Enduro-Test 2023Bulls Wild Creed

Peter Nilges

 · 29.09.2022

Enduro-Test 2023: Bulls Wild CreedFoto: Max Fuchs

Das Bulls Wild Creed wird von Christian Textor erfolgreich in der Enduro World Series gefahren und ist bereits ein guter Bekannter aus unseren früheren Enduro-Tests.

In unserem letzten Test des Bulls Wild Creed verriet Christian Textor uns, welches Ass das Bike im Ärmel hat bei Wettkämpfen. Ganz nebenbei ist Bulls auch die einzige Fachhandelsmarke, die in unserem von Versendern dominierten Testfeld der Enduros um 3500 Euro antritt. Doch trotz des Vollcarbon-Rahmens schlägt sich das neue Wild Creed wacker in puncto Ausstattung und kann mit Last und Nukeproof mithalten. Obwohl der Rahmen unter der 3000-Gramm-Marke bleibt, fällt das Gesamtgewicht aber vergleichsweise hoch aus. Grund dafür sind die extrem schweren Laufräder, die jede Tempoverschärfung zur Qual machen. Dafür muss man sich Dank der Reifen mit stabiler Karkasse keine Gedanken über Pannen machen.

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Das Bulls  Wild Creed (vorne) im harten TesteinsatzFoto: Markus Greber/Skyshot
Das Bulls Wild Creed (vorne) im harten Testeinsatz

Da der Rahmen über ein langes Sitzrohr verfügt und das Oberrohr hoch ansetzt, bleibt wenig Bewegungsfreiheit für den Fahrer, und der Hub der Tele-Stütze fällt entsprechend kurz aus. Bereits nach dem ersten Steinfeld im Bikepark setzt sich das Bulls Wild Creed lautstark in Szene. Der voluminöse Carbon-Rahmen wirkt wie ein Klangkörper und scheppert trotz ummantelter Züge im Inneren.

 Trotz Schaumstoffummantelung klappern die Züge im voluminösen Rahmen extrem laut.Foto: Max Fuchs
Trotz Schaumstoffummantelung klappern die Züge im voluminösen Rahmen extrem laut.

Im weiteren Verlauf der Strecke kann das Bulls nicht ganz das Tempo der anderen Enduros mithalten. Das Bulls Wild Creed wird früh nervös und verspringt in den Steinfeldern sehr schnell, ohne eine Linie zu halten. Obwohl unser Labor dem Bulls eine niedrige Rahmensteifigkeit bescheinigt, fällt der Hauptrahmen extrem steif aus, was das Bulls im Zusammenhang mit der kürzeren 160er-Gabel wenig fehlerverzeihend macht. Bergauf klettert das Bulls mit seiner tiefen Front recht passabel, obwohl die Sitzposition kurz ausfällt. Der Hinterbau bleibt im Wiegetritt angenehm ruhig, spricht aber schlecht auf Feinheiten an.

 Wenig präzise: Das Hinterrad stand an unserem Test-Bike nicht mittig im Rahmen.Foto: Max Fuchs
Wenig präzise: Das Hinterrad stand an unserem Test-Bike nicht mittig im Rahmen.

Fazit von Max Fuchs, BIKE-Redakteur:

Das laute Klappern der Züge und das straffe Fahrwerk kosten wertvolle Punkte. Damit kann das günstige Wild Creed von Bulls nicht ganz mit der Konkurrenz Schritt halten.

Max Fuchs, BIKE-RedakteurFoto: Max Fuchs
Max Fuchs, BIKE-Redakteur

Technische Daten zum Bulls Wild Creed

Allgemeine Infos

Messwerte

  • Gewicht o. Pedale: 15,72 kg
  • Federweg (vorne/hinten): 157/160 mm

Ausstattung

  • Gabel: Rockshox Lyrik Select RC
  • Dämpfer: Rockshox Super Deluxe Select+
  • Kurbel: Shimano SLX
  • Schaltung: Shimano XT 1 x 12
  • Übersetzung / Bandbreite: 32; 10–51 / 510 %
  • Bremsanlage / Disc (vorne / hinten): Shimano BL-MT501 / BR-MT520 / 203 / 203 mm
  • Teleskopstütze / Hub / Ø: Limotec Alpha 1 Light / 140 mm / 31,6 mm
  • Laufräder: Bulls AM30-Felgen; HB-MT400-B-Naben
  • Reifen: Schwalbe Magic Marry / Big Betty Evo Addix Soft Super Gravity TLE 29 x 2,40
Bulls Wild Creed - GeometriedatenFoto: BIKE-Testabteilung
Bulls Wild Creed - Geometriedaten
Bulls Wild Creed - Federkennlinien: Im Vergleich zur Konkurrenz besitzt die Gabel etwas weniger Federweg. Die Kennlinien passen gut zusammen.Foto: BIKE-Testabteilung
Bulls Wild Creed - Federkennlinien: Im Vergleich zur Konkurrenz besitzt die Gabel etwas weniger Federweg. Die Kennlinien passen gut zusammen.

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