Last TarvoDas leichteste Enduro-Bike der Welt?

Stefan Loibl

 · 04.05.2020

Last Tarvo: das leichteste Enduro-Bike der Welt?Foto: Paul Masukowitz
Last Tarvo: das leichteste Enduro-Bike der Welt?

Mit dem neuen Tarvo wertet Last sein Enduro-MTB-Segment erstmals mit einem Carbon-Modell auf und will auf Anhieb eine neue Bestmarke beim Gewicht setzen. Vorhang auf für das Carbon-Enduro von Last.

„Unsere Vision, das leichteste und beste Enduro zu bauen, haben wir mit dem Tarvo umgesetzt.“ Mit dieser Ansage beginnt die Vorstellung des neuen 160-Millimeter-Enduros von Last. Schon immer lag der Entwicklungsschwerpunkt des deutschen Versenders auf Fahrspaß und maximaler Trail-Performance. Dabei setzten alle bisherigen Modelle beim Rahmen traditionell auf Aluminium oder Stahl als Werkstoff. So staunten wir nicht schlecht, als durchsickerte, dass ausgerechnet das Tarvo – ein Enduro mit der Lizenz zum Shredden – mit dem leichtesten Carbon-Rahmen dieses Segments in den Showroom rollt. Die Laminierung des 2,08 Kilogramm (ohne Steckachse und Sattelklemme in Rahmengröße 185/XL) leichten Rahmens übernimmt Carbon-Leichtbauexperte All Ahead aus Würzburg.

Verlagssonderveröffentlichung
  Der Carbon-Rahmen des Tarvo wird bei All Ahead in Würzburg produziert.Foto: Last
Der Carbon-Rahmen des Tarvo wird bei All Ahead in Würzburg produziert.
  Auch die Rahmen von Stoll Bikes kommen aus der Carbon-Manufaktur von All Ahead.Foto: Last
Auch die Rahmen von Stoll Bikes kommen aus der Carbon-Manufaktur von All Ahead.
  Hauptrahmen sowie Hinterbau werden in je einer Form hergestellt.Foto: Last
Hauptrahmen sowie Hinterbau werden in je einer Form hergestellt.

Flex-Drehpunkt in den Sitzstreben

Zu Gunsten des Gewichts und der Haltbarkeit werden Hauptrahmen sowie Hinterbau in je einer Form hergestellt. So verläuft der Laminataufbau kontinuierlich ohne Schwachstellen und Fügepunkte, an denen Material doppelt anliegt. Ohne Dämpfer ist der Rahmen für 3799 Euro zu haben. Doch der Rahmen soll nicht nur extrem leicht sein. Auch die Funktionalität genoss bei der Entstehung ebenso hohe Priorität. So setzen die Entwickler an hochbelasteten Lagerstellen auf vollkugelige Edelstahllager mit Gewindeeinsätzen aus Titan, um dem anspruchsvollen Enduro-Einsatz gerecht zu werden. Die progressive Kinematik basiert auf einem Federungssytems mit einem Umlenkhebel und einem Flex-Drehpunkt in den Sitzstreben. Dabei nutzt Last die richtungsabhängige Steifigkeit von Carbon, um ein elastisches, leichtes und dennoch spiel- und wartungsfreies Gelenk zu bauen.

  3599 Euro soll der Last Tarvo-Rahmen, das Komplett-Bike soll mindestens 5799 Euro kosten.Foto: Paul Masukowitz
3599 Euro soll der Last Tarvo-Rahmen, das Komplett-Bike soll mindestens 5799 Euro kosten.

Angepasst an die Fahrergröße

Überzeugt von Verarbeitung und Funktion des neuen Rahmens gewährt Last für das Tarvo nicht nur die zertifizierte Freigabe für den Bikepark, sondern auch fünf Jahre Garantie. Für eine hohe Treteffizienz passen die Ingenieure für jede Rahmengröße, abhängig von der Schwerpunkthöhe des Fahrers, die Lage der Hauptdrehpunkte individuell an. Die Kettenstrebenlänge, der Sitzwinkel und die Tretlagerhöhe verändern sich ebenfalls mit der Rahmengröße. Die Länge der Kettenstreben liegt zwischen 430 und 444 Millimetern. Um dem Kunden die Größenwahl zu erleichtern, benennt Last die jeweiligen Rahmengrößen entsprechend der typischen Fahrergröße von 165, 175, 185 und 195. Der 64 Grad flache Lenkwinkel verspricht viel Spurtreue in schnellen Abfahrten.

  Tarvo: das erste Carbon-Bike von Last.Foto: Last
Tarvo: das erste Carbon-Bike von Last.
  Die Lager: Es kommen vollkugelige Edelstahllager mit Gewindeeinsätzen aus Titan zum Einsatz.Foto: Last
Die Lager: Es kommen vollkugelige Edelstahllager mit Gewindeeinsätzen aus Titan zum Einsatz.
  Die Züge verlaufen im Inneren des Rahmens und legen sich beim Eintritt dicht ans Steuerrohr.Foto: Paul Masukowitz
Die Züge verlaufen im Inneren des Rahmens und legen sich beim Eintritt dicht ans Steuerrohr.
  Statt eines definierten Lagerpunktes flexen am Hinterbau die Carbon-Sitzstreben. Das spart Gewicht und kann die Steifigkeit erhöhen. Foto: Last
Statt eines definierten Lagerpunktes flexen am Hinterbau die Carbon-Sitzstreben. Das spart Gewicht und kann die Steifigkeit erhöhen. 

Last Tarvo als MX-Version

Wie das Trailbike Glen MX lässt sich auch das neue Tarvo im Laufradgrößen-Mix fahren. 29 Zoll am Vorderrad kommt dem Überrollverhalten zu Gute, während das kleinere 27,5-Zoll-Laufrad am Heck die Verspieltheit verbessert. Ästheten erfreut die Liebe zum Detail: Die innen verlegten Züge, ein Staufach im Unterrohr für Schlauch, Pumpe und Werkzeug sowie eine ISCG-Aufnahme wirken sehr durchdacht.

  29 Zoll am Vorderrad, hinten ein 27,5-Zoll-Laufrad: Auch als MX-Version bzw. Mullet-Bike lässt sich das Tarvo fahren.Foto: Paul Masukowitz
29 Zoll am Vorderrad, hinten ein 27,5-Zoll-Laufrad: Auch als MX-Version bzw. Mullet-Bike lässt sich das Tarvo fahren.
  Bei der MX-Option des Tarvo kommt ein spezieller Umlenkhebel zum Einsatz.Foto: Last
Bei der MX-Option des Tarvo kommt ein spezieller Umlenkhebel zum Einsatz.

Last Tarvo: Preise und Verfügbarkeit

Die Komplett-Bikes konfiguriert der Kunde selbst. Los geht’s bei 5799 Euro für die günstigste Variante. Für die Top-Version sind 9800 Euro fällig. Laut dem Hersteller liegen die Komplettgewichte je nach Konfiguration zwischen sehr leichten 12,4 und immer noch akzeptablen 13,5 Kilogramm. Ende Mai sollen die ersten Bikes erhältlich sein. Ob das Tarvo hält, was es verspricht, werden wir in einer der kommenden BIKE-Ausgaben ausführlich testen. Fest steht jedoch: Das Last zählt mit dem neuen Carbon-Rahmen zu den leichtesten Serien-Enduros überhaupt und hinterlässt bereits jetzt einen sehr durchdachten Eindruck.

  5 Jahre Garantie gibt Last auf den Tarvo-Rahmen.Foto: Last
5 Jahre Garantie gibt Last auf den Tarvo-Rahmen.
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