorgt seit Jahren für heiße Diskussionen. Abgesehen von feminin geprägten Rahmenfarben, mit denen man eigentlich nur verkehrt liegen kann, konnten sich Marketing-Leute und Konstrukteure auch in Geometriefragen nie so richtig einig werden. Das geht los bei den Unterschieden der weiblichen im Vergleich zur männlichen Anatomie. Viele Studien kamen hier in den letzten Jahren zu unterschiedlichen Ergebnissen. Unterm Strich dürfte das Bild der langbeinigen Gazelle eher einem Schönheitsideal als der Realität entspringen. So gibt es vermutlich unter den Bikerinnen ebenso viele Vertreterinnen mit eher kürzeren Beinen und längerem Oberkörper wie bei den Männern.

Also kamen viele Hersteller zum Schluss, dass man statt speziellen Frauen-Bikes doch lieber neutrale Unisex-Modelle für kleine und leichte Fahrer konstruieren sollte. Denn eines steht fest: Kleine Rahmengrößen sind eine große Herausforderung für die Entwickler. Da geht es zum Beispiel um Bauräume für Motoren, Akkus und versenkbare Sattelstützen. Auch die Fahrwerke verlangen eine spezielle Abstimmung, um bei wenig Gewicht sensibel genug zu arbeiten. Oder die Geometrie, die mit ihren Winkeln und Dimensionen der Fahr­dynamik kleinerer Fahrer angepasst sein sollte. Viel Entwicklungsaufwand für – mitunter – wenig Gegenliebe. Denn viele Frauen greifen ohnehin lieber zum Unisex-Modell.

Kein Wunder also, dass sich insbesondere im E-MTB-Segment nur wenige explizit als Frauen-Bikes ausgewiesene Modelle finden lassen. Zwei der seltenen Ausnahmen: Giant fährt unter dem Namen Liv gleich eine ganze Flotte an Frauen-Bikes auf. Und Scott hat sich seit Jahren mit seiner Contessa-Linie am Markt etabliert.

Wir haben die Flaggschiffe beider Hersteller zu einem Duell geladen, und siehe da: Beide Bikes kommen schon optisch gar nicht so ladylike daher, wie man es vielleicht erwarten würde. Als ob es abgesprochen wäre, glänzen die Chassis des Scott Contessa eRide und des Liv Intrigue X E+ 1 in dezent dunklem Violett. Beide Bikes rollen zudem auf großen 29-Zöllern – ebenfalls eher ungewöhnlich.

Den kompletten Vergleich der E-Mountainbikes für Frauen aus EMTB 1/2021 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Test kostet 1,99 Euro.

