Light-Enduro oder volle Leistung? Das Specialized Kenevo SL im EMTB-Enduro-Test

Adrian Kaether

 · 19.08.2022

Light-Enduro oder volle Leistung? Das Specialized Kenevo SL im EMTB-Enduro-TestFoto: Adrian Vesenbeckh
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Gerade wenn’s vor allem um den Downhill geht: Ist nicht das gute Handling eines Light-E-MTBs viel wichtiger als die volle Leistung klassischer E-Enduros? Wir wollten’s wissen und haben im aktuellen E-Enduro-Test Specializeds Kenevo SL mit sechs Power-Bikes in den Ring geschickt.

Sieben E-Enduros, drei erfolgreiche Rennfahrer rund um EWS-100-Sieger Anton Wünscher und die anspruchsvollste Rennstrecke der Enduro World Series. Bei unserem E-Enduro-Test für die EMTB 4/2022 in Petzen/Jamnica wartete ein echter Hardcore-Einsatz auf die Kandidaten. Mittendrin: das Light-E-MTB Specialized Kenevo SL. Denn nicht nur viele Fans von motorlosen Bikes fragen sich: Ist für ein Enduro nicht ein gutes Handling dank des geringeren Gewichts viel entscheidender, als die volle Ladung Motorpower?

 Sechs E-Enduros bis 7000 Euro und mit voller Motorleistung hatten wir zu unserem Test auf dem EWS-Track in Petzen / Jamnica geladen. Dazu das Kenevo SL als Light-Enduro. Welches Bike sich am Ende den Testsieg schnappen konnte? Ihr lest es<a href="https://www.bike-magazin.de/magazin/jetzt-lesen-emtb-04-2022-die-neue-ausgabe/"  rel="noopener noreferrer"> jetzt in EMTB 4/2022 </a>– ab sofort im Fachhandel, <a href="https://www.bike-magazin.de/magazin/bequem-and-einfach-so-kann-man-emtb-digital-lesen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital</a> und im <a href="https://www.delius-klasing.de/zeitschriften-abo/emtb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlineshop</a>.Foto: Adrian Vesenbeckh
Sechs E-Enduros bis 7000 Euro und mit voller Motorleistung hatten wir zu unserem Test auf dem EWS-Track in Petzen / Jamnica geladen. Dazu das Kenevo SL als Light-Enduro. Welches Bike sich am Ende den Testsieg schnappen konnte? Ihr lest es jetzt in EMTB 4/2022 – ab sofort im Fachhandel, Digital und im Onlineshop.

Das erste Fazit zu unserem Vergleichs-Bike der Light-Kategorie fällt erwartbar positiv aus. „Wow, das Rad lässt sich richtig gut bewegen“, resümieren unsere Enduro-Racer um Gasttester und EWS-100-Sieger Anton Wünscher. Was heißt das genau? Insbesondere, wenn man schnell noch mal die Linie wechseln will, das Bike von der rechten auf die linke Spur hoppen möchte oder von einer Kurve in die nächste saust, machen sich die fehlenden Pfunde beim Specializied Kenevo SL bemerkbar. Immerhin liegen sechs Kilo zwischen dem Light-Enduro und den meisten anderen Testkandidaten.

Speziell in engen Kurven, bei schnellen Richtungswechseln oder beim Hoppen auf eine andere Linie macht sich das geringe Gewicht des Specializied Kenevo SL bemerkbar.Foto: Adrian Vesenbeckh
Speziell in engen Kurven, bei schnellen Richtungswechseln oder beim Hoppen auf eine andere Linie macht sich das geringe Gewicht des Specializied Kenevo SL bemerkbar.

Überraschend: In Summe würden trotzdem alle Tester in Petzen / Jamnica dem besten Power-Enduro im Test den Vorzug gegenüber dem Kenevo SL geben. Selbst auf reinen Abfahrts-Trails, wenn Motorleistung und Reichweite keine Rolle spielen. Nur EMTB-Tester Chris Schleker, bekennender Light-E-MTB-Fan, bricht eine Lanze für die Light-Bikes. Woran liegt das? Das Gewicht ist selbstredend nur eine Variable, die das Fahrverhalten beeinflusst. Ebenso wichtig sind Fahrwerk und Geometrie. Und hier hemmen die Merkmale des Specialized Kenevo SL sein leichtfüßiges Handling etwas. Währenddessen können andere Kandidaten mit mehr Motorleistung nicht beim Gewicht, wohl aber bei Geometrie und Fahrwerk punkten.

