Enduro

Radon Deft: Versender stellt neues E-Enduro vor

Adrian Kaether

 · 29.04.2022

Radon Deft: Versender stellt neues E-Enduro vorFoto: Christian Kneip
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Mit Carbonrahmen, Smart System, 170 Millimeter Federweg und einem guten Preis ist das neue Radon Deft eine echte Kampfansage. Wir konnten das E-Enduro aus Bonn bereits fahren.

Ist das ein Render? Nein, das neue Radon E-Enduro hört auf den Namen Deft (engl. "flink", "geschickt") und sieht seinem kleinen Bruder zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die akzentuierte Querverstrebung im Rahmen und die massiven Anbauteile verraten den jüngsten Spross in der E-MTB Familie des Bonner Versenders. Der soll mit viel Federweg und großen Laufrädern bergab kaum Grenzen kennen – und trotzdem kompetent und ausdauernd klettern. Ob der Spagat gelingt?

  Das Einstiegsmodell Radon Deft 8.0 kommt für 5199 Euro mit Fox-Performance-Fahrwerk, Smart System von Bosch und Hauptrahmen aus Carbon.Foto: Christian Kneip
Das Einstiegsmodell Radon Deft 8.0 kommt für 5199 Euro mit Fox-Performance-Fahrwerk, Smart System von Bosch und Hauptrahmen aus Carbon.

Das neue Radon Deft im Überblick

  • Einsatzbereich: Enduro
  • Antrieb: Bosch Smart System - Bosch Performance CX mit 750 Wattstunden-Akku
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Federweg: 170 Millimeter (v./h.)
  • Gewicht: 24,4 Kilogramm (Modell 10.0, Größe XL), 24,7 Kilogramm (Modell 9.0, Größe L, EMTB Messwerte)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 135 Kilogramm
  • Rahmengrößen: M, L, XL
  • 3 Modelle: Deft 8.0 - 5199 Euro, Deft 9.0 - 5999 Euro, Deft 10.0 - 6799 Euro

Carbon-Hauptrahmen, 29 Zoll und Smart System

Wie das Render setzt auch das neue Deft auf einen Carbon-Hauptrahmen mit Alu-Hinterbau, allerdings diesmal mit satten 170 Millimetern Federweg vorne wie hinten. Dazu kombiniert Radon einen Satz großer 29-Zoll-Laufräder für gute Überoll- und Klettereigenschaften. Im Rahmen, der nur in den Größen M, L und XL verfügbar ist, steckt das Bosch Smart System mit 750er-Powertube und dem Performance-CX-Antrieb. Das zulässige Systemgewicht liegt bei 135 Kilogramm.

  Das Topmodell Radon Deft 10.0 kommt für 6799 Euro mit komplettem Fox-Factory-Fahrwerk samt -Tele-Stütze und leichten Laufrädern von Newmen.Foto: Christian Kneip
Das Topmodell Radon Deft 10.0 kommt für 6799 Euro mit komplettem Fox-Factory-Fahrwerk samt -Tele-Stütze und leichten Laufrädern von Newmen.

Nicht zu extrem: Die Geometrie des neuen Radon Deft

Mit seiner gemäßigten Geometrie soll das neue Deft viele Fahrertypen glücklich machen. Der Lenkwinkel fällt mit 64,6 Grad modern, aber nicht zu flach aus, sodass das Bike handlich genug bleibt. Der Reach liegt bei ebenfalls modernen aber nicht extremen 470 Millimetern in Größe L, der Sitzwinkel beträgt 76 Grad. Die langen Kettenstreben von 459 Millimetern könnte sich mancher Fan von verspieltem Handling aber etwas kürzer wünschen.

  Die Kettenstreben des Radon Deft fallen mit 459 Millimetern verhältnismäßig lang aus. Gut fürs Klettern und die Fahrsicherheit bergab, Manuals und enge Kurven brauchen aber mehr Einsatz.Foto: Christian Kneip
Die Kettenstreben des Radon Deft fallen mit 459 Millimetern verhältnismäßig lang aus. Gut fürs Klettern und die Fahrsicherheit bergab, Manuals und enge Kurven brauchen aber mehr Einsatz.

Ausstattung: Drei Modelle ab 5199 Euro

Drei Ausstattungsvarianten des neuen Deft wird es geben. Das Deft 8.0 kommt für 5199 Euro bereits mit Carbon-Hauptrahmen, Smart System und Fox-Performance-Fahrwerk. Geschaltet wird mit einem Shimano-Deore/XT-Mix, gebremst mit Maguras MT5. Zu diesem Preis ein starkes Paket.

Das Deft 9.0 für 5999 Euro hebt sich vor allem durch das starke Fox-Performance-Elite-Fahrwerk mit der besseren Gabel von seinem kleineren Bruder ab. Das Topmodell Deft 10.0 für 6799 Euro lässt mit einem Fox-Factory-Fahrwerk, der MT7-Bremse von Magura und leichten Newman-Laufrädern kaum noch Wünsche offen. Nur der GX/X01-Schaltmix schafft vielleicht etwas Tuning-Potenzial.

  Bergab schluckt das Deft auch grobe Hindernisse souverän. Das Handling bleibt trotzdem unkompliziert.Foto: Christian Kneip
Bergab schluckt das Deft auch grobe Hindernisse souverän. Das Handling bleibt trotzdem unkompliziert.

Kletterstark und schluckfreudig: Das Radon Deft auf dem Trail

Im Rahmen eines Presse-Events konnten wir das neue Radon Deft bereits eineinhalb Tage auf den Trails im Vinschgau erleben. Der erste Eindruck: Gelungen! Das Deft klettert für ein federwegstarkes Enduro erstaunlich gut. Dank der langen Kettenstreben und der nicht zu hohen Front steigt das Vorderrad spät, das Handling bleibt gut kontrollierbar. Der Hinterbau sackt in Steilpassagen kaum weg, bleibt aber über Hindernissen und Stufen sehr sensibel. In Kombination mit dem starken Bosch-Motor kann man sich auch an den einen oder anderen Rockgarden bergauf heranwagen. Nur den Sitzwinkel hätten wir uns für eine noch weiter zum Vorderrad orientierten Sitzposition etwas steiler gewünscht.

  Für ein E-Enduro mit ordentlich Federweg klettert das Deft erstaunlich kompetent.Foto: Christian Kneip
Für ein E-Enduro mit ordentlich Federweg klettert das Deft erstaunlich kompetent.

Bergab zeigt das Deft Nehmerqualitäten. Das starke Fahrwerk und der lange Federweg in Kombination mit den großen Laufrädern schlucken auch üble Hindernisse. Dem Hinterbau gelingt ein guter Mix aus Fahrkomfort bergab und genug Progression und Reserven für Stufen und Sprünge. Bei geringer Geschwindigkeit machen sich jedoch die langen Kettenstreben unangenehm bemerkbar. Engere Kurven gelingen noch gut, um das Vorderrad anzuheben oder für einen Bunny-Hop braucht man aber trotz des gelungenen Fahrwerks viel Einsatz. Hier bleibt das kleinere Render – wenig verwunderlich – das etwas agilere Rad.

Freerider Lukas Schäfer gibt dem neuen Radon Deft die Sporen.

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