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Ausgeklügelte Fahrwerkstechnik: Mit dem Maestro-Federungssystem werden seit Jahren die Giant-Top-Bikes ausgestattet. Das Mehrgelenksystem mit virtuellem Schwingendrehpunkt spricht besonders feinfühlig an.
Ausgeklügelte Fahrwerkstechnik: Mit dem Maestro-Federungssystem werden seit Jahren die Giant-Top-Bikes ausgestattet. Das Mehrgelenksystem mit virtuellem Schwingendrehpunkt spricht besonders feinfühlig an.
An Frauen-Bikes haben sich schon einige Hersteller die Finger verbrannt – manche Bikerin empfindet alleine die Kategorie schon als Diskriminierung. Scott und Giant lassen sich davon nicht beeindrucken. Kann die neue Frauen-Bike-Generation mehr als Klischee?
An Frauen-Bikes haben sich schon einige Hersteller die Finger verbrannt – manche Bikerin empfindet alleine die Kategorie schon als Diskriminierung. Scott und Giant lassen sich davon nicht beeindrucken. Kann die neue Frauen-Bike-Generation mehr als Klischee?
Bei rutschigen Bedingungen geht's mit den E-Mountainbikes und anständigen Reifen besser bergab.
Bei rutschigen Bedingungen geht's mit den E-Mountainbikes und anständigen Reifen besser bergab.
Liv Intrigue X E+ 1
Liv Intrigue X E+ 1
Scott Contessa Genius eRide 910
Scott Contessa Genius eRide 910
Etwas mager: Die Bedieneinheit beim Liv Intrigue verzichtet auf ein Display. Leuchtdioden zeigen den Akku-Stand an. Wer mehr Informationen will, sollte sich das optionale Display gönnen.
Etwas mager: Die Bedieneinheit beim Liv Intrigue verzichtet auf ein Display. Leuchtdioden zeigen den Akku-Stand an. Wer mehr Informationen will, sollte sich das optionale Display gönnen.
Das Pendant bei Scott: Boschs klassisches Purion-Display ist gleich­zeitig Unterstützungsstufenschalter und Display. Darunter: die Bedienhebel für das Twinloc-Federungssystem.
Das Pendant bei Scott: Boschs klassisches Purion-Display ist gleich­zeitig Unterstützungsstufenschalter und Display. Darunter: die Bedienhebel für das Twinloc-Federungssystem.
Eine Vario-Stütze ist Plicht an jedem seriösen E-MTB. Allerdings sollte diese auch über genügend Hub verfügen. 100 Millimeter – wie hier am Scott Contessa – sind zu wenig. Die Testerinnen klagten, dass der Sattel im eingefahrenen Zustand immer noch zu hoch war.
Eine Vario-Stütze ist Plicht an jedem seriösen E-MTB. Allerdings sollte diese auch über genügend Hub verfügen. 100 Millimeter – wie hier am Scott Contessa – sind zu wenig. Die Testerinnen klagten, dass der Sattel im eingefahrenen Zustand immer noch zu hoch war.
Momentan das Maß aller Dinge: der Bosch-Performance-CX-Antrieb, verbaut am Scott Contessa. Top Dosierbarkeit, hohe Reichweite, ordentlich Power – allerdings fordert er auch recht viel Eigenleistung vom Fahrer. Der Sync Drive Pro am Liv unterstützt passivere Fahrer großzügiger.
Momentan das Maß aller Dinge: der Bosch-Performance-CX-Antrieb, verbaut am Scott Contessa. Top Dosierbarkeit, hohe Reichweite, ordentlich Power – allerdings fordert er auch recht viel Eigenleistung vom Fahrer. Der Sync Drive Pro am Liv unterstützt passivere Fahrer großzügiger.
Ausgeklügelte Fahrwerkstechnik: Mit dem Maestro-Federungssystem werden seit Jahren die Giant-Top-Bikes ausgestattet. Das Mehrgelenksystem mit virtuellem Schwingendrehpunkt spricht besonders feinfühlig an.
Ausgeklügelte Fahrwerkstechnik: Mit dem Maestro-Federungssystem werden seit Jahren die Giant-Top-Bikes ausgestattet. Das Mehrgelenksystem mit virtuellem Schwingendrehpunkt spricht besonders feinfühlig an.
An Frauen-Bikes haben sich schon einige Hersteller die Finger verbrannt – manche Bikerin empfindet alleine die Kategorie schon als Diskriminierung. Scott und Giant lassen sich davon nicht beeindrucken. Kann die neue Frauen-Bike-Generation mehr als Klischee?
An Frauen-Bikes haben sich schon einige Hersteller die Finger verbrannt – manche Bikerin empfindet alleine die Kategorie schon als Diskriminierung. Scott und Giant lassen sich davon nicht beeindrucken. Kann die neue Frauen-Bike-Generation mehr als Klischee?
An Frauen-Bikes haben sich schon einige Hersteller die Finger verbrannt – manche Bikerin empfindet alleine die Kategorie schon als Diskriminierung. Scott und Giant lassen sich davon nicht beeindrucken. Kann die neue Frauen-Bike-Generation mehr als Klischee?
Bei rutschigen Bedingungen geht's mit den E-Mountainbikes und anständigen Reifen besser bergab.
Liv Intrigue X E+ 1
Scott Contessa Genius eRide 910
Etwas mager: Die Bedieneinheit beim Liv Intrigue verzichtet auf ein Display. Leuchtdioden zeigen den Akku-Stand an. Wer mehr Informationen will, sollte sich das optionale Display gönnen.
Das Pendant bei Scott: Boschs klassisches Purion-Display ist gleich­zeitig Unterstützungsstufenschalter und Display. Darunter: die Bedienhebel für das Twinloc-Federungssystem.
Eine Vario-Stütze ist Plicht an jedem seriösen E-MTB. Allerdings sollte diese auch über genügend Hub verfügen. 100 Millimeter – wie hier am Scott Contessa – sind zu wenig. Die Testerinnen klagten, dass der Sattel im eingefahrenen Zustand immer noch zu hoch war.
Momentan das Maß aller Dinge: der Bosch-Performance-CX-Antrieb, verbaut am Scott Contessa. Top Dosierbarkeit, hohe Reichweite, ordentlich Power – allerdings fordert er auch recht viel Eigenleistung vom Fahrer. Der Sync Drive Pro am Liv unterstützt passivere Fahrer großzügiger.
Ausgeklügelte Fahrwerkstechnik: Mit dem Maestro-Federungssystem werden seit Jahren die Giant-Top-Bikes ausgestattet. Das Mehrgelenksystem mit virtuellem Schwingendrehpunkt spricht besonders feinfühlig an.

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