Für den E-Enduro-Test in Petzen / Jamnica luden wir hochdekorierte Gasttester ein. Fotograf Adrian Vesenbeckh (links) sahnte bei den Masters ab, Anton Wünscher (rechts) konnte das Qualifikationsrennen für die Profi-EWS, die EWS-100 gewinnen.Foto: Adrian Vesenbeckh
Für den E-Enduro-Test in Petzen / Jamnica luden wir hochdekorierte Gasttester ein. Fotograf Adrian Vesenbeckh (links) sahnte bei den Masters ab, Anton Wünscher (rechts) konnte das Qualifikationsrennen für die Profi-EWS, die EWS-100 gewinnen.

Specialized Kenevo SL im Test: Leicht, aber nicht auf Spieltrieb ausgelegt

Ganz klar: Das Specialized Kenevo SL ist auf schnelle Geraden, harte Schläge und wilde Manöver ausgelegt, der Hinterbau satt, aber wenig poppig. Das wirkt in Sachen Handling und Spieltrieb kontraproduktiv. Beides würde man von einem Bike der Light-Kategorie eigentlich erwarten. Heißt: Ein E-MTB ist nicht per se wendiger und spaßiger, nur weil es leichter ist. Auch Geometrie und Fahrwerkscharakteristik müssen passen. Unsere Erfahrung: In der Kategorie spritziger Trailbikes, wie dem Specialized Levo SL oder Treks neuem Fuel EXe oder Orbeas Rise, können Light-E-MTBs ihre Vorzüge deutlicher ausspielen. Trotzdem bleibt die Frage nach Power-E-Enduro oder Light-Enduro auch eine Frage des Geschmacks. Zwei Profi-Tester beziehen Stellung.

EMTB-Tester Chris Schleker ist bekennender Light-E-MTB-Fan. Auch beim Enduro würde er zu einem Bike mit reduzierter Motorleistung greifen.Foto: Wolfgang Watzke
EMTB-Tester Chris Schleker ist bekennender Light-E-MTB-Fan. Auch beim Enduro würde er zu einem Bike mit reduzierter Motorleistung greifen.

Meinung Pro Light Enduro – Chris Schleker, EMTB Tester

„Power-E-Bikes haben wegen ihrer hohen Masse Handlings-Nachteile: Sie schieben beim Bremsen übers Vorderrad, reagieren träge beim Umlegen und kosten viel Energie beim dynamischen Vollgasheizen. Mit dem Light-Enduro spart man gegenüber normalen Bikes viel Kraft und hat trotzdem ein spaßiges Handling. Für mich der beste Kompromiss.“

Enduro-Racer Anton Wünscher sitzt meistens auf Bikes ohne Motor. Er findet: Wenn E-MTB, dann auch mit voller Power.Foto: Adrian Vesenbeckh
Enduro-Racer Anton Wünscher sitzt meistens auf Bikes ohne Motor. Er findet: Wenn E-MTB, dann auch mit voller Power.

Meinung Contra Light Enduro – Anton Wünscher, Enduro-Racer

„Der Mehrwert eines E-Bikes liegt für mich in der herausragenden Bergauf-Performance. Uphill-Spielereien geben dem Enduro-Biken eine ganz neue Komponente. Die fällt mit einem Light-E-MTB flach. Da für mich ein E-MTB kein Ersatz, sondern ein Zusatz zu meinem unmotorisierten Enduro wäre, ist klar: wenn, dann mit voller Power und Uphillflow.“

Den ganzen E-Enduro-Test inklusive des vollständigen Vergleichs Light- gegen Power-Enduro lest ihr jetzt in EMTB 4/2022. Dort gibt’s dann auch detaillierte Einschätzungen zu Motorleistung, Reichweite und Uphill Fähigkeiten des Leicht- und der Powerbikes im Vergleich, sowie natürlich den ausführlichen Testbericht zu den sechs Testkandidaten mit voller Motorleistung von Bulls, Giant, Radon, Rocky Mountain, Stevens und Thok.

An der falschen Stelle gespart: Die leichten Reifen verhelfen dem Specialized Kenevo SL zwar zu mehr Spieltrieb. Speziell am Heck fällt der Pannenschutz angesichts der Vollgas-Qualitäten des Bikes aber zu gering aus.Foto: Adrian Vesenbeckh
An der falschen Stelle gespart: Die leichten Reifen verhelfen dem Specialized Kenevo SL zwar zu mehr Spieltrieb. Speziell am Heck fällt der Pannenschutz angesichts der Vollgas-Qualitäten des Bikes aber zu gering aus.

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