Enduro

Grenzposten: Norco Range Carbon 7.1 2014

Christian Schleker

 · 18.10.2014

Grenzposten: Norco Range Carbon 7.1 2014Foto: Daniel Simon,Wolfgang Watzke
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Auch Norco hat für 2014 Carbon als Rahmenwerkstoff entdeckt. Das "Range 7.1" gehörte optisch zu unseren Favoriten: fließende Formen, aufgeräumtes Design, sehr tiefer Schwerpunkt.

  Norco Range Carbon 7.1 2014Foto: Daniel Simon,Wolfgang Watzke
Norco Range Carbon 7.1 2014

Für den gleichen Preis wie bei Focus bekommt man hier wegen des hochwertigen Rahmens etwas weniger Schaltung: "Nur" die "X1" ist verbaut. Bis auf die schwerere Kurbel aus Alu ist das aber kein echter Nachteil. Allerdings sind die "Elixir 7 Trail"-Bremse und die hauseigenen Kore-Parts bei Lenkzentrale und Laufrädern schon ziemlich basic. Trotzdem ist das Norco leicht: 12,8 Kilo. Auch hier ist die Geometrie modern lang und tief, allerdings nicht ganz so extrem wie beim "Sam". Man sitzt angenehm zentral und speziell Ines Thoma fühlte sich auf dem Bike auf Anhieb wohl.

Die erste Abfahrt mit 30 Prozent Sag am Heck mussten wir unterbrechen und mehr Luft in den Dämpfer füllen, denn der Hinterbau neigte zum Durchsacken und pumpte in Anstiegen stark. Mit 25 Prozent Sag passte er deutlich besser zur Gabel. Ganz so stabil steht das Norco trotzdem nicht im Hub. Racern war es bei Highspeed in Anliegern auch mit wenig Sag zu schwammig. Bergauf sollte man die Druckstufe aktivieren, um das Wippen zu beruhigen – wenn dafür die Zeit bleibt. Kurzum: Dem Norco fehlt ein bisschen der Race-Charakter – wenn man denn racen will. Allrounder, die ein spaßiges Bike für lange Touren und Einsätze in allen Terrains suchen, sind mit dem "Range 7.1" da schon sehr viel besser bedient, denn das Handling ist angenehm und ausgewogen.


Fazit: Das "Range 7.1" hat in Sachen Geometrie und Rahmen alle Attribute eines Raceenduros. Auch das Gewicht ist gering. Aber das Heck arbeitet nicht ganz so stabil im Hub, muss sehr genau abgestimmt werden, um nicht durchzusacken, und wippt im Wiegetritt etwas. Freizeitbiker kommen mit dem schicken Kanadier dafür sehr gut zurecht. Ein toller Allrounder!


Stärken: Komfort, Handling, Verarbeitung
Schwächen: etwas durchsackender Hinterbau


Max Schumann (26): "Ich habe mich auf dem handlichen Bike sehr wohl gefühlt. Es fühlt sich schnell und spritzig an, bei hohen Geschwindigkeiten fehlte aber die Sicherheit."
Ines Thoma (24): "Beim Norco fehlte mir die Sicherheit zum Racen. Es fährt sich gut, keine Frage, aber nicht so sicher wie längere Bikes im Test, zum Beispiel das Focus."


Herstellerangaben


Vertrieb LTP Sportsgroup Inc. www.norco.com
Material/Größen Alu/S,M,L
Preis/Gewicht ohne Pedale 4999 Euro/ 12,8 kg


Messdaten


Federweg vorn/hinten 160 mm/160 mm
Hinterbausystem Viergelenker
Reach 421 mm
Stack 601 mm
BB-Drop -9 mm


Ausstattung


Gabel/Dämpfer RockShox Pike RC/RockShox Monarch Plus RC3
Kurbeln/Schaltung SRAM X1/SRAM X1
Bremsanlage Avid Elixir 7 Trail
Laufräder Kore Systemlaufradsatz, Maxxis Highroller II 27,5 x 2,3 Reifen (Serie)

  Carbonklops: Im Lenkkopfbereich des Norco haben die Ingenieure den Begriff "klotzen" neu definiert. In Kombination mit den sauber innenverlegten Zügen sieht das Range Carbon dennoch sehr edel aus.Foto: Daniel Simon
Carbonklops: Im Lenkkopfbereich des Norco haben die Ingenieure den Begriff "klotzen" neu definiert. In Kombination mit den sauber innenverlegten Zügen sieht das Range Carbon dennoch sehr edel aus.
  Norco-Kabelsalat: Auf dem Bild erkennt man den Nachteil innenverlegter Züge. Die defekte Hinterradbremse mussten wir ohne Werkstatt reparieren, sparten uns lieber eine aufwändige Führung durchs Innere und mussten dafür hässliche Kabelbinderei ertragen.Foto: Daniel Simon
Norco-Kabelsalat: Auf dem Bild erkennt man den Nachteil innenverlegter Züge. Die defekte Hinterradbremse mussten wir ohne Werkstatt reparieren, sparten uns lieber eine aufwändige Führung durchs Innere und mussten dafür hässliche Kabelbinderei ertragen.
  FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den GeSamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Uphill-Punkten.Foto: FREERIDE Magazin
FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den GeSamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Uphill-Punkten.

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