EnduroCommencal Meta AM V4 Race im Härtetest

Tobias Brehler

 · 11.07.2017

Enduro: Commencal Meta AM V4 Race im HärtetestFoto: Robert Niedring

Enduros wollen die Alleskönner unter den Mountainbikes sein. Im Laufe unseres Dauertests kam das Commencal Meta jedoch an seine Grenzen und verlangte nach Zwangspausen.

Der geplante Einsatzzweck wies klar auf die Enduro-Kategorie: Touren, Trails und Bikepark-Missionen standen auf der To-do-Liste für die Saison. Es musste also ein stabiles, aber dennoch pedalierbares Abfahrtsgeschoss her.

Die Wahl fiel auf das Commencal Meta AM V4. Dieses sollte mit seinem 150-Millimeter-Hinterbau sowie der 160er-Pike genügend Reserven bieten. Ein Gewicht von 14 Kilo ist zwar eher durchschnittlich, vermiest einem aber noch lange nicht den Spaß bergauf. Rein optisch überzeugt die Form des Alu-Rahmens: Der Dämpfer versteckt sich halb im Oberrohr, dadurch wirkt der Rahmen sehr aufgeräumt. Auch die farbliche Gestaltung zieht sich konsequent durch: Alle Teile – auch das mitgelieferte Schutzblech – sind farblich perfekt aufeinander abgestimmt. Die Anbauteile erwiesen sich als sinnvoll gewählt: Bis auf eine Schwachstelle ging nichts in die Brüche, was die Funktion eingeschränkt hätte. Auf dem Trail wusste das Meta zu begeistern: Der steile Sitzwinkel (73,7 Grad) und die tiefe Front sorgten für gute Klettereigenschaften, das Vorderrad hatte beim Bergauffahren stets Bodenkontakt. Auch der Hinterbau ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und pumpte im Wiegetritt nur leicht. Doch erst bergab blühte das Meta mit seinem 65,3 Grad flachen Lenkwinkel so richtig auf. Manuals benötigten aufgrund der 437 Millimeter langen Kettenstrebe allerdings etwas Kraft. Der Hinterbau fühlte sich wie bei einem Mini-Freerider an und konnte mit seiner Potenz auch im Bikepark auf großen Sprüngen und ruppigen Trails überzeugen.

Nur die Hinterradachse stellte die Beziehung auf eine harte Probe: Die verbaute Maxle-Steckachse brach nach 22000 Tiefenmetern. Die Austauschachse hielt sogar nur 13000 Tiefenmeter. Erst eine massivere Steckachse von Commencal brachte kurzzeitig Besserung. Nach weiteren 27000 Tiefenmetern brach schließlich die Achse der Nabe, und wir beendeten den Dauertest. Die gute Nachricht: Uns ist kein Fall bekannt, wo Ähnliches passiert ist. Die restlichen Komponenten und der Rahmen steckten die 60000 Tiefenmeter ohne Probleme weg.


FAZIT: mit 14 Kilo ein solides Enduro mit gutem Hinterbau und sinnvoller Ausstattung. Die Serienstreuung machte uns einen Strich durch die Rechnung.


Funktionalität 5 von 6 Punkten
Haltbarkeit 3 von 6 Punkten


Laufleistung: 1923 km | 34.610 hm | 61.895 tm


TUNING:
• 0 km: Schläuche raus – Tubeless-Umbau: Felgenband und Milch rein. Keine Platten und weniger rotierende Masse sorgten für viel Freude.
• 20 km: Kettenführung – Minimalistische One-up-Kettenführung montiert, da die Kette nicht sicher auf dem E13-Blatt saß.

  Dauertest: Commencal Meta AM V4 Race: KettenführungFoto: Privatfoto
Dauertest: Commencal Meta AM V4 Race: Kettenführung
  Commencal Meta AM V4 Race: KettenführungFoto: Robert Niedring
Commencal Meta AM V4 Race: Kettenführung


DEFEKTE:

• 900 km: Raues E13-Tretlager – Zunächst gefettet und bei 1700 km endgültig getauscht.
• 970 km: Steckachse gebrochen – Die Maxle-Ultimate-Steckachse (Bild unten) bricht zwischen Rahmen und Nabe. Bei 1330 km bricht die neue Achse an der gleichen Stelle.
• 1160 km: Bremsbeläge – Die organischen Bremsbeläge hielten knapp 31000 Tiefenmeter und müssten jetzt nach insgesamt 62000 Tiefenmetern erneut getauscht werden.
• 1500 km: Hinterreifen – Der abgefahrene Hinterreifen ist durchlöchert und verliert Luft. Neuen Maxxis Minion DHR 2 montiert.
• 1780 km: Nabenachse – Diesmal hat nicht die Steckachse, sondern die Achse in der Nabe nachgegeben und ist gebrochen (Bild unten).

  Commencal Meta AM V4 Race: Steckachse gebrochenFoto: Robert Niedring
Commencal Meta AM V4 Race: Steckachse gebrochen
  Commencal Meta AM V4 Race: Nabenachse gebrochenFoto: Robert Niedring
Commencal Meta AM V4 Race: Nabenachse gebrochen


BEZIEHUNGS-HIGHLIGHTS:
Der Tschilli-Trail in Latsch bietet auf rund 1000 Höhen­metern alles, was das Enduro-Herz begehrt. Auf den Annaberger-Böden sind sogar kleine Sprungeinlagen möglich.

  Tobi Brehler und seine Beziehungs zum Commencal Meta AM V4 RaceFoto: Robert Niedring
Tobi Brehler und seine Beziehungs zum Commencal Meta AM V4 Race


DER TESTER

Tobias Brehler, BIKE-Testfahrer
19 Jahre / 1,83 m / 72 kg
Fahrerprofil: Trails – mal flowig, mal ruppig – gerne auch mit Sprüngen gewürzt
Lieblingsreviere: Bikepark Serfaus, Vinschgau, Isar-Trails

  Tobias Brehler, BIKE-TestfahrerFoto: Privatfoto
Tobias Brehler, BIKE-Testfahrer


DAS SAGEN DIE LESER

"Für mich ist das Meta wirklich ein supergeiles Teil! Fahre den normalen V4-Rahmen. Es klettert erste Sahne, bergab vermisse ich kein bisschen meinen Downhiller (kommt auf die Strecke an). Das Heck ist wendig, aber auch spurtreu. Einfach ’ne mega Kiste." (Henrik Hofmann, Facebook)

"Ich fahre das Commencal zwar noch nicht so lange, bin bisher aber sehr zufrieden, da ich trotz XL-Rahmen und Shimano-Saint-Kurbel sowie -Bremse auf nur 15 Kilogramm komme." (Florian Gassner, Facebook)


Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe BIKE 2/2017 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element