Enduro

Parkassistent: Propain Tyee 3 im Bikepark-Test

Dan Hooper

 · 10.10.2016

Parkassistent: Propain Tyee 3 im Bikepark-TestFoto: Robert Niedring

Es war das erste Tyee auf größeren 27,5-Zoll-Laufrädern. Mit BIKE- Mechaniker Dan Hooper (94 Kilo) zog das neongrüne Enduro ein schweres Los im Dauertest durch Bikeparks und über technische Trails.


Dauertest-Leistung: 3.864 km | 43.720 hm

Es war Liebe auf den ersten Blick. Grelle Farbe, flacher Lenkwinkel, VPP-Hinterbau. Das Tyee verkörperte schon vor der ersten Ausfahrt viel Sicherheit, es schien geradezu nach Bikeparks und anspruchsvollen Trails zu gieren. Als Versender-Bike kam das Propain im Karton angeflattert. Dank guter Vormontage waren nur wenige Handgriffe nötig, um das Enduro startklar zu machen. Also, Lenker geradedrehen, Pedale dran, Fahrwerk abstimmen und los.
Trotz Größe XL und dem damit verbundenen langen Radstand fuhr sich das Tyee dennoch recht lebendig. Nicht zuletzt ein Resultat aus der Tuning-Maßnahme bei Kilometer 400. Der extrem leichte, aber auch sündteure AX-Lightness-Laufradsatz mit breiten Carbon-Felgen beflügelte das Enduro und drückte das Gewicht auf sehr überschaubare 13 Kilo. Bergauf gibt es dennoch bessere Enduros. Der flache Sitzwinkel verlagert das Gewicht weit nach hinten und lässt die Front schnell steigen. Ein Problem, das bereits beim Nachfolgermodell durch einen zwei Grad steileren Winkel behoben wurde. Auch das leicht stelzige Gefühl durch das hohe Tretlager wurde bereits in der neuen Variante beseitigt, wodurch die 27,5-Zoll-Laufräder viel besser integriert wurden.

Gemessen am asketischen Eigengewicht, musste das Tyee beim Fahrer mit dem Vielfachen kämpfen. Rund 100 Kilo in voller Montur sind kein Zuckerschlecken für ein Bike und bringen das Material schnell an die Grenzen. Besonders, wenn sich die Liste der Einsätze wie folgt liest: Passport du Soleil, Bikepark Samerpark, Livigno, Vinschgau, Finale Ligure und zwischendurch immer wieder Trails an der Isar und in Heidelberg. Doch das Tyee hielt tapfer stand, und der steife Rahmen zeigte sich gänzlich unbeeindruckt. Nicht einmal die Lager quittierten ihren Dienst. Normalen Verschleiß zeigten nur die Verschleißteile. Insgesamt drei Ketten, ein Kettenblatt, eine Kassette und neun Paar Bremsbeläge verschlang der Dauertest. Daneben wollte die Sram X0 Trail zweimal für einen knackig festen Druckpunkt entlüftet werden.


FAZIT: Weder Bikepark-Einsätze noch hohes Fahrergewicht konnten dem Tyee über Monate etwas anhaben. Sehr zuverlässig.


Funktionalität 4 von 6 Punkten
Haltbarkeit 6 von 6 Punkten

  Zeitweise eng: Das Tyee 3 war das erste seiner Art mit der Umstellung von 26- auf 27,5-Zoll-Laufräder. Entsprechend eng ist die Reifenfreiheit am Hinterbau (hier mit Schwalbe Rock Razor). Beim Nachfolger wurde der Platz bereits luftiger.Foto: Georg Grieshaber
Zeitweise eng: Das Tyee 3 war das erste seiner Art mit der Umstellung von 26- auf 27,5-Zoll-Laufräder. Entsprechend eng ist die Reifenfreiheit am Hinterbau (hier mit Schwalbe Rock Razor). Beim Nachfolger wurde der Platz bereits luftiger.


TUNING


400 km – Laufradwechsel: Als Turbolader bekam das Tyee einen nur 1130 Gramm leichten AX-Lightness-Laufradsatz verpasst. Das steigerte die Agilität und verbesserte das Handling enorm.


600 km – Reifenwechsel: Statt der Schwalbe Hans Dampf übernahmen Onza Ibex und Schwalbe Rock Razor die Führung.


DEFEKTE


950, 1900 und 2600 km – Kettenwechsel: Knapp 1000 Kilometer machte die Sram-XX1-Kette mit bis zum Wechsel


1000 km – Kettenblattwechsel: Auch ohne Kettenführung hielt das Sram-X1-Kettenblatt die Kette sicher im Zaum, ohne abzuspringen


2600 km – Kassettenwechsel: Wer früh genug die Kette wechselt, hat lange Freude an der aus dem Stahlblock gefrästen X01-Kassette.

  Beziehungs-Highlights – 12 Mal Samerberg: Ganze 12 Mal zog es Daniel Hooper in den nahe gelegenen Bikepark Samerberg. Darunter ein Vier-Tage-Daueraufenthalt mit unzähligen Runs. Auch hier fühlte sich das Tyee ausnahmslos pudelwohl. Foto: Alexander Neumann
Beziehungs-Highlights – 12 Mal Samerberg: Ganze 12 Mal zog es Daniel Hooper in den nahe gelegenen Bikepark Samerberg. Darunter ein Vier-Tage-Daueraufenthalt mit unzähligen Runs. Auch hier fühlte sich das Tyee ausnahmslos pudelwohl. 


DER TESTER


Daniel Hooper, BIKE-Mechaniker | 45 Jahre/1,92 m/94 kg
Fahrerprofil Bikeparks und Enduro-Reviere zählen zu Dans bevorzugtem Beuteschema
Lieblingsreviere Isar-Trails, Vinschgau, Champerey, Livigno, Finale Ligure


DAS SAGEN DIE BIKE-LESER

"Fazit nach 186000 Tiefenmetern mit bestimmungsgemäßem Einsatz: Fast alle Lager laufen noch rund, nur drei zeigen ein leichtes Rupfen. Der unlackierte Rahmen zeigt sich völlig unbeeindruckt." Micki Haisy, Facebook

"Fahre es seit zwei Jahren. Touren und Parks. Keine einzige Panne, kein Kettenabwurf, so herrlich unaufgeregt. Einzig die Pike zickte rum, wurde aber auf Kulanz komplett getauscht." Matt Hias, Facebook

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