Im TestLiteville 901

BIKE Magazin

 · 30.08.2008

Im Test: Liteville 901Foto: Markus Greber, Daniel Simon
Liteville 901

Für das langhubige „901“ haben sich die Liteville-Entwickler Jo Klieber und Michi Grätz ordentlich Zeit gelassen. Zeit, die sich gelohnt hat.

Nicht nur Liteville-Enthusiasten haben mit Spannung auf den großen Bruder des vielseitigen “301” gewartet. Ebenso wandlungsfähig wie bis ins Detail durchdacht präsentiert sich das “901”. Der Viergelenker kommt optisch extrem wuchtig daher und lässt selbst bisherige Oversize-Lösungen mickrig erscheinen. Vorteil der großvolumigen Bauweise? Eine sehr hohe Steifigkeit (77 Nm/°) bei geringem Gewicht. “Das solide Unterrohr ist bestens gewappnet, um hohe Belastungen durch lange Gabeln aufzunehmen. Gleichzeitig bietet es sich an, an diesem schweren Rohr auch Dämpfer und Wippe zu integrieren”, sagt Entwickler Michi Grätz. Der gepulverte Rahmen liegt bei 3523 Gramm ohne Dämpfer, inklusive Syntace-“X-12”- Steckachse und Sattelklemmung. In Serie soll der eloxierte, nackte Rahmen mit anderen Gussets und Carbon-Wippe sogar knapp unter drei Kilo wiegen. Gemessen am Federweg mit bis zu 200 Millimetern ein beeindruckender Wert.

Verlagssonderveröffentlichung

Apropos Federweg. Ein Liteville wäre kein Liteville ohne den breiten Einsatzbereich und die damit verbundenen vielfältigen Aufbaumöglichkeiten. Während die von uns gefahrene 13,2 Kilo leichte Variante des “901” mit 160-Millimeter-Fox-Gabel kam, kann der gleiche Rahmen selbst vollkommen Downhill-tauglich mit einer 200-Millimeter-Doppelbrückengabel bestückt werden. Ebenso können am Hinterbau zwei verschiedene Dämpferlängen gefahren werden und stellen so zwischen 159-173 und satten 190-200 Millimeter Federweg zur Verfügung. Zusätzlich lässt sich die vordere Dämpferaufhängung zum Verstellen des Lenkwinkels verschieben. Die ersten Meter auf dem “901” überraschen. Entgegen der üblichen Sitzposition in dieser Federwegsklasse sitzt man relativ sportlich und zentral auf dem Bike. Das dicke Steuerrohr, in dem voll integrierte 1,5-Zoll-Steuersätze Platz finden, baut sehr kurz und sorgt so für eine tiefe Front. In Kombination mit dem steilen Sitzwinkel klettert das Bike dadurch erstaunlich gut. Weiterer Vorteil der tiefen Front: Selbst bei Gabeln mit großer Einbaulänge bringt man in Kurven trotz kurzem Vorbau ausreichend Gewicht aufs Vorderrad. Sehr feinfühlig und schluckfreudig geht es bergab. Mit “HVR”-Dämpfer und 170 Millimeter Federweg bügelt das Fahrwerk auch bei softem Setup grobe Schläge souverän weg, ohne durchzuschlagen. Im Bikepark-Einsatz mit solideren Reifen musste sich die Fox-“36” ganz schön ins Zeug legen, um dem Hinterbau zu folgen.


FAZIT: Das “901” ist im Begriff, eine neue Bike-Kategorie zu prägen. Noch nie war so viel Federweg so gut zu pedalieren. Ob Freeride-Transalp oder DH-Rennen, das Einsatzspektrum ist riesig.

  Federkennlinien: hellblau vorne lang, dunkelblau vorne kurz, hellrot hinten lang, dunkelrot hinten kurz (beim Hinterbau abhängig vom Lenkwinkel). Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super, sehr gut, gut, befriedigend, mit Schwächen, ungenügend.Foto: BIKE Redaktion
Federkennlinien: hellblau vorne lang, dunkelblau vorne kurz, hellrot hinten lang, dunkelrot hinten kurz (beim Hinterbau abhängig vom Lenkwinkel). Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super, sehr gut, gut, befriedigend, mit Schwächen, ungenügend.
  Steif und variabel: Die solide Wippe bringt zusammen mit dem 65 mm dicken Unterrohr enorme Steifigkeit. Dank verschiebbarer Aufnahme sind Dämpferlängen von 222-240 Millimeter fahrbar, bei einstellbarem Lenkwinkel.Foto: Markus Greber, Daniel Simon
Steif und variabel: Die solide Wippe bringt zusammen mit dem 65 mm dicken Unterrohr enorme Steifigkeit. Dank verschiebbarer Aufnahme sind Dämpferlängen von 222-240 Millimeter fahrbar, bei einstellbarem Lenkwinkel.

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